HSV-News

Fein trifft für U21 – und stellt HSV-Verbleib in Aussicht

Tritt Toptalent Amaechi bald in der Regionalliga an? Großer Polizeigipfel steht an. Zuwachs für Heckings Trainerteam.

Die HSV-News am Dienstag, den 10. September 2019:

  • Fein stellt HSV-Verbleib in Aussicht
  • Fein trifft bei U-21-Kantersieg
  • Van Drongelen in der U21 wieder nur Bankdrücker
  • Stadtderby: Polizeigipfel am Mittwoch
  • Muss auch HSV für Werder-Derby zahlen?
  • DFB-Lob für David und Vagnoman
  • Datenanalyst unterstützt HSV-Trainer
  • Hecking mahnt vor Derby-Hektik
  • Hecking: St. Pauli "im HSV-Schatten"
  • HSV-Trio spielt international
  • Letschert soll sich rantasten
  • Hecking über Bankdrücker Hinterseer
  • Amaechi in die Regionalliga?

Fein stellt HSV-Verbleib in Aussicht

Bleibt Adrian Fein auch über den Sommer hinaus beim HSV? Der Leihprofi vom FC Bayern München scheint Gefallen in diesem Gedanken zu finden. "Ich habe nie gesagt, dass ich den HSV im Sommer wieder verlassen möchte. In vorangegangenen Interviews habe ich nur gesagt, dass ich irgendwann mal für den FC Bayern spielen will. Da wurden mir die Worte ein bisschen im Mund verdreht", sagte der talentierte Mittelfeldspieler im Interview bei "spox.com". "Wenn es weiter so gut läuft wie aktuell, spricht nichts dagegen, zu bleiben. Hamburg ist eine tolle Stadt, der HSV ein super Verein mit unglaublichen Fans – da stimmt alles."

Dennoch weiß Fein, dass sowohl sein Stammverein Bayern München als auch mit Abstrichen sein aktueller Club, der HSV, bei der im Sommer anstehenden Entscheidung ein gewichtiges Wort mitzureden haben. "Die Entscheidung liegt nicht allein bei mir. Auch die Vereine müssten sich einigen", sagt der Profi.

Fein trifft bei U-21-Kantersieg

Den markanten Worten ließ Fein am Abend Taten folgen. Wie im Verein war der 20-Jährige auch für den DFB-Nachwuchs der Taktgeber im Mittelfeld. Fein führte die von Trainer Stefan Kuntz neu formierte U21 mit einer starken Leistung zum 5:1-Sieg in Wales. Der HSV-Profi bereitete das 1:0 durch Nürnbers Robin Hack, der einen lupenreinen Hattrick erzielte (19./24./29. Minute), sehenswert vor, und erzielte das 5:1 selbst. Bremens Johannes Eggestein (41.) traf zum 4:0, den Ehrentreffer für die tapferen Waliser erzielte Thomas Harris (48./Handelfmeter). Fein wurde in der 59. Minute ausgewechselt, als die Partie bereits entschieden war.

Van Drongelen erst spät eingewechselt

87 Minuten musste sich Rick van Drongelen in Geduld üben. Erst in der Schlussphase wurde der Abwehrspieler für die niederländische U-21-Auswahl beim 5:1-Erfolg gegen Zypern eingewechselt. Die momentane Reservistenrolle dürfte dem führungsstarken Verteidiger nicht gefallen. Doch momentan haben andere Spieler die Nase vor – zum Beispiel der Ex-St.-Paulianer Justin Hoogma, Sohn des früheren HSV-Stars Nico-Jan Hoogma, für den van Drongelen ins Spiel kam. Justin Hoogma ist in dieser Saison von Hoffenheim an den niederländischen Erstligisten FC Utrecht verliehen, dort ist er Stammspieler in der Innenverteidigung.

Großer Sicherheitsgipfel vor dem Derby

Das Stadtderby am kommenden Montag (20.30 Uhr/im Liveticker auf abendblatt.de) wirft seine Schatten voraus. Am Mittwoch treffen sich Vertreter von HSV, St. Pauli und der Hamburger Polizei im Millerntor-Stadion, um auch die sicherheitsspezifischen Fragen der Partie des Tabellen-13. mit dem Spitzenreiter zu klären.

"Das wird eine Spieltagsbesprechung in einem größeren Rahmen“, sagte Sven Brux, Leiter Veranstaltungen und Sicherheit beim FC St. Pauli, am Dienstag. Beim bis dato letzten Derby der Stadtrivalen, das der HSV im März mit 4:0 am Millerntor gewann, hatte es zahlreiche Vorfälle mit Pyrotechnik gegeben.

St. Pauli war von der DFL daraufhin mit 100.000 Euro, der HSV sogar mit 150.000 Euro Strafe belegt worden.

