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Hecking: "Ich war bereit, mit Jatta durchs Feuer zu gehen"

Wolf übernimmt Genk – und trifft auf Hollerbach. Amaechi muss früh runter. Stevens lästert über Gisdol. Ewerton-Debüt erneut vertagt.

Die HSV-News am Dienstag, den 19. November 2019:

Hecking: "Ich war bereit, mit Jatta durchs Feuer zu gehen"

Für HSV-Trainer Dieter Hecking ist die Affäre um die angeblich falsche Identität seines Angreifers Bakery Jatta ausgestanden. "Bakery Jatta hat sich nichts zu Schulden kommen lassen, was man ihm vorwerfen könnte", sagte Hecking im "Bild"-Podcast "Phrasenmäher". "Insofern war es absolut nachvollziehbar, dass wir uns voll hinter unseren Spieler gestellt haben und jetzt froh sind, dass diese Geschichte irgendwo im Sande verlaufen ist."

Die Zeitschrift "Sport-Bild" hatte in einem Artikel Anfang August den Verdacht aufgeworfen, dass Jatta (21) in Wirklichkeit der zweieinhalb Jahre ältere Bakary Daffeh ist und vor seiner Ankunft in Deutschland 2015 professionell Fußball gespielt hat. Der Gambier hätte demnach bei seiner Einreise möglicherweise falsche Personalien angegeben, um als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling unter besonderem Schutz zu stehen. Mehrere Zweitligaclubs legten daraufhin Einspruch gegen die Wertung ihrer Niederlagen gegen den HSV ein, weil sie Jattas Spielberechtigung anzweifelten.

Hecking habe Jatta damals mit den Vorwürfen konfrontiert. Der Profi habe alles bestritten und sei sich keiner Schuld bewusst gewesen. "Ich habe ihm gesagt: Baka, wenn du lügst, fällt alles auf dich zurück. Du musst schon die Wahrheit sagen." Daraufhin habe Jatta ihm noch mal versichert, dass nichts zu erwarten sei, was ihm schaden könne. Hecking: "Dann habe ich ihm gesagt: Wir ziehen das gemeinsam durch." Jatta habe ihm seine Fluchtgeschichte erzählt, "die kann man nicht erfinden. Ich hatte das Gefühl, dass da die Wahrheit steckt, und war dann auch bereit, mit ihm durchs Feuer zu gehen."

Mit Matthias Brügelmann, dem Sport-Chefredakteur der "Bild"-Gruppe, hat Hecking inzwischen ein "klärendes Gespräch" geführt. "Ich habe ihm gesagt: Wenn Sie etwas Handfestes haben, bin ich der Letzte, der das nicht akzeptieren würde. Aber ich denke, wenn die deutschen Behörden ihm in allen Punkten recht geben, ist der Sache Genüge getan." Das Bezirksamt Hamburg-Mitte hatte den Fall geprüft und Jattas Angaben bestätigt. Auch die Bremer Staatsanwaltschaft hatte keine konkreten Anhaltspunkte für eine Fälschung gefunden.

Amaechi kehrt leicht verletzt zurück

HSV-Talent Xavier Amaechi wurde beim 4:1-Sieg von Englands U19 gegen Bosnien nach 17 Minuten ausgewechselt. Nach Abendblatt-Informationen erlitt der 18-Jährige eine Oberschenkelprellung und wird ein paar Tage kürzertreten müssen. Für Amaechi war es der zweite Startelfeinsatz in der englischen U-19-Auswahl.

HSV-Trainer Hecking setzt Doppelschicht an

Voller Arbeitstag für die HSV-Profis: Trainer Dieter Hecking setzte für den heutigen Dienstag gleich zwei Einheiten an. Während am Vormittag Pässe, Spielaufbau und Torabschlüsse geübt wurden, stand am Nachmittag ein Trainingsspiel auf dem Programm.

