DFB-Pokal

33 Grad in Offenburg: St. Pauli vor nächstem heißen Pokalkampf

In den letzten Jahren hielt der DFB-Pokal manchen Stolperstein für die Kiezkicker bereit. In diesem Jahr droht eine südbadische Hitzeschlacht.

Hamburg. Die jüngere Pokalhistorie des FC St. Pauli könnte schlechter kaum sein. 1:2 verlor man 2011 zum Auftakt bei Regionalligist Eintracht Trier, im Jahr zuvor war ebenfalls in der ersten Runde Schluss: 0:1 beim Viertligisten in Chemnitz. 2009 mussten immerhin 120 Minuten gespielt werden, um sich beim Abstiegskandidaten der Oberliga Baden-Württemberg, dem FC Villingen, durchzusetzen und zumindest mal die zweite Runde zu erreichen, nachdem es 2008 das Erstrundenaus beim damaligen Drittligaklub Erzgebirge Aue gegeben hatte. 2007 hatte man sich bei der U23 von Werder Bremen blamiert. Fünf Jahre Pleiten, Pech und Pannen. Am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky und Liveticker auf abendblatt.de) startet St. Pauli den nächsten Versuch - beim südbadischen Pokalsieger, dem Oberligisten Offenburger FV.

Dass es für die Hamburger erneut ein ganz heißer Pokalnachmittag wird, steht bereits jetzt fest. Für den Spieltag sind 33 Grad Celsius vorausgesagt. Der Name des Karl-Heitz-Stadions dürfte Programm sein: auf dem Platz werden Temperaturen nahe der 40-Grad-Marke erwartet. Nicht die besten Voraussetzungen, um gegen einen noch defensiver als in der Liga zuletzt Aue und Ingolstadt ausgerichteten Gegner das Spiel zu diktieren. Bereits in den Vorjahren hatten sich die Hamburger gegen die engmaschigen Verteidigungsreihen der Chemnitzer und Trierer kaum Torchancen herausarbeiten können. "Wir sollten zusehen, dass wir diesen Gegner nicht unterschätzen", warnt Trainer André Schubert und geht mit gutem Beispiel voran. Co-Trainer Thomas Meggle beobachtete am Wochenende den 2:1-Sieg der Offenburger gegen den SGV Freiberg.

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Die Negativserie soll ein Ende haben, wenngleich die Spieler sich mit der einseitigen Statistik nicht auseinandersetzen wollen. "Wir sollten jetzt nicht zu sehr diese Pokalserie bemühen, müssen die Negativerlebnisse aus den Köpfen kriegen", sagt Mannschaftskapitän Fabian Boll, der die Pleiten am liebsten komplett ausblenden würde: "Ich werde in dieser Woche besser keine Zeitung lesen." Und so wird er wohl auch nicht erfahren, dass dem FC St. Pauli der letzte souveräne Favoritensieg vor 22 Jahren gelang, als Ivo Knoflicek per Doppelpack, Jürgen Gronau und André Golke am 4. August 1990 einen standesgemäßen 4:1-Erfolg beim FC Kilia Kiel herausschossen - selbstverständlich nach einem 0:1-Rückstand.