Muss HSV auch für Werder-Derby zahlen?

Apropos Derbys, Polizeieinsätze und Kosten: Auch das HSV-Spiel bei Werder Bremen im April 2015 hatte enormen Sicherheitsaufwand erfordert. Die Stadt Bremen hatte in der Folge des Risikospiels einen Gebührenbescheid an die DFL in Höhe von 425.718,11 Euro geschickt.

Der Ligaverband lehnte ab, der Streit um die Kosten ging bis vor das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Dieses hatte im März festgestellt, dass derartige Gebührenbescheide grundsätzlich rechtens seien.

Am Dienstag gab nun die DFL bekannt, Bremen für das HSV-Spiel sowie drei weitere Begegnungen des SV Werder (gegen Gladbach, Hannover und Frankfurt) insgesamt 1,17 Millionen Euro zu überweisen.

Die Hälfte der Summe solle demnach Werder Bremen tragen. Wer die übrigen 584.000 Euro bezahlen soll, sei noch offen. Die DFL behalte sich vor, die Kosten "auf alle Vereine" umzulegen – und, wegen des Urteils doch auch noch das Bundesverfassungsgericht anzurufen.

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Trainingsstart mit zwei Rückkehrern

Sportlich geht Dieter Hecking die Vorbereitung auf das Stadtderby schon heute an. Nach den gestrigen Laktattests am UKE (Hecking: "Das sah gut aus") bat der HSV-Trainer seine Profis am Dienstag zu den ersten Übungseinheiten der Woche.

Mit dabei auch wieder Jonas David und Josha Vagnoman, die in der Länderspielpause zwei- (David) bzw. einmal (Vagnoman) für die deutsche U20 aufgelaufen waren – und gleich zwei Erfolge feiern konnten (4:2 gegen Tschechien und 2:1 gegen die Niederlande).

"Das Feedback war richtig gut für die beiden", berichtete Hecking von einem Telefonat mit DFB-Nachwuchstrainer Manuel Baum über die beiden Hamburger Youngster.

Neuer Datenanalyst im Volkspark

Auch ein neues Gesicht konnten die Kiebitze am Dienstag erspähen. Mit Pierre Houben kümmert sich ein weiterer Analyst um die Auswertung der Spielerdaten.

Der Neue soll unter anderem Athletiktrainer Daniel Müssig sowie Reha-Trainer Sebastian Capel unterstützen. "Wir haben jetzt noch einen dazugenommen, der die Daten noch besser auswerten kann", sagte Hecking. Das solle weiteren Aufschluss über die Fitness der Spieler liefern.

Hecking will das Derby nicht überhöhen

Taktische Überlegungen zum Derby habe er bislang noch nicht angestellt, sagte Hecking am Dienstag. "Das geht bei mir aber relativ schnell. Ich brauche nicht allzu lange, um mich bei St. Pauli einzuarbeiten."

Im Heimspiel gegen Greuther Fürth (1:3) habe er die Mannschaft auch live im Stadion beobachtet. "Wobei dieses Spiel wohl keine Rückschlüsse gibt auf das, was uns am Montag erwarten wird", sagte Hecking. Dafür habe sich das Gesicht der Startelf seither zu sehr verändert.

Die zu erwartende Stimmung will Hecking indes nicht überhöhen: "Abendspiele am Millerntor haben immer einen Reiz, durch das Stadtderby vielleicht noch einmal ein bisschen mehr. Die Atmosphäre soll man einfach aufsaugen."

Bei Derbys fühle er sich grundsätzlich zwiegespalten, bekannte Hecking. "Einerseits weiß ich um die Bedeutung, andererseits kommt es oft zu einer Pattsituation, wenn man es zu hoch hängt", sagte Hecking im Hinblick auf das wenig erbauliche 0:0 im Hinspiel der Vorsaison.

"Es wurde im Vorfeld sehr viel geschrieben und gesprochen. Und dann war es sportlich eine Nullnummer wie auch das Ergebnis." Ähnliches habe er auch beim Frankenderby Nürnberg gegen Fürth erlebt. Damals habe man vor lauter Hektik und Verkrampfung kaum hinschauen wollen.

"Meine Erwartung an das Derby ist, dass wir ein sportlich gutes Spiel erleben." Gleichwohl dürfte seine Mannschaft gegen St. Pauli nicht nur versuchen, fußballerisch zu glänzen, sondern müsse auch in die "persönlichen Zweikämpfe sehr viel investieren".

Hecking zu St. Pauli: "Nicht leicht im HSV-Schatten"

St. Pauli habe für Hecking "absolut das Potenzial, im oberen Drittel" mitzuspielen. Gerade durch die Neuzugänge und Rückkehr verletzter Spieler gewinne St. Paulis Mannschaft zusehends an Qualität.

