Kessler fällt aus, Hain nicht nur deshalb die Nummer eins im Tor

Hamburg. Es war die spannendste Personalfrage beim FC St. Pauli vor dem Pflichtspielstart: Wer wird in der ersten DFB-Pokalrunde am Sonnabend beim Chemnitzer FC und zum Bundesligaauftakt eine Woche darauf beim SC Freiburg zwischen den Pfosten stehen? Routinier Mathias Hain, Neuzugang Thomas Kessler oder sogar Benedikt Pliquett? Auch wenn Trainer Holger Stanislawski offiziell noch keinen Torhüter zur Nummer eins gemacht hat, ist die Entscheidung nun gefallen.

Am Rande der Partie bei Arminia Hannover gab der Kiezklub bekannt, dass sich Kessler im Training einen Muskelfaserriss zugezogen habe. Der vom 1. FC Köln ausgeliehene 24-Jährige fällt damit für die Spiele gegen Chemnitz und Freiburg aus. "Der Zeitpunkt für eine solche Verletzung ist natürlich ungünstig", meinte Trainer Stanislawski. Allerdings hätte Kessler auch ohne die Verletzung wohl den Kürzeren gezogen, nicht nur die Erfahrung spricht klar für den 37 Jahre alten Hain. Pliquett, 25, ging ohnehin nur mit Außenseiterchancen ins Rennen.

Hain steht bei Stanislawski auch als Gesprächspartner hoch im Kurs, beide tauschen sich regelmäßig aus. Auch deshalb sieht der Torhüter keine Eile bei der Verkündung der Entscheidung. "Ich würde mir als Trainer die Option auch nicht nehmen", sagt Hain. "Am Ende verletzt sich in der Trainingswoche noch jemand - und er hat sich vorzeitig festgelegt." Der gebürtige Goslarer, der für Bielefeld 152 Erstligaspiele absolvierte, rechnet damit, dass Stanislawski die Torhüter am Ende der Woche zu einem abschließenden Gespräch bitten wird. Den Formalitäten wäre damit dann auch Genüge getan.