2. Bundesliga

Aue-Fluch hält an – St. Pauli verliert den Anschluss

Das tut weh: St. Paulis Heimniederlage gegen Aue verursacht bei Christopher Buchtmann Schmerzen.

Das tut weh: St. Paulis Heimniederlage gegen Aue verursacht bei Christopher Buchtmann Schmerzen.

Foto: Tay Duc Lam / WITTERS

Buchtmann bringt den Kiezclub in Führung, Hochscheidt sorgt für die Wende. Trainer Kauczinski sieht Fehlentwicklung.

Hamburg. Der FC St. Pauli hat im Kampf um den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga eine weiteren Rückschlag erlitten. Eine Woche nach dem 1:4 beim 1. FC Köln kassierten die Kiezkicker am Sonnabend daheim eine 1:2 (1:1)-Niederlage gegen Erzgebirge Aue und fielen auf den sechsten Tabellenrang zurück. Zudem hielt St. Paulis schwarze Serie an: Letztmals gab es vor mehr als zehn Jahren einen Heimsieg gegen Aue.

"Diese Niederlage tut weh, vor allem hier zu Hause tut es mir für die Fans leid", sagte St. Paulis Trainer Markus Kauczinski und machte bei seiner Mannschaft Rückschritte aus: "Wir sind nicht da, wo wir im Dezember schon waren. Wir sind nicht mehr so griffig. Heute hatten wir zu viele Ballverluste und waren zu ungeduldig. Das müssen wir schnell rausbekommen."

Buchtmann steht goldrichtig

Christopher Buchtmann (11. Minute) erzielte vor 29.546 Zuschauern im ausverkauften Millerntor-Stadion das einzige Tor für das Team von Trainer Markus Kauczinski, das die dritte Heimniederlage der Saison hinnehmen musste. Der überragende Jan Hochscheidt (30./49.) traf zweimal für die Auer, die ihren ersten Sieg in diesem Jahr feierten.

Mit dem frühen Führungstor erwischten die Hamburger, bei denen Robin Himmelmann nach auskurierter Muskelverletzung wieder im Tor stand, einen Auftakt nach Maß. Mats Möller Daehli konnte sich auf der rechten Seite gegen drei Auer behaupten und legte anschließend auf Sami Allagui ab, der den Ball auf die linke Seite bugsierte. Buchtmann stand im Strafraum völlig allein und hatte keine Mühe, mit einem Schuss ins kurze Eck zum 1:0 für die Gastgeber einzuschieben.

Hochscheidt sorgt für die Wende

Der unverhoffte Ausgleich brachte die bis dahin klar dominierenden Hausherren sichtlich aus dem Konzept. Einer der nun häufiger werdenden Auer Angriffe führte schließlich zum Ausgleich. Iyoha konnte sich auf der rechten Seite durchsetzen und ins Zentrum flanken, wo Hochscheidt zweimal unbedrängt zum Kopfball hochstieg. Der erste Versuch klatschte noch an die Latte, beim zweiten Anlauf hatte Hochscheidt mehr Glück. Der Ball schlug unhaltbar für Himmelmann hinter der Linie ein.

Der Ausgleich beflügelte die Auer, die plötzlich immer mutiger wurden. Pascal Testroet scheiterte in der 40. Minute mit einem Schuss an Himmelmann. Auch nach dem Seitenwechsel suchte das Meyer-Team sofort den Weg in Richtung Tor und belohnte sich für die Entschlossenheit. Hochscheidt schloss nach einem Doppelpass mit Iyoah per sehenswertem Volleyschuss zur 2:1-Führung ab.

Meier verpasst das Happy End

St. Pauli war anschließend um den Ausgleich bemüht, doch die Schüsse von Buchtmann (52.) und Waldemar Sobota (70.) fanden nicht den Weg ins Ziel. Die beste Möglichkeit zum 2:2 vergab Alexander Meier, der aus fünf Metern zum Abschluss kam, Malcolm Cacutalua konnte die Situation aber klären (79.). Beim 3:2-Sieg gegen Union Berlin im letzten Heimspiel war Meier noch der umjubelte Siegtorschütze gewesen.

Auf der anderen Seite köpfte Testroet den Ball an die Latte und vergab damit die Vorentscheidung (87.). Die Sachsen brachten den Vorsprung mit Glück und Geschick über die Zeit.

"Wir hatten erst in der Schlussphase die Wucht und die Präsenz, die man in so einem Spiel braucht", gestand St.-Pauli-Trainer Kauczinski: "Durch die Chancen am Ende wäre ein Punkt vielleicht verdient gewesen, mehr aber auch nicht."