Basketball

Towers gewinnen Sponsor und verlieren Top-Talent

Talent Lennard Larysz (l.) verlässt die Hamburg Towers

Talent Lennard Larysz (l.) verlässt die Hamburg Towers

Foto: Claus Bergmann / imago

Die S-Bahn steigt bei den Zweitliga-Basketballern Hamburg Towers ein. Der 18-jährige Lennard Larysz geht nach Würzburg.

Hamburg.  Wer in Wilhelmsburg aus der S-Bahn aussteigt, kommt an den Towers nicht mehr vorbei. Seit Donnerstag prangt das überlebensgroße Foto eines Basketballers am Eingang, der sich nach einem Dunk an den Ring klammert. Auch am Bahnsteig sind Wände mit Motiven des ProA-Zweitligateams gestaltet. Dazu sind markige Sprüche zu lesen wie dieser: „Willenskraft ist in Wilhelmsburg zu Hause“. Eine kleine Karte weist den kurzen Fußweg in die Inselparkhalle, in der sich die Towers an diesem Freitag (19.30 Uhr) im Testspiel gegen Erstligist Hagen erstmals in dieser Saison den heimischen Fans präsentieren.

„Wir hoffen, dass diese Umgestaltung bei unseren Fahrgästen und den Wilhelmsburgern Gefallen findet“, sagte S-Bahn-Geschäftsführer Kay Uwe Arnecke bei der Einweihung. Towers-Sportchef Marvin Willoughby, ein geborener Wilhelmsburger, findet es jedenfalls gut: „Es ist toll, dass wir den Menschen hier eine Message mitgeben können.“ Sie ist auch ein Beleg für die wachsende wirtschaftliche Kraft der Towers. Als neuer Premiumpartner steuert die S-Bahn einen mittleren fünfstelligen Betrag zum Etat bei. „Wir wollen gern helfen, die hohen sportlichen Ziele zu erreichen“, sagt Arnecke. Nicht wenige in der Mannschaft träumten vom Aufstieg, verriet Willoughby, „und Partner wie die S-Bahn sind ein wichtiger Schritt dorthin“.

Talent Larysz verlässt die Towers

Noch aber sind die Towers mit den Marktführern nicht konkurrenzfähig, auch das mussten sie in diesen Tagen wieder erfahren: Lennard Larysz (18) verlässt den Club und macht künftig das Spiel für die TG s.Oliver Würzburg in der Zweiten Bundesliga ProB. Formal zwar keine Verbesserung: Dank eines Doppelspielrechts war der U-20-Nationalspieler schon in den vergangenen Jahren überwiegend für Rist Wedel in der dritthöchsten Spielklasse aktiv, dazu im Nachwuchsbundesligateam der Piraten Hamburg, die sein Vater Paul coacht.

Die Möglichkeit aber, mit den Bundesligaprofis der ersten Würzburger Mannschaft zu trainieren, konnten die Towers Larysz nicht bieten. „Das ist für mich eine tolle Erfahrung“, sagt Larysz. Aus dem gleichen Grund war schon sein Freund Louis Olinde (18) zum deutschen Meister Bamberg und dessen Zweitliga-Farmteam Baunach gewechselt. „Wenn Angebote aus der Ersten Liga kommen, wird es schwer“, sagt Towers-Gesellschafter Jan Fischer, „wollen wir Talente langfristig in Hamburg halten, müssen wir wohl aufsteigen.“

Dank des neuen Sponsors ist dieses Szenario immerhin wieder ein bisschen wahrscheinlicher geworden.