HSV-News

Das sagt Toni Leistner zu dem neuen DFB-Urteil

Der HSV wird gegen Aue vor einer größeren Kulisse spielen als noch gegen Düsseldorf.

Der HSV wird gegen Aue vor einer größeren Kulisse spielen als noch gegen Düsseldorf.

Foto: Witters

HSV-Profi darf wieder voll trainieren – und gegen Aue spielen. Droht Vagnoman-Ausfall? Gjasulas Onana-Appell. HSV erlaubt 4500 Fans.

Die HSV-News am Donnerstag, den 24. September 2020:

HSV kann Leistner gegen Aue bringen

Der DFB hat die Strafe für Toni Leistner modifiziert. Statt zuvor fünf Pflichtspiele (davon zwei auf Bewährung) muss der HSV-Verteidiger nun je zweimal in der Liga sowie im Pokal aussetzen. Das ergab die Berufungsverhandlung vor dem DFB-Sportgericht in Frankfurt, der Leistner per Video zugeschaltet war. Damit wäre Leistner im übernächsten Zweitligaspiel des HSV gegen Erzgebirge Aue (4. Oktober/siehe auch früherer Eintrag) wieder spielberechtigt.

Ausschlaggebend für die Umwandlung des ursprünglichen Urteils, zu der auch eine Reduzierung der persönlichen Geldstrafe von 8000 auf 6000 Euro zählt, war nach Abendblatt-Informationen der sehr gute Eindruck, den Leistner in der dreistündigen Verhandlung hinterließ. Er habe gezeigt, dass er ein tadelloser Sportsmann sei, hieß es.

DFB-Richter begründet die Umwandlung

"Normalerweise werden Übergriffe von Spielern auf Zuschauer härter bestraft", erklärte der Sportgerichts-Vorsitzende Hans E. Lorenz zur Urteilsfindung. "In diesem Fall griffen aber einige Milderungsgründe, vor allem die Tatsache, dass der Spieler bisher sportgerichtlich nicht in Erscheinung getreten ist und er in hohem Maße provoziert wurde beziehungsweise glaubte, provoziert worden zu sein."

Für eine noch deutlichere Reduzierung der Strafe sei dagegen laut Lorenz "kein Raum" geblieben, da von dem Urteil "auch eine abschreckende Wirkung ausgehen" müsse.

Leistner: "Die Strafe jetzt akzeptiere ich"

Dennoch wurde der Einspruch auf HSV-Seite mit Wohlwollen aufgenommen. "Für uns ist das ein kleiner Erfolg. Es hat sich gelohnt", sagte Leistners Anwalt Christoph Schickhardt. Für diesen sei auch das Gesamtbild entscheidend gewesen, das der 30 Jahre alte HSV-Neuzugang abgegeben habe, sowie die besonderen Umstände des Eklats in dessen Heimatstadt.

Und Leistner selbst sagte: "Mir war es wichtig, persönlich gehört zu werden. Die Strafe jetzt akzeptiere ich." Das neue Urteil ist somit rechtskräftig. Und weitere gute Nachricht: Leistner, der auch gegen die Corona-Vorschriften verstoßen hatte, kann nach seinem dritten negativen Corona-Test nun wieder mit dem Team trainieren.

Pöbel-Fan gesteht Alkoholkonsum

Ebenfalls angehört wurde der Fan, der Leistner mit seiner Pöbelattacke im Anschluss an das verlorene Pokalspiel in Dresden überhaupt erst zu seiner Überreaktion verleitet hatte. Der Dynamo-Anhänger gab dabei telefonisch an, vor seinen verbalen Ausfällen zwischen sieben und neun Bier konsumiert zu haben.

HSV in Paderborn: Gjasula sieht "kleinen Vorteil"

Das erste Auswärtsspiel in der Zweiten Liga mit dem HSV wird für Klaus Gjasula gleich ein ganz besonderes, denn es geht zu seinem Ex-Club SC Paderborn. "Es ist kein gewöhnliches Spiel für mich persönlich, da ist schon nochmal ein gewisses Extra dabei", gestand der neue Sechser vor dem Training am Donnerstag.