Adrian Fein erhielt nach seiner Rückkehr von der U-21-Nationalmannschaft einen freien Tag. Am Mittwoch (15.30 Uhr) und Donnerstag (10 Uhr) werden auch die anderen HSV-Internationalen nach ihren Länderspielreisen im Training zurückerwartet, um sich auf das Heimspiel am Sonnabend (13 Uhr) gegen Dynamo Dresden vorzubereiten. Das Abschlusstraining am Freitag findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Van Drongelen und Hinterseer vor Einsatz

In seinem zweiten Startelfeinsatz in der englischen U19 musste HSV-Flügelstürmer Xavier Amaechi frühzeitig vom Feld. Beim 4:1-Sieg am Dienstag in der EM-Qualifikationsrunde in Skopje gegen Bosnien und Herzegowina wurde Amaechi (18) bereits in der 17. Minute ausgewechselt. Am Sonnabend war er beim 5:0-Heimsieg gegen Gastgeber Nordmazedonien in der 59. Minute eingewechselt worden, zuvor hatte er am vergangenen Mittwoch gegen Luxemburg sein Debüt in der U19 gefeiert und den Treffer zum 4:0-Endstand erzielt. England ist mit drei Siegen aus drei Spielen als Gruppensieger für die Eliterunde im März qualifiziert, bei der die Teilnehmer der EM-Endrunde im Juli in Nordirland ermittelt werden.

Zwei weitere HSV-Profis können am Abend noch zu internationalen Ehren kommen. Rick van Drongelen empfängt mit der niederländischen U21 um 18.30 Uhr England in einem Freundschaftsspiel. Beim 6:0-Sieg im EM-Qualifikationsspiel in Gibraltar am Freitag war der Innenverteidiger geschont worden. Und Lukas Hinterseer könnte zum Abschluss der EM-Qualifikation sein Comeback in der österreichischen A-Nationalmannschaft feiern. Das Spiel der bereits qualifizierten Österreicher bei den punktlosen Letten (20.45 Uhr) ist tabellarisch ohne Bedeutung.

Genk stellt Ex-HSV-Trainer Wolf als neuen Coach vor

Jetzt ist es offiziell: Ein halbes Jahr nach seiner Entlassung beim HSV übernimmt Trainer Hannes Wolf den KRC Genk. Dies gab der belgische Meister am Dienstag bekannt. Wolf (38) ist Nachfolger des vergangene Woche entlassenen Felice Mazzù.

Wolf trifft in seinem ersten Pflichtspiel am Sonnabend (20.30 Uhr) auf Royal Excel Mouscron mit Trainer Bernd Hollerbach, seinem Vorvorgänger beim HSV. Bereits am Dienstag leitete Wolf das erste Training in Genk. Der neue KRC-Coach brachte seinen Assistenten Miguel Moreira nach Belgien mit.

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Mazzù war erst seit dieser Saison für Genk tätig gewesen. In der Liga hatte KRC zuletzt 0:2 gegen KAA Gent verloren und belegt derzeit den neunten Platz mit 20 Punkten. In der Champions-League-Gruppe E ist Genk mit nur einem Punkt aus vier Spielen Letzter. Gegner in der Königsklassen-Gruppenphase sind Titelverteidiger FC Liverpool, SSC Neapel und Red Bull Salzburg.

Ex-HSV-Trainer: Stevens lästert über Gisdol

Huub Stevens bezweifelt, dass der neue Trainer Markus Gisdol beim Bundesligisten 1. FC Köln langfristig arbeiten wird. „Ich weiß nicht, ob es mit ihm und dem FC passt“, sagte der 65-jährige Niederländer Stevens, Jahrhundert-Coach bei Schalke 04, dem "Express". Gisdol stand bis Juni offiziell beim HSV unter Vertrag, der FC ist sein erstes Traineramt nach seinem Aus in Hamburg im Januar vergangenen Jahres. Stevens, seinerseits 2007/08 beim HSV, sagte weiter: „Ich denke, dass er kein Trainer ist, der die nächsten drei, vier Jahre für Köln arbeiten wird.“

Aber vielleicht habe Gisdol „aus seinen Entlassungen ja gelernt, außerdem muss er sich beweisen. Ich hoffe für Köln, dass er die Kurve kriegt und mit dem FC die Klasse hält, denn ich bin weiterhin der Meinung, dass mit der Truppe mehr drin ist“, so der erfahrene Fußballlehrer.

Das Verhältnis von Stevens zu Gisdol ist allerdings seit Längerem belastet. „Bei Schalke wollte er einfach in der kurzen Zeit zu viel“, sagte Stevens, „zudem hat er hinter meinem Rücken schlecht über mich gesprochen. Es entstand einfach kein Vertrauensverhältnis.“ Gisdol war 2011/12 auf Schalke Co-Trainer von Stevens.

