FC St. Pauli

Zwei Volltreffer, viele Mitläufer und ein Missverständnis

James Lawrence (l.) und Leo Östigard konnten sich profilieren.

James Lawrence (l.) und Leo Östigard konnten sich profilieren.

Foto: ValeriaWitters / WITTERS

Zwischenbilanz von St. Paulis Zugängen: Lawrence und Östigard überzeugen, Benatelli bekommt bisher keine Chance dazu.

Hamburg. Dank der Länderspielpause hatten die Profis des FC St. Pauli noch einmal ein trainingsfreies Wochenende, ehe sie an diesem Montag um 11 Uhr in die konkrete Vorbereitung auf das Auswärtsspiel in Aue am kommenden Freitag (18.30 Uhr) starten.

Die Pause bietet auch Gelegenheit, um eine Zwischenbilanz zu ziehen, wie sich die neun Zugänge bisher profilieren konnten. Eine Übersicht.


Korbinian Müller (1 Pokalspiel, kein Ligaspiel):
Der 28 Jahre alte Torwart kehrte am 8. Oktober zum FC St. Pauli zurück. Nachdem sein Vertrag am 30. Juni ausgelaufen war, hatte er sich seinem Studium als Fitnesskaufmann gewidmet und seine Profikarriere beendet – oder eben unterbrochen. Denn nach dem Schlüsselbeinbruch von Svend Brodersen holte der FC St. Pauli den Routinier zurück. Im DFB-Pokalspiel gegen Eintracht Frankfurt (1:2) durfte er überraschend spielen – aus Dankbarkeit, wie es Trainer Jos Luhukay später formulierte. An den beiden Gegentreffern traf ihn nahezu keine Schuld, ansonsten wurde er kaum noch gefordert. Im Training hinterlässt er einen guten Eindruck.


James Lawrence (5 Ligaspiele, 1 Tor):
Der Waliser feierte mit seinem Kopfballtor beim 2:1-Sieg gegen Kiel einen perfekten Einstand. Auch sonst bot der 27-Jährige bei seinen Einsätzen als Abwehrchef überzeugende Darbietungen. Bisher war er allerdings zu oft verletzt, um seinem Team nachhaltig helfen zu können. Beim EM-Qualifikationssieg (2:0) von Wales am Sonnabend in Aserbaidschan wurde er nicht eingesetzt.


Leo Östigard (9 Ligaspiele, 1 Pokalspiel, 0 Tore):
Es ist immer wieder erstaunlich, wie abgeklärt der erst 19 Jahre alte Innenverteidiger agiert, auch wenn er nicht ganz frei von kleinen Patzern ist. Beeindruckend ist auch seine Sprungkraft und damit seine Kopfballstärke bei nur 1,85 Metern Körperlänge.


Sebastian Ohlsson (6 Ligaspiele, 1 Po- kalspiel, 0 Tore): 350.000 Euro gab St. Pauli als Ablöse für den 26 Jahre alten Schweden aus. Bisher zeigte er in einigen Spielen seine Erfahrung, hatte aber auch – vor allem gegen den HSV und gegen Bochum – defensiv Probleme mit schnellen Gegenspielern. Auch als Flankengeber vom Flügel ist der Außenverteidiger noch deutlich steigerungsfähig.


Youba Diarra (3 Ligaspiele, 0 Tore):
Seine Gelb-Rote Karte nach der Einwechslung in Osnabrück zeugte davon, wie übermotiviert er ist – bei fehlender Cleverness. Den besten Auftritt hatte der 21-Jährige auch dank seines sehenswerten Treffers beim 1:0-Testspielsieg gegen Werder Bremen. Könnte sich dank seiner Technik und Ballsicherheit aber noch als wertvoll erweisen.


Matt Penney (7 Ligaspiele, 1 Pokalspiel 0 Tore):
Wurde links als Außenverteidiger und als linker Mittelfeldspieler eingesetzt, kam aber über den Status eines Mitläufers kaum hinaus. Dass der 21-Jährige sich in seinem ersten Spiel gegen Kiel die Gelb-Rote Karte einhandelte, weil er den Ball zur Seite kickte, um Zeit zu schinden, war selten dämlich.


Rico Benatelli (0 Liga- und Pokalspiele):
Der noch vom früheren Sportchef Uwe Stöver ablösefrei verpflichtete 27-Jährige durfte bisher nur in Testspielen für das Profiteam und ansonsten nur in St. Paulis U-23-Mannschaft spielen. Auch sein guter Auftritt im Test gegen Werder Bremen konnte an seinem frus­trierenden Status nichts ändern. Derzeit erscheint eine Trennung in der Winterpause für alle Seiten die beste Lösung, um das Missverständnis ad acta zu legen.


Viktor Gyökeres (7 Ligaspiele, 2 Pokalspiele, 2 Tore):
Der 21 Jahre alte Schwede konnte zwar schon zwei Treffer (gegen Sandhausen und in Nürnberg) erzielen, vergab aber einiges mehr an sehr guten Torchancen. Bei allem Bemühen konnte er bisher nur den Status eines Mitläufers erreichen.


Boris Tashchy (4 Ligaspiele, 1 Pokalspiel, 0 Tore):
Der Stürmer erfüllte bisher die Erwartungen nicht. Seine auffälligste Szene war, als er beim Zusammenprall mit Nürnbergs Torwart Christian Mathenia dessen Kniescheibe brach. Bislang hat es der 26-Jährige kaum geschafft, mit körperlicher Präsenz technische Mängel zu kompensieren.