FC St. Pauli

Vrabec mit gelungenem Einstand – Frontzeck bleibt braun-weiß

Beim Debüt des neuen Trainers Roland Vrabec besiegen die Zweitliga-Fußballer des FC St. Pauli Tabellenschlusslicht Energie Cottbus mit 3:0

Hamburg. Einen schöneren Einstand als Cheftrainer auf Bewährung hätte sich Roland Vrabec nicht wünschen können. Das 3:0 (1:0) des FC St.Pauli gegen den FC Energie Cottbus begeisterte vor allem in der zweiten Halbzeit die zuletzt nicht sonderlich verwöhnten Zuschauer im Millerntor-Stadion. „Es war ein überwältigendes Erlebnis, ein großartiger Einstand. Ich bin froh, dass sich die Jungs endlich mal belohnt haben“, sagte Vrabec. Während die Hamburger nun wieder in Richtung der Aufstiegsränge schauen dürfen, sieht Stephan Schmidt in Cottbus ganz schweren Tagen entgegen. Der neue Coach des Tabellenletzten, der den beurlaubten Rudi Bommer ersetzt hatte, sah eine erschreckende Vorstellung seiner Mannschaft.

Bei seiner Premiere als Cheftrainer setzte Vrabec nicht ganz überraschend auf Sebastian Schachten als rechten Verteidiger, obwohl dieser aufgrund einer hartnäckigen Muskelverletzung im Oberschenkel in dieser Saison noch kein Spiel von Beginn an bestritten hatte. Er ersetzte den zuletzt nicht überzeugenden Bernd Nehrig. Nicht unbedingt erwartet worden war hingegen der Startelf-Einsatz von Mittelfeldspieler Florian Kringe. Der Routinier durfte sich als Ideengeber im zentralen offensiven Mittelfeld versuchen. Die übrigen neun Starter hatten zuletzt auch beim 1:4 in Kaiserslautern von Beginn an gespielt. Insofern hielt sich Vrabec an seine allgemeine Ankündigung, im Vergleich zum beurlaubten Michael Frontzeck „nur Nuancen“ zu verändern.

Kringe war es denn auch, der in der siebten Spielminute die erste auffällige Szene hatte. Nach einem Zuspiel von Jan-Philipp Kalla tauchte er zentral vor dem Cottbuser Tor auf, schoss aber aus rund sechs Metern genau Schlussmann Robert Almer an. Nach einem zerfahrenen Beginn hätte Kringe hier für die beruhigende Führung sorgen müssen. So aber quälten sich beide Teams mehr, als dass sie fußballerische Akzente setzen konnten. „Die erste große Torchance muss ich nutzen, dann kann ich schon früher für Ruhe sorgen. Aber insgesamt haben wir gut gespielt, haben hinten wenig zugelassen und nach vorn immer den Ball gefordert“, sagte Kringe.

Im Laufe der Zeit wurde Energie mutiger, was für die St. Paulianer aber Platz für Konter bot. Nach Zuspiel von Fin Bartels schoss Christopher Nöthe (29.) den Ball noch weit über das Tor. Umgekehrt funktionierte das Zusammenspiel sechs Minuten später besser. Nöthe enteilte über die linke Seite und legte quer auf Bartels. Mit einem gezielten Flachschuss ins lange Ecke erzielte dieser das ersehnte 1:0. Bartels lebte danach förmlich auf und setzte sich mit sehenswerten Aktionen in Szene.

In der Halbzeitpause musste Vrabec den nach risikoreichem Einsteigen am Fuß verletzten Kalla auswechseln. Für ihn rückte Nehrig auf die Position im defensiven Mittelfeld. Die Kapitänsbinde übernahm Kringe vom zuvor sehr aktiven und dynamischen Kalla. Auf der Haupttribüne wurde derweil ein Plakat entrollt, das dem beurlaubten Trainer gewidmet war. „Frontzeck bleibt braun-weiß“, stand darauf zu lesen.

Für gleich drei Schrecksekunden war nach Wiederbeginn der frühere HSV-Stürmer Boubacar Sanogo verantwortlich. Erst traf er bei einem Schussversuch St.Paulis Innenverteidiger Markus Thorandt am Kopf, was sich aber als nicht folgenschwer erwies. Gefährlicher waren da schon Sanogos Kopfbälle an den rechten Pfosten und in Richtung langes Toreck. Dort aber rettete Marc Rzatkowski per Kopf und bewahrte seine Farben vor dem drohenden Ausgleich. Und es kam noch besser für St. Pauli. Rzatkowski bediente bei einem Konter den aufgerückten Sebastian Schachten. Flach schoss dieser per Direktabnahme den Ball zum 2:0 (70.) ins Netz. Vier Minuten später war die Partie entschieden. Rzatkowski fand mit seinem Freistoß den Kopf von Thorandt, der zum 3:0 einköpfte. Der Vorlagengeber fand dann auch die passenden Schlussworte: „Es war eine kuriose Woche für uns. Ich bin froh, dass wir heute so deutlich gewonnen haben.“

Statistik zum Spiel:

St. Pauli: Tschauner – Schachten, Thorandt, Gonther, Halstenberg – Buchtmann (85. Mohr) – Rzatkowski, Kalla (46. Nehrig) – Kringe (68. Thy) – Bartels, Nöthe. – Trainer: Vrabec

Cottbus: Almer – Schulze, Banovic, Buljat, Bittroff – Kruska (73. Jendrisek), Rivic – Stiepermann, Fomitschow (73. Bickel) – Takyi, Sanogo. – Trainer: Schmidt

Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)

Tore: 1:0 Bartels (35.), 2:0 Schachten (70.), 3:0 Thorandt (73.)

Zuschauer: 27.441

Gelbe Karten: Buchtmann (7) – Stiepermann (3), Banovic (3), Schulze (2)