Die Personalie Horst Heldt (49), der neuer FC-Manager ist, sieht der Coach positiver: „Horst war FC-Profi, liebt die Stadt und den Karneval. Ich denke, dass er sich mit dem Verein identifizieren kann, und hoffe, dass er aus den Fehlern bei seiner letzten Station Hannover gelernt hat.“ Stevens war 2005 mit den Geißböcken aufgestiegen.

HSV-Profi David bei U-20-Sieg nur auf der Bank

Den Prestigeerfolg der deutschen U-20-Nationalmannschaft hat Jonas David nur als Zuschauer erlebt: Der HSV-Profi saß beim 2:0-Sieg im Länderspiel in Portugal nur auf der Bank. Kilian Ludewig (Red Bull Salzburg/25. Minute) und der frühere St.-Pauli-Jugendspieler Nicolas Kühn (28.) sorgten mit einem Doppelschlag für die Entscheidung.

Vor den Augen von Sportdirektor Michael Mutzel, der live im Stadion zusah, wurden die zurzeit verliehenen HSV-Angreifer Manuel Wintzheimer (Bochum) und Aaron Opoku (Rostock) in der 67. Minute eingewechselt.

Dresdens Fiél schwärmt von Hecking: "Der beste Trainer"

Einst waren sie Lehrer und Schüler, am Sonnabend (13 Uhr) begegnen sich HSV-Trainer Dieter Hecking und Dresdens Christian Fiél als Kollegen. Fiél (39) spielte von 2004 bis 2006 bei Alemannia Aachen unter Hecking (55) – und ist noch heute begeistert von dessen Arbeit. "Ich war damals sicher nicht der Über-Spieler, aber ich habe unglaublich viel aus dieser Zeit mitgenommen", sagte Fiél der "Hamburger Morgenpost". Mehr noch: "Für mich war Dieter Hecking der beste Trainer. Er hat mir am meisten in meiner Karriere beigebracht, ist menschlich und fachlich top."

Besonders beeindruckt hat Fiél Heckings Umgang mit den Spielern: "Er konnte auch mal richtig laut werden, dabei ging es aber immer um den Erfolg." Dresdens Trainer geht davon aus, dass der HSV nächste Saison wieder in der Bundesliga spielt und Hecking "wieder da sein wird, wo her hingehört". Für Dynamo als Tabellenvorletzten geht es dagegen nur um den Klassenerhalt. Fiél: "Wir sind in einer Situation, in der wir punkten müssen."

HSV-Wappen wird zum Kunstwerk

Aus Holz, Metall und Emaille hat eine arabische Künstlerin das Wappen des HSV zum Kunstwerk gemacht. Den Herstellungsprozess hat sie auf Fotos undVideos bei Twitter dokumentiert.

Was wohl die HSV-Marketingabteilung dazu sagt? @Jawhara__12, das "Juwel", so der Benutzername der Künstlerin, will jedenfalls Wappen des FC Liverpool und des FC Bayern nachlegen. Die dürften in der Herstellung etwas aufwendiger sein.

Pech für Ewerton: HSV-II-Spiel in Hannover erneut abgesagt

Ewerton muss sein Pflichtspieldebüt für den HSV erneut verschieben. Das für Mittwoch geplante Regionalligaspiel der zweiten Mannschaft bei Hannover 96 II wurde zum zweiten Mal wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt. Das gaben die Hannoveraner bekannt. Ein Nachholtermin steht noch nicht fest.

Die Partie war bereits Anfang Oktober wegen Unbespielbarkeit des Platzes ein erstes Mal verschoben worden. Innenverteidiger Ewerton (30) soll nach langer Verletzungspause Spielpraxis sammeln. Er hätte Ende Oktober im Derby der U21 gegen Altona 93 seine HSV-Premiere feiern sollen, damals allerdings lag seine Spielgenehmigung nicht vor.

HSV-Zocker kassieren erste Niederlagen

Nach vier Siegen zum Saisonauftakt der Virtuellen Bundesliga haben die E-Sportler des HSV einen Rückschlag hinnehmen müssen. Im Spitzenspiel gegen Tabellenführer VfB Stuttgart gab es für Niklas Heisen, Quinten van der Most, Leon Krasniqi und Christoph Strietzel eine 2:5-Niederlage. Es folgte eine 3:6-Niederlage gegen den neuen Tabellenführer Borussia Mönchengladbach.

Der HSV rutschte in der Tabelle mit 29 Punkten auf den siebten Platz ab. Pro Spieltag können maximal 9 Punkte erzockt werden. Pro Sieg bei einem Einzelspiel könnten bis zu 3 Punkte erreicht werden.