FC St. Pauli

Asamoah schlägt Alarm: "Wir müssen endlich aufwachen"

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Der Ex-Nationalspieler kritisiert die zu schnelle Zufriedenheit beim FC St. Pauli und fordert mehr Galligkeit in seiner Mannschaft

Hamburg. In den Duden hat es das Wort "Galligkeit" noch nicht geschafft. Dennoch nutzen es Sportler und Funktionäre gern, beschreiben damit ultimativen Einsatz, Siegeswillen um jeden Preis - vor allem dann, wenn er gerade zu fehlen scheint. St. Paulis Gerald Asamoah kommt beim Gedanken an die drei Niederlagen in Serie, die der Kiezklub zuletzt kassierte, sprichwörtlich die Galle hoch. Doch nicht nur das. Der 32-Jährige prangert nun auch in überraschender Deutlichkeit an, dass seiner Mannschaft die erwähnte "Galligkeit" in einigen Partien gefehlt habe. "Wir haben in den ersten Saisonspielen sehr gut gespielt", erklärt Asamoah, "vielleicht haben gewisse Spieler danach gedacht, dass das hier alles ganz einfach geht."

Namen nennt der ehemalige Nationalspieler nicht, erwähnt nur noch einmal seine eigene Mitschuld an der 1:3-Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt, zu deren Zustandekommen er mit einer Gelb-Roten Karte maßgeblich beigetragen hatte. Das 0:3 gegen seinen früheren Klub Schalke 04 am vergangenen Freitag hatte der Offensivakteur daher nur als Zuschauer verfolgen können. Eine geeignete Perspektive, um Schwachpunkte im Spiel der Kollegen feststellen zu können. "Wir müssen über den Kampf und die Laufbereitschaft kommen", meint der gebürtige Ghanaer. "Wenn es dann läuft, kannst du auch wieder Hacke, Spitze spielen."

Asamoah selbst hatte zu Beginn der Saison eine Verletzung zurückgeworfen, anschließend sorgte er als Joker für Furore. Seit dem achten Spieltag setzt Trainer Holger Stanislawski von Beginn an auf den Routinier, mit wechselndem Erfolg. "Jeder muss sich hinterfragen", meint Asamoah. "Viele laufen hier herum und denken: ,Wir schaffen das schon'. Das ist schon der erste Fehler. Wir müssen aufwachen."

Interimskapitän Marius Ebbers versucht derweil, die Ruhe zu bewahren: "Wir dürfen jetzt auch nicht durchdrehen und alles schlecht reden", so der Torjäger, an dem das Schalke-Spiel weitgehend vorbeigelaufen war. "Wir haben in den letzten Spielen zu viel zugelassen", so Ebbers, "müssen kompakt stehen und es dem Gegner erschweren, zu Chancen zu kommen." Er selbst werfe sich vor, gegen Schalke nicht genug getan zu haben. Hört sich verdächtig nach fehlender "Galligkeit" an.