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Dieter Hecking spricht nach 2:2 von Psycho-Knacks

Der HSV im Psycho-Loch? Trainer Dieter Hecking mit Bakery Jatta und Kapitän Aaron Hunt nach dem Spiel bei Jahn Regensburg (2:2).

Der HSV im Psycho-Loch? Trainer Dieter Hecking mit Bakery Jatta und Kapitän Aaron Hunt nach dem Spiel bei Jahn Regensburg (2:2).

Foto: Witters

Überraschendes HSV-Problem zugegeben: Ballverluste und geringe Stabilität hätten "weniger mit dem Gegner zu tun".

Hamburg. HSV-Kapitän Aaron Hunt hatte es nach dem enttäuschenden 2:2 bei Jahn Regensburg angedeutet: Dieter Hecking hatte in der Halbzeit eine "Gardinen-Predigt" in der Kabine gehalten. Heißt: Der wegen der Passivität seiner Mannschaft erzürnte Trainer ist laut geworden und hat die Mentalität und die Spielweise seiner Profis angeprangert. Der Effekt war verblüffend schnell zu sehen: Der HSV spielte in der zweiten Halbzeit zunächst ohne Auswechslung wie ausgewechselt: engagierter und effektiver.

Zwei Tore binnen zwei Minuten – aber am Ende eben doch zu fahrig, um das 2:2 der Regensburger noch zu verhindern. Zwei Punkte verloren, resümierte Hunt. Und am Sonntag legte Hecking nach.

HSV-Trainer Dieter Hecking als Psychologe gefordert

„Wir wussten: Wenn wir so in der zweiten Halbzeit weitermachen, dann geht das Spiel verloren“, sagte Hecking. Warum die erste Halbzeit ähnlich wie im Derby gegen den FC St. Pauli (0:2) nicht mit dem nötigen Ehrgeiz und Biss geführt wurde, wissen die Spieler selbst nicht. „Wir tun uns momentan schwer und geben dem Gegner auswärts zu viele Räume. Wir schaffen es nicht, den Gegner unter Druck zu setzen“, sagte Linksverteidiger Tim Leibold. „Wenn man nur 95 oder 97 Prozent gibt, dann reicht es auch in der 2. Liga nicht. Da muss jeder eine Schippe drauflegen.“

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Mittelfeldspieler Adrian Fein spricht von Zurückhaltung in hektischen Phasen des Spiels. Da sei man „vielleicht mal etwas vorsichtiger und versucht etwas mehr zu verteidigen“, verriet der Spiellenker aus dem defensiven Mittelfeld. Das deckt sich mit Heckings Eindrücken, der zu viele Ballverluste und daraus resultierende geringe Stabilität im Team monierte. Das habe allerdings „weniger mit dem Gegner zu tun“, meinte der Coach und sieht sich als Psychologe gefordert.

Die Präsentation der Mannschaft ist in dieser Saison eine andere als im Vorjahr, als in der Hinserie Spiele oft mit reichlich Glück gewonnen wurden. Doch auch die höhere spielkulturelle Substanz heute braucht Einsatz von Anpfiff an.

An der Tabellenplatzierung hat sich nichts verändert: Rang zwei. Allerdings liegt Bundesliga-Absteiger VfB Stuttgart jetzt drei Punkte vor dem HSV. Arminia Bielefeld folgt mit zwei Punkten Rückstand auf Platz drei. „Wir stehen auf dem zweiten Platz. Das muss man erst mal schaffen“, sagte Fein. „Aber natürlich waren zuletzt ein paar Spiele dabei, in denen wir unnötig Punkte haben liegen lassen. Wenn wir da noch etwas abgeklärter sind, dann würden wir noch besser dastehen.“

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