FC St. Pauli

Schachten rennt wieder – und schießt sogar Tore

Außenverteidiger Sebastian Schachten fiel monatelang wegen einer hartnäckige Muskelverletzungen im Oberschenkel aus. Nun ist er zurück und scheint stärker als je zuvor.

Hamburg. Wenn sich ein Sportler darüber freut, am Tag nach einem Wettkampf noch so richtig kaputt zu sein, dann muss schon etwas Besonderes geschehen sein. Wie bei Sebastian Schachten. Monatelang war der Außenverteidiger des FC St. Pauli wegen einer hartnäckigen Muskelverletzung im Oberschenkel ausgefallen und hatte die sportliche Achterbahnfahrt seiner Mannschaft in den ersten zwölf Zweitliga-Spielen nur von der Tribüne oder – bei Auswärtsspielen – vor dem heimischen Fernseher verfolgen können.

Doch jetzt kam er erfolgreicher zurück, als er das selbst erwartet hatte. Nach einem Kurzeinsatz beim 1:4 in Kaiserslautern stand „Schachter“ am Montagabend in der Startelf im Heimspiel gegen Energie Cottbus. Er hatte Bernd Nehrig von der Position des rechten Außenverteidigers verdrängt. Plötzlich war da wieder jemand, der an der Seitenlinie unermüdlich rauf- und runterrannte, sich in Zweikämpfe verbiss, Flanken schlug und praktisch jeden Einwurf auf seiner Seite ausführte.

Die Krönung aber war, dass Schachten in der 70. Minute einen Konterangriff nach einem schönen Zuspiel von Marc Rzatkowski mit einem Rechtsschuss zum vorentscheidenden 2:0 abschloss. Trainer Roland Vrabec ließ Schachten dann auch die vollen 90 Minuten plus Nachspielzeit auf dem Platz. „Da wir in der Halbzeitpause schon ,Schnecke‘ Kalla wegen einer Verletzung ersetzen mussten, kam für mich ein vorzeitiger Wechsel kaum noch infrage“, sagt Schachten. Umso mehr spürte er danach, wie sehr ihn der erste Einsatz über die volle Spielzeit seit Monaten geschlaucht hatte. „Die Belastung eines Spiels lässt sich im Training einfach nicht simulieren“, sagt er.

Dieses Gefühl dürfte er künftig häufiger haben. Der 29-Jährige hat sich mit seinem Auftritt gegen Cottbus nachhaltig empfohlen. Hinzu kommt, dass Roland Vrabec als neuer Cheftrainer Bernd Nehrig eher als Mittelfeldspieler denn als rechter Außenverteidiger sieht. „Bernd kann in der Mittelfeldraute auf der Halb-Position aber auch als alleiniger Sechser spielen“, sagte Vrabec jetzt. Unter seinem Vorgänger Michael Frontzeck war Nehrig noch auf der rechten Abwehrseite erste Wahl.

„Ich kann auf beiden Seiten spielen“, sagt Schachten. „Mir ist es egal, wo ich eingesetzt werde.“ Unter Frontzeck war er in der vergangenen Saison noch als linker Verteidiger gesetzt.

Im Testspiel gegen Hannover 96 erreichte der FC St. Pauli in Celle ein 2:2 (2:1). Die Tore erzielten Thy (21.) und Thorandt (38.) für St. Pauli sowie Prib (45.) und Sulejmani (66.) für Hannover.