HSV-Einzelkritik

Jairo mit Super-Solo – Note eins mit Sternchen für Kittel

Leibold mit dem Dosenöffner, Keeper Fernandes mit zu vielen Wacklern, Jung agiert als Cowboy und van Drongelen als „aggressive Leader“.

Karlsruhe. Am Ende musste der HSV zwar noch einmal kräftig zittern, doch der Zweitliga-Riese fiel nicht an diesem Sonntag. Mit 4:2 (2:0) setzten sich die Hamburger in einer ereignisreichen Partie beim Aufsteiger Karlsruher SC durch. Der eingewechselte Jairo sorgte mit seinem erlösenden Treffer in der Nachspielzeit für Jubel auf der Bank seines Teams, das nun wieder von der Tabellenspitze grüßt.

Für unschöne Szenen auf den Rängen sorgte das Karlsruher Publikum, das HSV-Profi Bakery Jatta, dessen Identität angezweifelt wird, bei jedem Ballkontakt auspfiff. Trainer Dieter Hecking reagierte im Anschluss mit einer emotionalen Rede und stärkte seinem Spieler einmal mehr den Rücken. Und Jatta selbst? Der antwortete auf seine Art und lieferte ein starkes Spiel ab – so wie die komplette Hamburger Offensive. Die Einzelkritik der HSV-Profis:

Heuer Fernandes: Das waren ein paar Wackler zu viel diesmal. Bei den beiden Gegentoren allerdings machtlos.

Gyamerah: Stark. Scheint den Trainer nachhaltig davon überzeugen zu wollen, dass die Verpflichtung eines weiteren Außenverteidigers überflüssig wäre.

Jung: Hmm. Wirkte nicht immer sattelfest. Aber es braucht schon mehr, um diesen Cowboy vom Pferd zu schmeißen. Verhinderte zudem direkt nach dem Wiederanpfiff den Anschlusstreffer.

Van Drongelen: Hatte durchaus Probleme mit dem extrem torgefährlichen Pourié, aber wichtig als „aggressive Leader“.

Leibold: Seine Aktion vor dem Strafstoß zum 1:0 war der sogenannte Dosenöffner. Auch vor dem 3:0 überragend.

Kinsombi: Noch nicht wieder der Alte, kämpfte sich aber an alter Wirkungsstätte ins Spiel.

Fein: Erstmals in dieser Saison nicht der spielbestimmende Mann – und trotzdem immer noch wichtig.

Narey (bis 79.): Vor dem Spiel sorgte seine Aufstellung für eine kleine Überraschung. Nach dem Spiel wusste jeder, warum Trainer Hecking an diesem Sonntag auf den pfeilschnellen Rechtsaußen setzte.

Jairo Samperio (ab 79.): Klasse Solo, klasse Abschuss zum 4:2. An dem Spanier wird der HSV noch viel Freude haben.

Kittel (bis 82.): Durfte erstmals als alleiniger Zehner im zentralen Mittelfeld ran. Prädikat: Besonders wertvoll. Note eins mit Sternchen.

Dudziak (ab 82.): Durfte dem bärenstarken Kittel als Erster gratulieren.

Jatta: Gab die richtige Antwort auf die unsäglichen Pfiffe der Karlsruher: bereitete indirekt das vorentscheidende 2:0 vor. Es ist tatsächlich nur schwer vorstellbar, was der Gambier seit knapp drei Wochen durchmacht.

Hinterseer (bis 79.): Im dritten Pflichtspiel hintereinander das dritte Tor. Klassischer Fall von: der Knoten ist geplatzt. Hätte mit einem weiteren Treffer sogar noch die Kirsche obendrauf setzen können.

Wood (ab 79.): Welcome back!