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Pyro-Shows würden dem HSV wohl kaum Strafen ersparen

HSV-Ultras zünden im Millerntorstadion Rauchbomben: Mehr als 99,5 Prozent der Pyro-Strafen entfallen auf Auswärtsspiele.

HSV-Ultras zünden im Millerntorstadion Rauchbomben: Mehr als 99,5 Prozent der Pyro-Strafen entfallen auf Auswärtsspiele.

Foto: Christian Charisius / dpa

HSV-Fans in Bochum attackiert. Karlsruhes Fanbeauftragter verteidigt Pfiffe gegen Jatta. Nationaltrainer gratuliert Pohjanpalo.

Die HSV-News am Donnerstag, den 6. Februar 2020:

Pyro-Shows würden dem HSV wohl kaum Strafen ersparen

Zwei Effekte erhofft sich der HSV von seiner Pyroshow-Premiere vor dem Spiel gegen den Karlsruher SC am Sonnabend (13 Uhr, Volksparkstadion/Sky und Onefootball): die Sicherheit auf den Tribünen zu erhöhen und perspektivisch die Bestrafungen durch den DFB zu reduzieren.

Sollten sich die Ultras wie erhofft mit dem kontrollieren Spektakel zufriedengeben, wäre das erste Ziel sicherlich erreicht: Hinter jedem der zehn Rauchtöpfe, die zwischen Spielfeld und Nordtribüne abgebrannt werden, steht ein Ordner bereit, um das Spektakel bei Gefahr mit einem Eimer Wasser zu beenden. Die handverlesenen Fans, die die Lizenz zum Zündeln haben, werden zuvor von Pyrotechnik-Spezialisten eingewiesen. So weit, so gut.

Der HSV und die Pyrostrafen:

  • In der Strafentabelle belegt der HSV regelmäßig einen der traurigen Spitzenplätze
  • 2019 verteidigten die HSV-Fans sogar den fragwürdigen Titel des deutschen "Randalemeisters"
  • In der Saison 2017/18 wurden insgesamt 235.000 Euro Strafe an den DFB fällig
  • In der Saison 2018/19 überboten die Anhänger diese Summe mit ihrem Fehlverhalten auf 294.150 Euro
  • Die höchste Einzelstrafe gegen den HSV wurde für Pyrotechnik im Stadtderby beim FC St. Pauli verhängt: 150.000 Euro (10.03.2019)
  • In der ewigen Strafentabelle seit der Saison 2011/12 liegt der HSV mit 1,131 Millionen Euro auf Rang drei (Stand: Februar 2020)

Aber würde der HSV auch Geld sparen? Das ist mehr als fraglich. Laut dem Portal "Fussballmafia.de" hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) den HSV allein seit dem Abstieg 2018 zu Pyro-Strafen in einer Gesamthöhe von 472.700 Euro verurteilt – wobei die Summe noch steigen könnte, denn der Kontrollausschuss hat gegen die Reduzierung der Geldbuße für die Vorfälle im Derby beim FC St. Pauli Berufung eingelegt.

Auf Vorfälle bei Heimspielen entfallen davon genau 2250 Euro. In Worten: zweitausendzweihundertfünfzig. Es war die mildeste aller insgesamt zwölf Strafen, ausgesprochen wegen fünf bengalischen Feuern, die beim Derby gegen den FC St. Pauli im September 2018 abgebrannt wurden. Ihr Anteil an der Gesamtsumme entspricht somit nicht einmal 0,5 Prozent.

Und davon, bei Auswärtsspielen Pyrotechnik zu zünden, dürften die Das letzte Mal, dass ein Heimspiel den HSV teuer zu stehen kam, war beim "Bundesliga-Abschiedsspiel" gegen Borussia Mönchengladbach im Mai 2018. Der Pyro-Eklat kostete den HSV später satte 115.000 Euro. Verglichen mit den Gesamtkosten des Abstiegs freilich ein Kleckerbetrag.

HSV-Fans nach Spiel in Bochum attackiert – Zeugen gesucht

Zwei junge HSV-Fans konnten sich nach dem 3:1-Sieg beim VfL Bochum am Montagabend nicht lange freuen. Nach Polizeiangaben waren die beiden Männer aus Solingen im Alter von 20 und 22 Jahren auf dem Weg vom Vonovia-Ruhrstadion zu einem Parkplatz, als sie von mehreren Anhängern des VfL Bochum attackiert wurden.

Einer der beiden Solinger war als HSV-Fan zu erkennen, da auf seiner Umhängetasche das Vereinswappen zu sehen war, wie eine Polizeisprecherin dem Abendblatt bestätigte. Die Unbekannten entrissen ihm die Tasche, in der sich auch ein Mobiltelefon befand. Verletzt wurde niemand.

Die Täter sind etwa 20 Jahre alt und waren an ihrer Kleidung als VfL-Fans zu erkennen. Ein Mann soll die Personengruppe, mit der sie vor dem Vorfall zusammenstanden, gefilmt haben. Die Polizei Bochum bittet ihn und andere Zeugen um Hinweise unter Telefon 0234 909-8105.

KSC-Fanbeauftragter verteidigt Pfiffe gegen HSV-Stürmer Jatta

Trotz des 4:2-Siegs mit dem HSV erlebte Bakery Jatta im vergangenen August beim Spiel beim Karlsruher SC seine wohl bittersten eineinhalb Stunden als Profi. Heimfans pfiffen den Gambier bei jeder seiner Ballberührungen aus. 18 Tage zuvor hatte die "Sport-Bild" erstmals über Zweifel an Jattas Identität berichtet.

