Vagnoman-Schock

Ex-HSV-Trainerkandidat holte Narey als Rechtsverteidiger

Was nun, Dieter Hecking? HSV-Betreuer führen den verletzten Josha Vagnoman vom Feld.

Was nun, Dieter Hecking? HSV-Betreuer führen den verletzten Josha Vagnoman vom Feld.

Foto: FrankPeters / WITTERS

Vagnomans Ausfall bringt den HSV in Not, denn nun fällt auch Rechtsverteidiger Nummer zwei lange aus. Es ist die Chance für Narey.

Hamburg.  Die Nachricht, die vielen Fans am Feiertag Sorgen bereitete, kam um 11.53 Uhr. „Josha Vagnoman erleidet Bruch eines Fußwurzelknochens“, schrieb der HSV auf seiner Homepage. Die Tragweite dieser Meldung wurde den Fans dann nur einen Satz später bewusst: „Vagnoman fällt für den Rest der Hinrunde aus.“

Der 18-Jährige hatte sich beim Pokalspiel gegen den VfB Stuttgart (1:2) am Dienstagabend in der Verlängerung am Fuß verletzt. Am Donnerstag folgte die Diagnose. Nach Jan Gyamerah (Wadenbeinbruch) fällt auch der Ersatz-Rechtsverteidiger mit einem Bruch bis Jahresende aus. Bitter für Vagnoman, der sich nach Startproblemen einen Stammplatz erspielt hatte und nun sieben Spiele pausieren muss.

HSV-Angreifer Narey soll Vagnoman ersetzen

Vagnomans Pech ist jetzt gleichzeitig die Chance für Khaled Narey, sich wieder in der Mannschaft festzuspielen. Der offensive Außenbahnspieler ist für Trainer Dieter Hecking die erste Alternative für die defensive Position. „Es gibt keine andere Wahl. Khaled ist keine 1-C-Lösung, auch wenn er von Haus aus eher ein offensiver Spieler ist“, sagte Hecking, der zunächst nur einen Ausfall von zwei Wochen vermutete. Jeremy Dudziak oder Christoph Moritz, die auf der Position in ihrer Karriere auch schon gespielt haben, seien für den Chefcoach dagegen rechts hinten nur Notfalloptionen.

Für Narey wäre die Position rechts in der Viererkette nicht ungewohnt. Beim HSV hat er schon in der vergangenen Saison hin und wieder als Außenverteidiger ausgeholfen. Bevor er vor einem Jahr nach Hamburg kam, hat er bei Greuther Fürth sogar die meiste Zeit auf der defensiven Außenbahn gespielt. Als der ehemalige Fürther Trainer Stefan Ruthenbeck im Sommer 2016 Narey aus Paderborn zu den Franken holte, erkannte er in dem Flügelstürmer einen modernen Außenverteidiger. „Ich habe schon in Paderborn das Potenzial für die Position in ihm gesehen“, sagte Ruthenbeck am Donnerstag dem Abendblatt.

Narey für Position „prädestiniert“

Der heutige U-19-Trainer des 1. FC Köln wollte Nareys Stärken in einem offensiven System einbringen. „Khaled ist mit seiner Athletik und seinen Qualitäten bei Flanken prädestiniert für die Position. Er hat die Rolle gut interpretiert“, erinnert sich Ruthenbeck, der in Fürth mit sehr hoch stehenden Außenverteidigern spielte.

In der Winterpause 2017/18 wollte der Trainer seinen Musterschüler daher auch zu den Profis des 1. FC Köln holen, als er dort die Nachfolge von Peter Stöger übernahm. Doch Fürth ließ Narey nicht gehen. Im Sommer schlug dann der HSV zu.

Ruthenbeck war Kandidat auf HSV-Trainerposten

In Hamburg hat Narey im ersten Jahr bereits auf allen Positionen gespielt. Christian Titz ließ ihn sogar phasenweise als Sturmspitze ran. Unter Hannes Wolf spielte er mal links hinten und mal rechts außen – unter Hecking saß er zuletzt aber nur draußen. Fünfmal in Folge musste der 25-Jährige auf der Bank Platz nehmen. Am Sonntag bei Wehen Wiesbaden darf der zweitbeste HSV-Scorer der Vorsaison wieder von Beginn an ran.

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Dass Narey aufgrund seiner Reservistenrolle schlechte Stimmung hätte bereiten könnte, glaubt sein Ex-Trainer aber ohnehin nicht. „Khaled war immer pflegeleicht. Ein guter Typ, der alle Aufgaben angenommen hat und immer dazulernen wollte“, sagt Ruthenbeck, der nach Abendblatt-Informationen im Mai selbst auf der Liste der Trainerkandidaten beim HSV stand, ehe sich der Club schließlich für Hecking entschied.

Nun entscheidet sich Hecking für Narey – und ist sich sicher, dass er die Aufgabe ähnlich gut löst wie in Fürth.

Die HSV-Termine bis zur Winterpause:

  • 3.11.: HSV in Wiesbaden (Sonntag, 13.30 Uhr)
  • 9.11.: HSV in Kiel (Sonnabend, 13 Uhr)
  • 23.11.: HSV gegen Dresden (Sonnabend, 13 Uhr)
  • 29.11.: HSV in Osnabrück (Freitag, 18.30 Uhr)
  • 6.12.: HSV gegen Heidenheim (Freitag, 18.30 Uhr)
  • 15.12.: HSV in Sandhausen (Sonntag, 13.30 Uhr)
  • 21.12.: HSV in Darmstadt (Sonnabend, 13 Uhr)