Transfer

St. Paulis Sturmhoffnung Verhoek unterschreibt bis 2016

Der niederländische Stürmer von Stade Rennes ist bereits an diesem Mittwoch beim Trainingsauftakt des Kiezclubs dabei und kommt für eine geschätzte Ablösesumme von 350.000 Euro.

Hamburg. Am Abend durfte John Verhoek mit seiner Familie feiern. Der Wechsel des 24 Jahre alten Stürmers von Stade Rennes zum FC St. Pauli ist perfekt. Der Niederländer unterschrieb am Millerntor einen Vertrag bis 2016. Es war der Abschluss eines ereignisreichen Tages.

Um Punkt 11.36 Uhr am Vormittag war die ockerfarbene VW-Limousine mit niederländischem Kennzeichen am Millerntor vorgefahren. Wenige Augenblicke später stieg John Verhoek gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin gut gelaunt aus, ließ seinen Blick über die Südtribüne des Stadions schweifen und schlenderte entspannt Richtung Geschäftsstelle des FC St. Pauli. Dort warteten Sportdirektor Rachid Azzouzi und Trainer Michael Frontzeck auf den potenziellen Neuzugang. "Ich hoffe, dass es mit St. Pauli klappt, aber wir müssen mal schauen. Ich treffe jetzt erst einmal den Trainer", sagte Verhoek dem Abendblatt, und verschwand in den Katakomben.

151 Minuten später, um 14.07 Uhr, sah es so aus, als wäre das Gespräch mit Frontzeck sehr gut gelaufen. Bestens gelaunt ließ sich der Torjäger, der in der vergangenen Saison von Stade Rennes an den FSV Frankfurt ausgeliehen war, vor einem großen St.-Pauli-Logo im Erdgeschoss der Südtribüne fotografieren. Neben seiner Lebensgefährtin waren auch die Eltern und Schwiegereltern mit nach Hamburg gereist.

Schnell einigte sich Sportdirektor Azzouzi mit Stade Rennes, wo Verhoek noch einen Vertrag bis 2015 hatte, auf einen Wechsel. "Es sind nur noch Formalitäten zu klären. Aber wir sind sehr froh, dass sich John für uns entschieden hat. Er wird einen Dreijahresvertrag unterschreiben", sagte Azzouzi.

Nach Abendblatt-Informationen beläuft sich die Ablösesumme auf rund 350.000 Euro. Eine schnelle Einigung war auch deshalb möglich, weil der 24-Jährige selbst Druck auf die französischen Verantwortlichen ausgeübt hat. Er wolle nur zu St. Pauli wechseln, ließ er verlauten. Ein Wunsch, der nun in Erfüllung ging. "Ich hatte einige andere Optionen, aber ich habe bei St. Pauli von Beginn an und erst recht nach den Gesprächen mit Azzouzi und Frontzeck ein gutes Gefühl. Ich habe hier mit dem FSV Frankfurt gespielt und habe meiner Frau anschließend gesagt, dass ich hier unbedingt spielen möchte", sagte Verhoek. Den obligatorischen Medizincheck hatte Verhoek bereits am Dienstagmorgen erfolgreich bestanden. Somit wird der Niederländer an diesem Mittwoch um 10 Uhr beim Trainingsauftakt an der Kollaustraße dabei sein.

Und das mit großer Vorfreude: Im Vorfeld hatte sich der Offensivspieler, der als bodenständiger Familienmensch gilt, über das Internet Informationen über seinen neuen Club besorgt. Er war derart begeistert, dass er Angebote vom 1. FC Kaiserslautern und dem 1. FC Köln ausschlug. Wie groß die Lust auf Hamburg ist, zeigt, dass er sich noch vor der Vertragsunterschrift mit Fanartikeln wie Babyschuhen für seinen Sohn eindeckte. Diese Identifikation mit dem Club beeindruckte die St.-Pauli-Verantwortlichen, die sich auch sportlich so einiges von dem Torjäger erhoffen. "John ist ein Charakterspieler, jemand, der sehr kopfballstark ist, Bälle festmachen kann. So ein Spieler fehlte uns noch", sagte Azzouzi.