Zweite Bundesliga

Stürmer Allagui muss Abschied vom FC St. Pauli nehmen

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Carsten Harms
Sami Allagui wird Sonntag zum letzten Mal für St. Pauli spielen.

Sami Allagui wird Sonntag zum letzten Mal für St. Pauli spielen.

Foto: TimGroothuis / WITTERS

Trainer Luhukay: „Es ist eine harte Entscheidung“. Hoffnung auf Knoll und Miyaichi für das letzte Saisonspiel am Sonntag in Fürth.

Hamburg.  Bis zuletzt hatte er noch auf eine Zukunft beim FC St. Pauli gehofft und – nach eigener Aussage – alle Gespräche mit anderen Clubs zurückgestellt. Jetzt aber hat Sami Allagui endgültig Klarheit. Der 32 Jahre alte Stürmer, der im Sommer 2017 zum Millerntor-Club gekommen war, wird keinen neuen Vertrag bei St. Pauli erhalten. Dies ist das Ergebnis von Gesprächen, die Interims-Sportchef Andreas Rettig und Cheftrainer Jos Luhukay in den vergangenen Tagen mit Allagui geführt hatten.

„Wir haben intern sehr intensiv darüber gesprochen. Es ist natürlich eine harte Entscheidung für uns und für mich persönlich, weil ich eine Vergangenheit mit Sami in Berlin hatte, in der wir fantastisch zusammengearbeitet haben. Auch hier waren die letzten vier, fünf Wochen mit Sami richtig gut“, sagte Jos Luhukay am Freitag. In der Saison 2012/13 hatten Luhukay und Allagui mit Hertha BSC gemeinsam den Aufstieg in die Bundesliga und ein Jahr danach frühzeitig den Klassenverbleib gefeiert.

Den Ausschlag gegen Allagui, dessen Zwei-Jahres-Vertrag sich nur beim Aufstieg automatisch um ein Jahr verlängert hätte, habe letztlich sein Alter und die personelle Planung des Kaders für die kommende Saison gegeben. „Entscheidend ist immer, wie man sich sportlich ausrichten möchte. Aber es gibt auch immer eine menschliche Seite“, erläuterte Luhukay, warum ihm die Entscheidung so schwer gefallen ist.

Allagui konnte sich vor allem in der Hinrunde deutlich steigern

Vor zwei Jahren hatte der damals auch schon als Interims-Sportchef tätige Andreas Rettig die Verpflichtung Allaguis bereits am letzten Spieltag der Saison 2016/17 unter Dach und Fach gebracht. Allerdings blieb der „Königstransfer“ in seiner ersten Saison erheblich unter den Erwartungen, negativer Höhepunkt war die Rote Karte, die er sich in Regensburg wegen einer Tätlichkeit einhandelte. Ohne ihn sicherte sich St. Pauli in den beiden Spielen danach den Klassenerhalt.

In dieser Saison konnte sich Allagui vor allem in der Hinrunde deutlich steigern. Seine Ausbeute von acht Treffern und neun Torvorlagen in 52 Ligaspielen für St. Pauli ist für einen als Leistungsträger verpflichteten und entlohnten Stürmer nicht wirklich zufriedenstellend. Allagui selbst bezeichnete seine Zeit bei St. Pauli auf der Homepage des Clubs als „zwei schöne Jahre“.

Neue, leistungsstarke Stürmer müssen verpflichtet werden

Angesichts der Entscheidung gegen Allagui, des schon zuvor feststehenden Abschieds von Jan-Marc Schneider und des auch zu erwartenden Abgangs von Alexander Meier stehen Andreas Rettig und der designierte Sportchef Andreas Bornemann jetzt in der Pflicht, mehrere neue, leistungsstarke Stürmer zu verpflichten. Schließlich ist nicht absehbar, wann Henk Veerman nach seinem im Dezember erlittenen Kreuzbandriss wieder in der Verfassung ist, die ihn vor dieser Verletzung zu einem Topspieler seines Teams hatte werden lassen.

An diesem Sonntag (15.30 Uhr, Sky und Liveticker bei abendblatt.de) hat Sami Allagui im Auswärtsspiel bei seinem früheren Arbeitgeber SpVgg. Greuther Fürth die Chance, seine Scorerquote noch einmal aufzubessern. Voraussichtlich wird er das Team noch einmal als Kapitän auf das Spielfeld führen. Trainer Luhukay berichtete am Freitag, dass für dieses letzte Pflichtspiel der Saison Defensiv-Allrounder Yiyoung Park und Stürmer Jan-Marc Schneider verletzt ausfallen werden. Dagegen haben die zuletzt fehlenden Mittelfeldspieler Marvin Knoll und Außenstürmer Ryo Miyaichi wieder am kompletten Mannschaftstraining teilgenommen und dürften ins Team zurückkehren. „Wir hätten dann immer noch zwölf verletzte Spieler“, sagte Luhukay am Freitag. Zu dem Spiel reisen viele der gut 2300 St.-Pauli-Fans, die eine Karte für den Gästeblock ergattern konnten, mit einem Sonderzug an.

SpVgg. Greuther Fürth: Burchert – Sauer, Magyar, M. Caligiuri, Wittek – Ideguchi – Seguin, Green – Atanga, Reese – Keita-Ruel.

FC St. Pauli: Himmelmann – Kalla, Koglin, Hoogma, Buballa – Knoll, Becker – Miyaichi, Möller Daehli – Allagui, Diamantakos. Schiedsrichter: Kampka (Mainz).

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