"Ich verstehe natürlich, dass sie die Favoritenrolle gerne in den Volkspark rüberschieben. Das nehmen wir auch an", sagte Hecking: "Es ist ja auch nicht so einfach, in einer Stadt im Schatten des HSV eine sportliche Wertigkeit zu haben."

Bei aller Rivalität müsse man auch beim Konkurrenten die gute Arbeit der vergangenen Jahre lobend erwähnen.

Dudziak und Fein international im Einsatz

Verzichten musste Hecking am Dienstag unter anderem auf den an einem Infekt erkrankten Torhüter Julian Pollersbeck (O-Ton Hecking: "Er braucht noch ein bisschen") sowie die Nationalspieler Jeremy Dudziak, Adrian Fein und Rick van Drongelen.

Dudziak läuft am Abend zum zweiten Mal für Tunesien auf (19 Uhr gegen Elfenbeinküste), Fein steigt mit der deutschen U21 in die EM-Qualifikation ein (20 Uhr in Wales). Dort trifft van Drongelen wiederum mit den Niederlanden auf Zypern (19 Uhr).

Letschert soll wieder mittrainieren

Im Volkspark zurückerwartet wird das Trio am Mittwoch. Nach etwas Regeneration und einem freien Tag am Donnerstag geht es mit der Trainingseinheit am Freitag dann auch für Dudziak, Fein und van Drongelen auf die Zielgerade in Richtung St. Pauli.

Über die personelle Lage soll schließlich die Pressekonferenz am Sonntag (13 Uhr) Aufschluss geben. Bis dahin darf sich möglicherweise auch Timo Letschert über weitere Fortschritte freuen. "Er soll in dieser Woche Teile des Mannschaftstrainings absolvieren", sagte Hecking am Dienstag über den niederländischen Innenverteidiger.

Fein: Jatta-Debatte hat das Team gestärkt

Die Debatte um die Identität von Bakery Jatta hat die Mannschaft nach Ansicht von Adrian Fein zusammengeschweißt. "Der Zusammenhalt in der Gruppe wurde gestärkt, und wir wissen, dass wir uns auch in schwierigen Phasen aufeinander verlassen können“, sagte Fein in einem Interview mit den Internetportalen Goal und Spox. "Jetzt ist zum Glück alles geklärt“, sagte Fein weiter.

Der Mittelfeldspieler des Zweitliga-Spitzenreiters kann sich seinen Teamkollegen auch gut im Kreis der deutschen U21 vorstellen: "Ein Spieler wie 'Baka' tut jedem Team gut, und ich würde mich freuen, wenn er bald auch bei der U21 dabei wäre."

Hecking sorglos wegen Bankdrücker Hinterseer

Lukas Hinterseer fehlte dieser Tage ebenso wegen einer Nationalmannschaftsnominierung. Zum Einsatz für Österreich kam der Stürmer bei zwei Möglichkeiten in der EM-Qualifikation (6:0 gegen Litauen und 0:0 in Polen) aber nicht.

Muss Hamburgs zweitbester Scorer (je zwei Treffer und Vorlagen) nun also um seinen Rhythmus fürchten? "Das sind ja trotzdem intensive Tage bei der Nationalmannschaft. Ob du spielst oder nicht, den Stress hast du trotzdem", sagte Hecking.

Hinterseer habe bis zuletzt dennoch sehr viele Spiele mit seiner ihm ureigenen Intensität bestritten. "Das sehe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge", sagte Hecking.

Deshalb halte er eine kleine Pause für "gar nicht so schlecht". Gleichwohl habe er Hinterseer auch gewünscht, zum Einsatz zu kommen.

Amaechi einer für die Regionalliga?

Für den HSV wiederum so gut wie gar nicht zum Einsatz gekommen ist bislang Xavier Amaechi. Lediglich im Pokal durfte der 18 Jahre alte Engländer wenige Minuten Profiluft schnuppern.

"Wir werden jetzt schauen, dass wir ihm die Möglichkeit geben, möglichst viel über 90 Minuten zu spielen", sagte Hecking am Dienstag über Amaechi – und dachte dabei aber selbstredend an Einsätze für die U23 in der Regionalliga.

"Das ist für die Entwicklung neben dem wöchentlichen Training mit den Profis sicherlich auch wichtig." Gegen Wolfsburg habe er "alles zeigen wollen", sagte Hecking, "aber da hat er gesehen, dass es gegen einen Bundesligisten alles noch einmal ein bisschen schneller ist."

Dennoch habe er einige positive Ansätze beobachtet, weshalb Amaechi früher oder später auch auf Einsätze in der Zweiten Liga hoffen könne. Spätestens, wenn der Verletztenstand einmal höher sei, "brauchen wir die Jungs auf einem hohen Niveau", sagte Hecking.