Da die Ostwestfalen den Kern der Mannschaft auch nach dem Abstieg zusammenhalten konnten, ist Gjasula noch bestens im Bilde über den kommenden Gegner. "Es ist ein kleiner Vorteil, dass ich sie kenne, und es ist ein kleiner Vorteil, dass ich sie kenne", sagte der 30-Jährige. "Aber im Endeffekt muss keiner bangen", sagte er:

Schließlich gebe er sich dennoch Mühe, das Spiel "ganz nüchtern" anzugehen wie jedes andere, so Gjasula: "Ich hoffe nur, dass wir ein gutes Spiel abliefern und ein positives Ergebnis erzielen, das würde mir reichen."

Hamburgs 1:4-Schmach von vorletzter Saison, mit der Paderborn den eigenen Aufstieg und den Nicht-Aufstieg des HSV quasi besiegelte, hält Gjasula dabei für abgehakt. "Was vor zwei Jahren war oder vorher passiert ist, spielt am Montag keine Rolle."

HSV-Profi Gjasula freut sich auf "geiles Spiel"

Gjasula hält Plädoyer für Onana

Gjasula machte indes kein Geheimnis daraus, dass er wie beim erfolgreichen Auftakt gegen Fortuna Düsseldorf (2:1) auch in Paderborn gerne wieder mit Amadou Onana die Mittelfeldachse des HSV bilden würde.

"Wir haben uns super ergänzt gegen Düsseldorf. Ich hoffe, so kann es weitergehen", sagte Gjasula, der seinem 19-jährigen Kompagnon eine "sehr reife" Spielanlage bescheinigte. "Onana ist ein hervorragender Spieler", sagte Gjasula, "aber davon haben wir mehrere. Der Trainer entscheidet letztlich, wer spielt und wer nicht."

Letztlich fühle sich der albanische Nationalspieler mit jedem Partner auf der Doppelsechs wohl. Dies gelte "hoffentlich auch anders herum". Für Onana speziell gelte: "Der Ama ist ein junger Bursche und natürlich versuche ich, ihm so gut es geht zu helfen. Nicht nur er kann von mir lernen, sondern ich auch von ihm, keine Frage."

Karten: Gjasula will "einstellig" werden

In der vergangenen Erstliga-Saison stellte Klaus Gjasula mit 17 Gelben Karten einen traurigen Rekord auf. Im Unterhaus möchte er dieses zweifelhafte Kunststück ungern wiederholen.

"An meinem Spiel will ich nichts großartig verändern", kündigte Gjasula an. Er wolle einfach lernen, besser mit den Gelben Karten umzugehen" und sich "nicht so viele einfangen" wie zuletzt.

"Einstellig wäre ein Erfolg", sagte Gjasula über die Anzahl der Verwarnungen. Bislang ist der Abräumer auf einem guten Weg – in den beiden Pflichtspielen für den HSV blieb Gjasula bislang ohne Karton.

Überhaupt fällt auf: Der Routinier handelte sich im Laufe seiner Karrieren zwar stolze 13 Sperren durch Gelbe Karten ein, aber "nur" zwei aufgrund einer Ampelkarte.

"Ich bin schon ein bisschen vorsichtiger in den 50:50-Duellen", sagte Gjasula zur Gelb-Rot-Gefahr. Deshalb sei er bislang in dieser Hinsicht auch vergleichsweise gut weggekommen. "Und hoffentlich auch in Zukunft."

HSV lässt gegen Aue 4500 Fans zu

Die Hoffnung auf mehr Fans hat sich erfüllt: Beim nächsten Heimspiel des HSV gegen Erzgebirge Aue am Sonnabend, den 4. Oktober (13.30 Uhr/im Liveticker auf abendblatt.de), dürfen rund 4500 Zuschauer live im Volksparkstadion dabei sein. Darauf verständigte sich der HSV mit dem zuständigen Gesundheitsamt Altona.

