HSV-Handball

Präsident Rudolph und Coach Schwalb hören 2011 auf

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Im Zuge einer großen Umstrukturierung wird der derzeitige Trainer dann Geschäftsführer des Vereins. Nachfolger steht schon fest.

Hamburg. Großes Revirement bei den HSV-Handballern : Vorstand und Aufsichtsrat haben am Sonntag die neuen Strukturen des Vereins festgelegt. Präsident Andreas Rudolph, 55, gibt wie geplant sein Amt zum 30. Juni 2011 auf. Sein Nachfolger wird der bisherige Vizepräsident Dierk Schmäschke, 51. Der Aufsichtsrat hat bereits seine Zustimmung signalisiert. Auch Trainer Martin Schwalb, 47, erhält einen neuen Job. Nach Ende dieser Saison wird er zum 1. Juli 2011 Geschäftsführer der HSV-Handball Spielbetriebsgesellschaft.

Der neue Trainer steht bereits fest, die Verhandlungen, so heißt es intern beim HSV, seien abgeschlossen. Der Name soll im Februar nächsten Jahres zum Start der Bundesliga-Rückrunde bekannt gegeben werden. Spekuliert wurde zuletzt mit Talant Dujshebaev, 42, dem Coach des dreimaligen spanischen Champions-League-Siegers BM Ciudad Real. Der ehemalige Weltklassespieler hatte wiederholt Interesse an einem Engagement in der Bundesliga , der stärksten Handball-Liga der Welt, geäußert. Eine weiterer Kandidat: Velimir Petkovic, 54, von Frisch Auf Göppingen.

Dass die HSV-Handballer 2011 eine Cäsur machen werden, deutete sich seit Langem an. Die Radikalkur kommt dennoch überraschend. Sie trägt die Handschrift Rudolphs. Der Präsident, Sponsor und Mäzen, der seit Dezember 2004 mehr als 20 Millionen Euro in den Klub investierte, ist mit dem bisher Erreichten unzufrieden, vor allem, dass die Mannschaft in der vergangenen Serie erneut die deutsche Meisterschaft verpasste. Sie ging wieder an den THW Kiel, zum sechsten Mal in Folge, obwohl die Hamburger fast die gesamte Rückrunde die Tabelle angeführt hatten. Ein Trainerwechsel schon zu dieser Saison kam für Rudolph dennoch nicht in Frage. Schwalbs Trainervertrag läuft bis zum 30. Juni 2011, und der Präsident mag dann auch weniger die Abfindung gescheut haben, sondern die persönliche Trennung von einem langjährigen Wegbegleiter. Denn Schwalbs Verdienst bleibt es, dass er den Klub in den vergangenen fünf Jahren vom Mittelmaß an die Spitze Europas geführt hat.

Schon bei Schwalbs Trainer-Vorgänger Christian Fitzek, 49, hatte Rudolph 2005 statt eines Rausschmisses diesen zum Sportdirektor gemacht. Ob Fitzek diesen Posten über 2011 hinaus behalten wird, ist noch nicht entschieden. Rudolph ist mit der Arbeit Fitzeks jedoch hochzufrieden.

In welcher Position Rudolph dem HSV erhalten bleibt, ist noch unklar. Er wird weiter als Gesellschafter der Spielbetriebs GmbH fungieren, den HSV sponsern und ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen. Das steht fest. Das Angebot, in den Aufsichtsrat zu wechseln, hat er zunächst einmal abgelehnt. "Der HSV wird auch nach 2011 eine wichtige Rolle im deutschen und europäischen Handball spielen", sagte der designierte neue Präsident Schmäschke, "wir sind jetzt für die Zukunft gerüstet."