Hamburg Towers

Guyton war der Beste, Barham erzielte die meisten Punkte

Andrew Barham, Topscorer der Hamburg Towers.

Andrew Barham, Topscorer der Hamburg Towers.

Foto: ValeriaWitters / WITTERS

Die 14 Basketballer der Hamburg Towers in der Einzelkritik. Ehrung für den Bundesliga-Aufsteiger im Phönixsaal des Rathauses.

Hamburg. Am Dienstagnachmittag empfangen Bürgermeister Peter Tschen­tscher und Sportsenator Andy Grote die Hamburg Towers im Rathaus. Es ist wahrscheinlich der letzte gemeinsame Auftritt des Basketball-Bundesliga-Aufsteigers und Meister der 2. Bundesliga ProA. Am Mittwoch verlassen die meisten Spieler die Stadt, Sportchef Marvin Willoughby und Trainer Mike Taylor entscheiden dann in den nächsten Tagen, wer wiederkommen darf.

Der Kern des Teams, sagen beide, solle gehalten werden, die Mannschaft müsse aber im Sommer auch gezielt verstärkt werden. Als Ziel für die erste Bundesligasaison, die Ende September beginnt, soll ein Platz im gesicherten Mittelfeld ausgegeben werden. „Mit dem Abstieg wollen wir möglichst nichts zu haben“, sagt Towers-Hauptgesellschafter Tomislav Karajica. In dieser Saison setzten die Towers in 41 Begegnungen (26 Siege/15 Niederlagen) 14 Spieler ein.

Carlton Guyton (21 Spiele/182 Punkte/62 Assists): Der im Winter verpflichtete US-Spielmacher war wiederholt verletzt. Von seinem Leistungsniveau her, das er nur in wenigen Spielen zeigte, der begabteste Profi der Towers. Seine starken Play-off-Auftritte in Spiel vier in Rostock und in Spiel fünf in Chemnitz machten den Aufstieg erst möglich.

Achmadschah Zazai (41 Spiele/270 Punkte/199 Assists/54 Steals): Ein witziger Typ, vorbildlicher Kapitän mit großer Spielfreude, viertbester Vorlagengeber (Assists) der Liga, aber mit Schwächen in der Verteidigung.

Beau Beech (41 Spiele/518 Punkte/42 Steals/258 Rebounds): Guter Werfer, in Eins-gegen-eins-Duellen fehlte ihm in seiner ersten Saison als Profi in Europa manchmal noch die Robustheit.

Tevonn Walker (38 Spiele/373 Punkte): Guter, kampfstarker Verteidiger. Im Angriff mit Zug zum Korb, dynamisch, oft nicht aufzuhalten.

Max Montana (21 Spiele/177 Punkte(84 Rebounds): Kam im Januar vom Bundesligaclub Gießen. Wenn er heiß läuft, ein sicherer Werfer aus allen Distanzen und guter Rebounder. Athletisch hat der Deutschamerikaner noch Potenzial.

Hrvoje Kovacevic (31 Spiele/117 Punkte/40 Assists): Spielte bei Trainer Taylor aus sportlichen Gründen in der Rückrunde keine Rolle mehr. Der Publikumsliebling ging jedoch professionell mit seiner Degradierung um.

René Kindzeka (33 Spiele/149 Punkte/45 Assists): Der Ur-Tower, seit 2014 im Verein, kennt nur ein Tempo: Vollgas. Das hilft in der Verteidigung, im Angriff oft zu wild, da täte ihm manchmal mehr Abgeklärtheit gut.

Malik Müller (34 Spiele/212 Punkte): Hat bei den Towers wieder Spaß am Basketball gefunden. Kampfstark, stets positiv gestimmt, guter Verteidiger, vielseitig einsetzbar. Hat noch viel Potenzial.

Jannik Freese (41 Spiele/434 Punkte/205 Rebounds/20 Blocks): Der erfahrenste Tower. Strahlt Ruhe aus, kann sich am gegnerischen Brett auch gegen körperlich starke Center durchsetzen.

Justus Hollatz (24 Spiele/75 Punkte/46 Assists/19 Steals): Vor der Saison glaubte Sportchef Willoughby, dass der damals 17-Jährige kaum zum Einsatz kommen werde. Am Ende war der Abiturient einer der Leistungsträger. Guter Verteidiger. Ruhig, athletisch, hervorragendes Passspiel. Versteht es, seine Mitspieler in Szene zu setzen. Warf den entscheidenden letzten Korb der Saison.

Justin Raffington (40 Spiele/290 Punkte/207 Rebounds): Den gebürtigen Hamburger zeichnet seine große Power aus. Ihm fehlt gegen körperlich starke Center jedoch die eine oder andere technische Waffe am Ball.

Andrew Barham (41 Spiele/588 Punkte/45 Steals): Der Topscorer der Towers, Drittbester der ProA, der Hamburger mit der meisten Spielzeit (1132 Minuten), oft unauffällig, aber einer, der aus jeder Lage punkten kann. Das galt für die Hauptrunde. In den Play-offs plötzlich mit unerklärlicher Formschwäche, im fünften Spiel in Chemnitz gelang ihm in 15 Minuten Einsatzzeit kein Korb.

Die Talente Marius Behr (22 Jahre/9 Spiele/7 Punkte) und Osaro Jürgen Rich Igbineweka (20/14 Spiele/21 Punkte) kamen nur sporadisch zum Einsatz.