Ein Fall von Rassismus? Nein, findet der KSC-Fanbeauftragte Wolfgang Sauer. "Uns da Rassismus zu unterstellen ist lächerlich", sagte er der "Hamburger Morgenpost". Gepfiffen worden sei vielmehr, weil Jatta früh im Spiel eine Schwalbe gemacht habe."Das war ein Täuschungsversuch, da waren die Leute halt sauer. 80 Prozent der Pfiffe danach gehen darauf zurück." Und die übrigen 20? Sauer: "Es kam dann eines zum anderen", sagt Sauer. "Keiner wusste genau, wer er war, ob alles rechtens war."

Tatsächlich hatte auch HSV-Trainer Dieter Hecking nach erneuter Ansicht des Spiels Verständnis für Sauers Interpretation der Pfiffe geäußert: "Baka hatte leider auch eine Szene drin, die hätte er nicht machen brauchen, als er in den Strafraum geht. Das war natürlich für die Hardcore-Fans ein willkommenes Fressen, noch mehr auf ihn zu gehen." KSC-Manager Oliver Kreuzer hatte sich wiederum für das Verhalten der Fans entschuldigt.

Wie der 1. FC Nürnberg und der VfL Bochum wollte auch der Karlsruher SC in der Hinrunde seine Niederlage gegen den HSV juristisch anfechten, weil er Bakery Jattas Spielberechtigung infrage stellte. Alle drei Clubs zogen ihren Einspruch beim Deutschen Fußball-Bund zurück, nachdem die Behörden ihre Untersuchungen eingestellt hatten.

Nationaltrainer gratuliert Pohjanpalo zum HSV

Vom Wechsel zum HSV versprach sich Joel Pohjanpalo vor allem, sich für die EM im kommenden Sommer empfehlen zu können – bei seinem bisherigen Club Bayer Leverkusen hätte er dafür womöglich nicht genügend Spielzeit bekommen.

Und siehe da: Nach seinem Premierentreffer beim 3:1-Sieg in Bochum am Montag bekam der Stürmer prompt eine Nachricht von Finnlands Nationaltrainer Markku Kanerva. "Er hat mich zu meiner Entscheidung, nach Hamburg zu wechseln, beglückwünscht", sagte Pohjanpalo der "Bild"-Zeitung. Für die A-Nationalmannschaft kam er bislang 28-mal zum Einsatz und erzielte sechs Tore.

Bilder vom HSV-Sieg in Bochum:

In dem Interview erzählte Pohjanpalo auch, dass er bis zu seinem 13. Lebensjahr bei HJK Helsinki Eishockey gespielt habe. In seiner Leverkusen-Zeit habe er auch einmal mit den Profis der Düsseldorfer EG trainiert, einige DEL-Spiele habe er auch als Fan besucht. Eishockeyspieler zu werden sei für ihn aber nie eine Option gewesen: "Fußball ist einfach zu cool."

KSC-Trainer Eichner will beim HSV an Pokalleistung anknüpfen

Wollte er den HSV vielleicht in Sicherheit wiegen? Nach dem Pokal-Aus beim Regionalligaclub 1. FC Saarbrücken erklärte der Interimstrainer des Karlsruher SC am Mittwochabend doch tatsächlich, man wolle am Sonnabend (13 Uhr) in Hamburg "genau da weitermachen, wo wir heute aufgehört haben". Nach Abendblatt-Informationen war im Volksparkstadion kein Zähneklappern zu vernehmen.

Was Eichner offenbar meinte: Er hatte seiner Mannschaft eine mutigere Spielweise verordnet als unter seinem am Montag entlassenen Vorgänger Alois Schwartz und von ihr verlangt, "den ganzen Laden 15 bis 20 Meter weiter nach vorn zu verschieben". Dass sich der KSC dennoch in 120 Minuten kein Gegentor eingefangen habe, sei positiv.

Pressekonferenz nach dem Pokalspiel Saarbrücken – Karlsruhe

Der Favorit fand gegen kompakte Gastgeber allerdings im Angriff auch keine Lösungen, und so entschied das Elfmeterschießen letztlich zugunsten des Außenseiters. Karlsruhe ist als Tabellen-17. der Zweiten Liga akut abstiegsgefährdet.

Ex-HSV-Profi Klingbeil übernimmt bei Drittligist Jena

Der frühere HSV-Profi René Klingbeil soll "für die nächsten zwei bis drei Ligaspiele" in der 3. Liga den FC Carl Zeiss Jena trainieren. In dieser Zeit will der Tabellenletzte einen neuen Coach finden, der „zum einen gemeinsam mit der Mannschaft alles versucht, den Klassenerhalt zu schaffen, und auf der anderen Seite im Falle eines Abstiegs in die Regionalliga den dortigen Neuaufbau anpackt“, wie es in einer Mitteilung hieß.

Der bisherige Trainer Rico Schmitt, dessen Assistent Klingbeil war, wurde am Mittwochabend nach nur drei Siegen aus 22 Spielen entlassen. Auch ein Vorfall in der Kabine hatte für Wirbel gesorgt. Schmitt soll in der vergangenen Woche auf Verteidiger Marius Grösch eingebrüllt und diesen sogar zum Weinen gebracht haben. Laut "Bild"-Zeitung hatten sich Grösch und Daniel Stanese in der Kabine mit einem Tennisball aufgewärmt, Stanese habe sich dabei am Auge verletzt.

Klingbeil (38) bestritt zwischen 2004 und 2007 für die HSV-Profis 67 Pflichtspiele. Seine aktive Karriere beendete er 2017 bei Carl Zeiss Jena. Im vergangenen Oktober hatte ihn sein Club Jena als Co-Trainer geholt. Der Rückstand der Thüringer auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt bereits zwölf Punkte.