Basketball

Rückwärtsschritte bei den Hamburg Towers

Anthony Canty von den Towers zieht an Robin Carl Lodders der Baskets Essen vorbei

Anthony Canty von den Towers zieht an Robin Carl Lodders der Baskets Essen vorbei

Foto: ValeriaWitters / WITTERS

Nach einer blamablen Niederlage droht der Hamburger Basketball-Zweitligisterstmals die Play-offs zu verpassen.

Hamburg.  Die Anhänger der Hamburg Towers sind engelsgeduldig. Nach der 61:75-Blamage beim Tabellenletzten in Dresden am Donnerstagabend erntete der Basketballzweitligist aber das erste Shitstürmchen auf seiner Facebookseite.

„Die Saison lief bisher schon enttäuschend, aber jetzt wird es peinlich. Aber irgendwie passt es in die Entwicklung des Vereins im vergangenen halben Jahr. Es wirkt diese Saison alles etwas konzeptlos“, analysierte ein Fan. Ein anderer schrieb faktisch richtig: „Statt irgendwann mal in die BBL aufzusteigen, dümpeln die Hamburg Towers tiefer denn je in der Zweiten Liga herum.“

Mangelt es dem Team an Mentalität?

Mit nun sechs Siegen bei neun Niederlagen ist die Gefahr groß, erstmals die Play-offs der besten acht zu verpassen. Man erinnere sich, dass unter Ex-Geschäftsführer Pascal Roller einst ein Dreijahresplan existierte, wonach die „Türme“ im dritten Jahr den Aufstieg ins Basketball-Oberhaus anpeilten. Aber Gründer Marvin Willoughby will keinen Schrittfehler machen, lieber einen Fuß vorsichtig vor den anderen setzen. Aktuell gehen die Towers eher rückwärts.

Coach Hamed Attarbashi redete nach dem „Elbduell“ am Pressekonferenz-Mikro genervt und einsilbig. Warum die Towers verloren hätten? „Weil wir insgesamt einfach schlecht gespielt haben und Dresden uns überlegen war.“

Bei Kaderzusammenstellung zu hoch gepokert

Diesem Towers-Team scheint es im Vergleich zu den Vorsaisons an Mentalität zu mangeln. Man verlor gegen Titanen, gegen die man vor drei Wochen zu Hause den höchsten Sieg der Vereinsgeschichte (86:54) gefeiert hatte und die zuletzt mit 34 Punkten Differenz ein traumatisches Sachsen-Derby in Chemnitz erlebten.

Zur Kaderzusammenstellung lässt sich fragen, weshalb die Tow­ers den jungen und nicht verletzungsanfälligen Power Forward Helge Baues gehen ließen, der ihnen als Titans-Topscorer nun 16 Punkte einschenkte. Dafür holte man den genialen, aber extrem verletzungsanfälligen Cornelius Adler (Achillessehnen-OP). Zu hoch gepokert.

Bei Aufbauspieler Mario Blessing ist unklar, ob er wegen seiner Blessuren nicht besser kann oder einfach noch nicht angekommen ist in Hamburg. Er „nullte“ schon zum siebten Mal in dieser Saison.

Blessings Ex-Team Nürnberg Falcons gastiert zum Jahresabschluss am 30. Dezember (19.30 Uhr) im Inselpark. Noch können die „Türme“ auf ihre Fans bauen. Ihr Zuschauerschnitt (2704) ist der beste der Liga.