2. Bundesliga

St. Pauli erstmals Dritter – Vrabec-Zukunft weiter unklar

Der FC St. Pauli gewinnt 2:0 bei 1860 München und klettert erstmals in dieser Saison auf den Relegationsplatz. Nöthe und Bartels stellen die Weichen auf Sieg, der sogar höher ausfallen konnte.

München. Wer hätte das gedacht! Im Stile einer Spitzenmannschaft gewann der FC St. Pauli am Montagabend bei 1860 München durch Tore von Christopher Nöthe und Fin Bartels mit 2:0 und übernimmt damit zum ersten Mal in dieser Saison den Relegationsplatz drei. Mit fünf Auswärtssiegen stellen die Kiezkicker hinter Köln nun das zweitstärkste Auswärtsteam der Zweiten Liga. Unter der Regie von Trainer Roland Vrabec holte die Mannschaft in fünf Spielen zwölf Punkte, weshalb sein langfristiger Vertrag als Cheftrainer nur noch Formsache sein sollte. Sportchef Rachid Azzouzi wollte sich jedoch noch kein endgültiges Bekenntnis entlocken lassen. „Wir haben verabredet, uns nach dem letzten Spiel vor der Winterpause zusammenzusetzen. Das behalten wir bei. Aber ich kenne den Anteil des Trainerteams am derzeitigen Erfolg.“

Vrabec schickte fast die identische Aufstellung wie beim 2:0-Erfolg in Aue aufs Feld. Einzig Michael Gregoritsch musste trotz seines Premierentreffers zurück auf die Bank, für ihn stürmte Nöthe. Die „Löwen“, die zuvor vier Spiele in Serie gewonnen hatten, traten schon zum vierten Mal mit der gleichen Formation an.

Das Rennen um Platz drei begann in der Allianz Arena jedoch reichlich schleppend. Beide Mannschaften taten sich schwer, das Spiel zu kontrollieren, und setzten vorwiegend auf schnelles Umschalten nach Ballgewinnen. St. Pauli hatte mit einem Freistoß aus 20 Metern, den Christopher Buchtmann aus zentraler Position in die Mauer schoss, die erste Chance. Doch Schiedsrichter Bastian Dankert übersah dabei ein Handspiel des Münchners Yannick Stark, der den Ball mit beiden Händen abwehrte. Mehr Ballbesitz und eine bessere Zweikampfführung verhalfen den enttäuschenden Hausherren nur selten zu Strafraumszenen.

+++DIE HÖHEPUNKTE DER PARTIE ZUM NACHLESEN+++

St. Pauli kam vor allem über die agilen Marc Rzatkowski und Buchtmann zu guten Szenen, machte aber viele Angriffe durch Fehlpässe zunichte. Nach schönem Querpass Rzatkowskis zwang Nöthe den Torhüter in der 25. Minute zu einer ersten Parade. Vrabecs Elf brachte den Ball dann erstmals nach 39 Minuten im Tor unter, doch weil Kringe nach Buchtmanns Zuspiel im Abseits stand, zählte der anschließende Treffer von Bartels nicht. Nur vier Minuten später funktionierte das Umschaltspiel der Hamburger jedoch perfekt: Nöthe hatte den Ball im Mittelfeld erkämpft, über einen Pass von Kringe landete dieser wieder einmal bei Rzatkowski, der toll zu Nöthe durchsteckte. Der Stürmer legte den Ball im Strafraum clever an Kiraly vorbei zur 1:0-Pausenführung – seinem dritten Saisontreffer. „Das hat Spaß gemacht“, freute sich der Torschütze. Auch sein Coach war voll des Lobes: „Ein super Laufweg, auch der Abschluss war nicht leicht“, sagte Vrabec, der seine Jungs in der Kabine trotz der Führung aufforderte, nicht passiv zu werden.

Nach dem Seitenwechsel blieb das Bild der beiden Teams jedoch nahezu unverändert. Die ideenlosen Münchner hatten mehr Ballbesitz, St. Pauli die Chancen. In der 53. Minute tankte sich Bartels unermüdlich gegen Schindler durch, spitzelte den Ball im Strafraum zu Rzatkowski, der aus fünf Metern unter Bedrängnis an Kiraly scheiterte. Noch gefährlicher wurde es, als der eingewechselte Ex-Münchner Sebastian Maier aus 18 Metern per Freistoß nur am Pfosten scheiterte. Neun Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit stellte Bartels die Weichen endgültig auf Sieg. Wieder einmal war es ein Konter, den der quirlige Aktivposten nach einem Zauberpass von Buchtmann über 50 Meter mit einem strammen Schuss ins lange Eck abschloss. Maier hätte das Ergebnis sogar noch ausbauen können, scheiterte aber an Kiraly (89.).

Aber ist der FC St. Pauli schon aufstiegsreif? „Wir brauchen unbedingt noch drei Punkte am Freitag gegen Karlsruhe, danach gucken wir mal“, frohlockte Bartels nach der Partie. Für Azzouzi ist der dritte Platz hingegen nur Beiwerk. „Viel entscheidender ist, wie wir derzeit spielen, und das tun wir mutig und gut.“