Trainingsauftakt

Einigung erzielt: Sobiech wechselt vom HSV zum FC St. Pauli

Der Trainingsauftakt gab bereits Aufschluss über erste Personalentscheidungen. Sobiech kommt, Nöthe soll den Verein verlassen.

Hamburg. Die erste frohe Kunde gab es für die Fans des FC St. Pauli gleich zu Beginn des Trainingsauftaktes am Millerntor: Lasse Sobiech war einer der 23 Spieler, die am Montagvormittag den Trainingsplatz betraten. Der Innenverteidiger wird auch in der Saison 2015/16 das Trikot des Zweitligisten tragen.

Sobiech löst seinen bis Juni 2016 laufenden Vertrag mit dem HSV auf, sodass er möglicherweise sogar ablösefrei zum Lokalrivalen wechseln kann. "Wir sind uns mit Lasse und dem HSV mündlich einig. Der Vertrag ist aber noch nicht unterschrieben", bestätigte Sportdirektor Thomas Meggle im Anschluss an die erste Trainingseinheit der neuen Saison.

In der abgelaufenen Spielzeit war der 24-Jährige vom HSV an den Kiezclub ausgeliehen und entwickelte sich dort auf Anhieb zum Leistungsträger. Der kopfballstarke Innenverteidger trat sogar viermal als Torschütze in Erscheinung und bescherte dem FC St. Pauli so wichtige Punkte für den Klassenerhalt.

Wochenlang kämpften die Verantwortlichen um den Verbleib des baumlangen Defensiv-Spielers (1,96 Meter). Sportdirektor Meggle startete sogar eine – nicht ganz ernst gemeinte – Social-Media-Kampgane unter dem Hashtag #Lassehalten. Und postete ein Bild von sich und einem Pappschild bei Facebook, aus dem hervorgeht, dass Sobiech bei 1 Millionen Likes beim FC bleibt.

Nöthe soll gehen, Sobota und Halstenberg bleiben

Nicht am Training teilgenommen hat indes Christopher Nöthe. Der Angreifer spielt in den Kaderplanungen des Clubs keine Rolle mehr und kann sich einen neuen Verein suchen. "Chris Nöthe soll den Verein verlassen", stellte Meggle klar. Man habe sich mündlich mit dem Spieler auf eine Vertragauflösung geeinigt.

Wechsel-Spekulationen gibt es auch um Waldemar Sobota und Marcel Halstenberg. Der Club will beide Spieler gern halten, jedoch sei laut Meggle kein Spieler unverkäuflich. Eine Verpflichtung von Sobota, der "ordentlich Tempo mitbringt und dribbelstark ist" (Lienen) ist nicht unwahrscheinlich. Bezüglich Halstenberg gab es ein kurzes Telefonat mit Verantwortlichen von Bundesligist Hannover 96. Meggle: "Über Zahlen wurde nicht gesprochen." Trainer Ewald Lienen stelle klar, dass der 23-Jährige "ein super-wichtiger Spieler in unserem Abwehrverbund" ist. "Daher ist es doch klar, dass wir ihn halten wollen." Aber: "Wenn ein Verein solch einen Spieler von uns haben will, muss er entsprechend in die Tasche greifen."

Neuzugang Ryo bei den Fans gefragt

Seinen ersten Arbeitstag am Millerntor hatte der Japaner Ryo Miaichi, der bei den anwesenden Fans ein beliebter Foto-Partner war. „Wenn du vorne durchschlagskräftig sein willst, brauchst du schnelle Spieler, die den Unterschied ausmachen können. Ryo bringt das Tempo mit“, lobte Trainer Ewald Lienen nach der ersten Einheit der neuen Saison den japanischen Flügelflitzer, der vom FC Arsenal kommt.

Dem Coach bleibt nur eine fünfwöchige Vorbereitungszeit bis zum Punktspielstart (24. bis 27. Juli). „Zu kurz“, klagte Lienen, dessen Profis zehn Vorbereitungsspiele absolvieren. Vier davon bestreiten Kapitän Sören Gonther & Co. im Rahmen ihres Allgäu-Trainingslagers in Oberstaufen. Am 18. Juli steigt das offizielle Saison-Eröffnungsmatch am Millerntor gegen den spanischen Erstligisten Rayo Vallecano.

Punktspiel-Premiere in der nach insgesamt acht Jahren komplett umgebauten und auf rund 30 000 Plätze erweiterten Arena ist voraussichtlich am zweiten Spieltag Anfang August. Denn der FC St. Pauli hat bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) beantragt, die Saison mit einem Auswärtsspiel zu beginnen, um eine Woche mehr Zeit für letzte Arbeiten an der Arena zu haben. Wer der Heim-Auftaktgegner sein wird, steht nach Bekanntgabe des Spielplans am Freitag fest.

(feg)