Neue Sprachregelung

Der FC St. Pauli verankert das dritte Geschlecht

Oke Göttlich ist seit 2014 Präsident des FC St. Pauli.

Oke Göttlich ist seit 2014 Präsident des FC St. Pauli.

Foto: TayDucLam / WITTERS

Die Mitgliederversammlung soll eine Änderung der Satzung auf den Weg bringen. Auch eine Frauenquote ist geplant.

Hamburg. Auch wenn in diesem Jahr beim FC St. Pauli keine Wahlen zum Präsidium oder Aufsichtsrat anstehen, verspricht die Mitgliederversammlung, die am 27. November von 19 Uhr an erneut in den Messehallen (Halle B6) stattfinden wird, interessant zu werden. Dabei gehört es schon zur Normalität, dass der amtierende Präsident, der seit 2014 Oke Göttlich heißt, einen finanziellen Gewinn für das abgelaufene Geschäftsjahr verkünden wird – zum achten Mal hintereinander.

Bemerkenswert sind zudem einige Anträge. So soll das Präsidium mit Zustimmung des Aufsichtsrates ermächtigt werden, „den Wortlaut der Satzung gendergerecht anzupassen“. Hintergrund ist, dass bisher in der Präambel der Satzung festgehalten ist: „Aus Gründen der einfacheren Lesbarkeit wird in der Satzung auf eine geschlechtsspezifische Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten (…) für beide Geschlechter.“

Frauenquote für Führung des FC St. Pauli

Dies sei, so die Antragsteller, nicht mehr zeitgemäß. Drittes Geschlecht ist eine Bezeichnung für Menschen, die sich weder als Frau noch als Mann einordnen lassen wollen. Zudem heißt es in dem Antrag: „Ein ,mitgemeint unter der männlichen Schreibweise‘ führt nicht zu einem ,mitgedacht‘ bei den Lesenden. Im Gegenteil – es macht die anderen Geschlechter unsichtbar.“ Da dieser Antrag auch vom Präsidium, Aufsichtsrat und Ehrenrat „vollumfänglich“ unterstützt wird, dürfte er eine sehr breite Mehrheit finden.

Ein anderer Antrag zielt darauf ab, dass künftig mehr Frauen in den Gremien vertreten sein sollen. Bisher gibt es mit Vizepräsidentin Christiane Hollander und der Aufsichtsratsvorsitzenden San­dra Schwedler zwei Frauen in der Vereinsführung. Auch auf der hauptamt­lichen Direktorenebene soll, so der Antrag, bis 2025 eine Frauenquote von 50 Prozent realisiert werden.