Möglich macht der Anstieg im Vergleich zum Ligauftakt gegen Düsseldorf, als 1000 Stadiongänger zugelassen waren, die am Dienstag vom Hamburger Senat beschlossene Änderung der Corona-Eindämmungsverordnung.

Solange die Sieben-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner am Austragungsort kleiner als 35 und das Infektionsgeschehen klar eingrenzbar ist, sind demnach bei Sportveranstaltungen auch wieder mehr als 1000 Zuschauer erlaubt. Aktuell liegt der Wert in Hamburg bei 23,5 – Tendenz allerdings steigend.

Theoretisch könnte die Kapazität des Volksparkstadions (57.000) sogar bis zu 20 Prozent ausgelastet werden. Doch in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt hält der HSV weiter an einer schrittweisen Anhebung der Zuschauerzahl fest.

Gegen Aue konnten sich interessierte Fans, die ein Dauerkartenpfand hinterlegt haben, nun bis heute Abend um bis zu zwei Tickets bewerben, die am Freitag dann verlost werden. Buchen können die Gewinner ihre Karten dann ab Montag online. Verteilt werden die 4500 Glücklichen auf dem Unterrang (A-Blöcke).

HSV vs. DFB: Leistner-Anwalt kämpft

Vor der mündlichen Verhandlung hat Toni Leistners Anwalt Christoph Schickhardt angekündigt, mit allen Mitteln eine Reduzierung der DFB-Sperre von fünf Spielen (zwei davon zur Bewährung) erwirken zu wollen.

"Wir werden mit aller Macht und Energie für ein gerechtes, angemessenes Urteil kämpfen", wurde Schickhardt in der "Bild"-Zeitung zitiert. Für die Anhörung in Frankfurt sollte Leistner per Video zugeschaltet werden.

Vagnoman muss untersucht werden

Am Donnerstag legten die Profis eine Nachmittagseinheit im Volkspark ein. Und dabei fehlte Josha Vagnoman.

Der 19 Jahre alte Außenverteidiger hatte das Mannschaftstraining am Mittwoch mit Knöchelproblemen abbrechen müssen. Noch heute sollte Vagnoman am Sprunggelenk untersucht werden.

Ein Ausfall Vagnomans für das kommende Spiel beim SC Paderborn am Montag (20.30 Uhr/im Liveticker auf abendblatt.de) würde Trainer Daniel Thioune vor die Gretchenfrage stellen, auf der rechten Abwehrseite den gerade erst wieder genesenen Jan Gyamerah doch schon früher ins kalte Wasser zu schmeißen als ursprünglich geplant.

Auch Ewerton fehlt im Training

Ebenfalls passen musste am Donnerstag Ewerton. Der Brasilianer, am Vorabend noch eine Halbzeit für die U 21 in der Regionalliga im Einsatz (2:3 gegen Norderstedt), pausierte mit muskulären Problemen.

Das HSV-Training am Dienstag:

Arp nicht mehr bei den Bayern-Profis

Vorläufig ganz weg von der größeren Bildfläche ist indes Fiete Arp. Laut "Kicker" hat sich das ehemalige HSV-Talent schon vor geraumer Zeit selbst dazu entschieden, in dieser Saison dem Profikader fernzubleiben und ausschließlich für die zweite Mannschaft des FC Bayern München in der Dritten Liga aufzulaufen. So wolle sich der inzwischen 20 Jahre alte Stürmer nach dem Auf und Ab der vergangenen Jahre wieder berappeln.

Arp war 2019 für rund drei Millionen Euro vom HSV zum Rekordmeister gewechselt, konnte sich dort in der ersten Mannschaft aber nicht nachhaltig empfehlen. Im Nachwuchsteam agiert Arp nun unter anderem an der Seite der ehemaligen HSV-Spieler Adrian Fein (21) und Lenny Borges (19).

Leistner-Freund kommentiert HSV-Spiel

Das Topspiel beim SC Paderborn wird am Montag (20.30 Uhr/im Liveticker auf abendblatt.de) im Bezahlsender Sky sogar in Ultra-HD übertragen. Als Co-Kommentator des Spiel steht Experte und Leistner-Freund Torsten Mattuschka parat.