FC St. Pauli

Test gegen Besiktas wird zum Wiedersehen am Millerntor

Bei der Generalprobe des FC St. Pauli gegen den Spitzenclub Besiktas Istanbul sind neben Ex-Kiezkicker Sosmanoglu und dem früheren HSV-Spieler Töre noch weitere alte Bekannte zu bewundern.

Hamburg. „Ich kann jedem Fan nur raten zu kommen“, hatte Michael Frontzeck mit Blick auf die Saisoneröffnung an diesem Freitag am Millerntor mit einem Grinsen verlauten lassen. Der Grund liegt für den Trainer des FC St. Pauli nicht unbedingt im bunten Rahmenprogramm mit Konzerten, einem Fahnen-Malstand, Trikotversteigerungen und einer Autogrammstunde. Vielmehr soll seine Mannschaft gegen Besiktas Istanbul (18.30 Uhr) eine echte Standortbestimmung erhalten. Zur Generalprobe eine Woche vor dem Zweitligastart gegen 1860 München (19. Juli, 20.30 Uhr) haben sich die Hamburger mit dem 13-fachen türkischen Meister ein echtes Fußball-Schwergewicht eingeladen. „Es ist ein hochwertiger Gegner, da will sich die Mannschaft natürlich gut präsentieren. Wir wollen ein Stück weit gegen die Müdigkeit ankämpfen“, erklärte Coach Frontzeck nach dem schweißtreibenden Trainingslager in Österreich.

Mit Besiktas, das wegen Verstrickungen einzelner Vereinsverantwortlicher in einen Manipulationsskandal vom Europapokal ausgeschlossen wurde, reisen auch zwei frühere Hamburger an. Denn erst vor wenigen Tagen unterschrieb der Ex-St.-Paulianer Ömer Sismanoglu, 23, einen Vierjahresvertrag am Bosporus. Der gebürtige Hamburger spielte von 2007 bis 2009 mit Fabian Boll, Jan-Philipp Kalla und Benedikt Pliquett elfmal in der Zweiten Liga, landete über Kayserispor und Antalyaspor nun bei Besiktas. „Ich freue mich schon tierisch auf das Spiel. Meine Freunde und meine Familie werden da sein“, sagte Sismanoglu, der St. Pauli immer noch als seinen „Lieblingsverein“ bezeichnet, auf der Clubhomepage.

Neben Sismanoglu wechselte in diesem Sommer auch Ex-HSV-Profi Gökhan Töre zu den Schwarz-Weißen. Im vergangenen Sommer verließ der Mittelfeldspieler für sechs Millionen Euro die Hamburger zu Rubin Kasan. Die Hälfte des Erlöses kassierte sein Ex-Club FC Chelsea, wovon weitere zwei Millionen Euro an Töres Ausbildungsverein Bayer Leverkusen flossen. Der hoch talentierte Töre, der schon beim HSV als Problemspieler galt, kam jedoch in Russland bei Kasan nicht zurecht (nur sieben Pflichtspiele) und wurde zu Besiktas verliehen. Für 7,5 Millionen Euro besitzen die Türken eine Kaufoption für den 21-Jährigen, der dort 900.000 Euro netto verdient. Auf ein Wiedersehen freut sich auch HSV-Coach Thorsten Fink, der seit gemeinsamen Karlsruher Zeiten eng mit Besiktas-Trainer Slaven Bilic befreundet ist. Mit Hugo Almeida (Bremen) steht ein weiterer alter Bekannter aus der Bundesliga im Kader der Türken.

Nach acht Testspielen gegen größtenteils unterklassige Gegner, von denen St. Pauli sieben gewann (dazu gab es ein 0:0 beim FC Pasching), steht für Frontzeck trotz des attraktiven Gegners nicht das Ergebnis im Vordergrund. Die 11.500 Zuschauer, die sich im Vorverkauf mit Karten eingedeckt haben, werden „nicht unbedingt die Mannschaft auf dem Feld sehen, die gegen 1860 beginnt“, sagte der 49-Jährige. Die Partie mit internationalem Flair sei ein weiterer Schritt Richtung Saisonstart. Die nötige Spritzigkeit werde sein Team jedoch erst eine Woche später erreichen. Verzichten muss Frontzeck auf Kevin Schindler, Florian Mohr, Dennis Daube (alle verletzt) sowie den erkrankten Jan-Philipp Kalla.

FC St. Pauli: Tschauner – Schachten, Thorandt, Gonther, Halstenberg – Boll, Buchtmann – Bartels, Rzatkowski – Thy, Nöthe