Es fällt auf, dass der Erfolg der Teams im oberen Tabellendrittel zu einem großen Teil nur geliehen ist - ausgenommen der FC St. Pauli.

Hamburg. Die entscheidende Phase im Kampf um den Aufstieg ist eingeläutet. Vier Mannschaften kämpfen um die ersten drei Plätze - mittendrin der FC St. Pauli, der in den nächsten zwei Begegnungen bei Fortuna Düsseldorf (Mo, 20.15 Uhr/DSF und Liveticker auf abendblatt.de) und eine Woche später gegen den FC Augsburg einen großen Schritt Richtung Bundesliga machen kann. Bei allen vier Klubs dürfte die Planung für die nächste Saison auch Überlegungen beinhalten, wie der Kader im Falle des Aufstiegs aussehen könnte. Eine wichtige Rolle spielen dabei Spieler, die nicht fest an die Klubs gebunden sind: die Leihspieler.

Es fällt auf, dass der Erfolg der Mannschaften im oberen Tabellendrittel zu einem großen Teil nur geliehen ist, ausgenommen der FC St. Pauli. Die Hamburger haben mit Bastian Oczipka und Richard Sukuta-Pasu, die in der Winterpause verpflichtet wurden, nur zwei Spieler, die einen laufenden Vertrag bei einem anderen Verein (Bayer Leverkusen) besitzen. Bei den Aufstiegskonkurrenten sieht das anders aus. In den Mannschaften aus Düsseldorf, Augsburg und vor allem beim 1. FC Kaiserslautern sind wichtige Stammspieler, ohne deren Mithilfe die Klubs nicht so weit oben in der Tabelle stehen würden, nur ausgeliehen.

Rodnei, Ivo Ilicevic, Georges Mandjeck und Sidney Sam gehören beim FCK zu den absoluten Leistungsträgern. In der Winterpause kam noch Markus Steinhöfer dazu, Daniel Pavlovic brachte es diese Saison immerhin auf zwölf Einsätze. Über die Hälfte aller Tore des FCK wurde von der Söldnertruppe geschossen oder vorbereitet. Der FC Augsburg hat sich kurzfristig mit Nando Raffael und Yuoseff El Akchaoui verstärkt, Dominik Reinhardt und Jens Hegeler sind Stammkräfte im Abwehrverbund. Und Düsseldorf hat sich mit Martin Harnik, der bereits zwölf Tore für die Fortuna erzielte, und dem im Winter verpflichteten Torsten Oehrl die komplette erste Sturmreihe geliehen. Auch Ersatzstürmer Dimitry Bulykin und der Brasilianer Anderson, einer der besten Innenverteidiger der Liga, gehören nicht der Fortuna. Das Problem, das alle Klubs vereint: Fast alle Leihspieler müssen ihre Vereine zum Saisonende verlassen.

St. Paulis Trainer Holger Stanislawski ist sich des Problems bewusst: "Es ist immer gefährlich, zu viele Leihspieler zu haben. Wenn die zu den absoluten Leistungsträgern gehören, besteht die Gefahr, dass nach einem guten Jahr die komplette Truppe wegbricht."

Trotzdem setzt auch der FC St. Pauli auf Leihgeschäfte. Sportchef Helmut Schulte glaubt, dass der Kiezklub für geliehene Spieler auch langfristig interessant ist: "Wir legen es immer darauf an, Leihspieler möglichst langfristig, also über eine Saison hinaus, zu verpflichten", sagt Schulte. "Zudem besteht die Chance, dass sie über den vereinbarten Zeitraum hinaus bleiben möchten. Im Moment bietet St. Pauli da eine gute Perspektive."

Die Planungen des FC St. Pauli sind auf langfristige Ziele ausgerichtet. Im Aufstiegskampf könnten die Leihspieler allerdings kurzfristig eine entscheidende Rolle spielen.