St. Pauli-Einzelkritik

Buballa wie ein Schuljunge, Dudziaks Erlösung kam zu spät

Daniel Buballa mag einfach nicht mehr hinschauen. Der Linksverteidiger ließ sich von Ex-HSV-Profi Diekmeier vernaschen.

Daniel Buballa mag einfach nicht mehr hinschauen. Der Linksverteidiger ließ sich von Ex-HSV-Profi Diekmeier vernaschen.

Foto: ThorstenWagner / WITTERS

Torhüter Himmelmann wurde mal wieder von seinen Vorderleuten im Stich gelassen. Stürmer Meier war kein Faktor gegen Sandhausen.

Sandhausen. Der zweite desolate Auftritt in Folge wirft Fragen auf. Warum ließ sich der FC St. Pauli auch beim Abstiegskandidaten SV Sandhausen ohne Gegenwehr abschlachten? Die Antworten liefert die Einzelkritik:

Himmelmann: Wie beim Debakel gegen den HSV von seinen Kollegen im Stich gelassen. An den Gegentoren war der Keeper weitgehend schuldlos.

Zander: Verlor vor dem 0:1 das entscheidende Kopfballduell gegen den Torschützen Wooten. Sein Sandhäuser Pendant Diekmeier gab ihm Anschauungsunterricht, wie man als Außenverteidiger aus vollem Lauf flankt.

Avevor: Der Abwehrchef konnte nie für defensive Stabilität im eigenen Strafraum sorgen.

Hoogma: Avevors Nebenmann in der Innenverteidigung ging mit unter.

Buballa: Wirkte bisweilen wie ein naiver Schuljunge gegen Diekmeier und Co. Seine Schnelligkeit hilft wenig, wenn er zu lange braucht, um Situationen zu erkennen.

Knoll: War offenbar immer noch verunsichert und leistete sich ungewöhnliche Ballverluste. Bekam von den Sandhausen-Fans Beifall für seinen Torschuss-Versuch über das Dach der Tribüne. Seinen Standards ist die Gefährlichkeit abhandengekommen.

Dudziak (bis 52.): Brachte sein Team mit zwei haarsträubenden Fehlpässen weit in der eigenen Hälfte innerhalb von nur fünf Minuten in arge Nöte. Vor dem vierten Gegentor gab er dem Torschützen Förster freundlichen Geleitschutz, ehe er mit der Auswechslung erlöst wurde – mindestens sieben Minuten zu spät.

Flum (ab 52.): Als er ins Spiel kam, war es schon verloren. Brachte wenigstens ein bisschen Spielkultur auf den Rasen.

Lankford (bis 84.): Extrem undankbar für den 20-Jährigen, sein Debüt in einem so desolaten Team geben zu müssen. Er zeigte wenigstens einige positive Ansätze.

Miyaichi (ab 84.): Konnte nichts mehr ausrichten.

Buchtmann: Unglücklich und ohne Durchschlagskraft in seinen Aktionen. Handelte sich mit einem reichlich plumpen Foul Gelb ein.

Möller Daehli: Ein bisschen Robustheit reichte den Gegenspielern schon, um ihn leicht vom Ball zu trennen. Besonders fatal war das nach der eigenen Ecke, die zum zweiten Gegentor führte.

Meier (bis 52.): Der Stürmer war diesmal überhaupt kein Faktor, was auch an den praktisch nicht vorhandenen Zuspielen und Flanken seiner Kollegen lag.

Diamantakos: (ab 52.): Erarbeitete sich eine der ganz wenigen echten Torchancen seines Teams und scheiterte im direkten Duell an Torwart Schuhen.