HSV-Einzelkritik

Leibold trotzt den Pfiffen – Kittel mit einem Geistesblitz

Vor allem die Neuzugänge überzeugen. Der neue Keeper Heuer Fernandes wirkt dagegen noch nicht sicher.

Nürnberg. Der HSV hat das Traditionsduell beim 1. FC Nürnberg gewonnen und nach dem Remis zum Zweitligaauftakt gegen Darmstadt (1:1) den ersten Sieg gefeiert. Den Hanseaten gelang am Montagabend auswärts ein verdientes 4:0 (2:0). Zu den Matchwinnern wurden unter anderem drei Neuzugänge: Jeremy Dudziak (12.) und Sonny Kittel (30.) trafen schon in der Anfangsphase, vorbereitet wurde beide Treffer vom ehemaligen Nürnberger Tim Leibold. Die Einzelkritik der Hamburger Sieger:

Heuer Fernandes: Ging bei seinen Abschlägen mitunter hohes Risiko. Und auch sonst wirkte der Neuzugang aus Darmstadt nicht immer ganz sicher.

Gyamerah: Neuzugang Nummer zwei zeigte immer wieder, dass er sich auf der offensiven Hälfte des Spielfelds ziemlich wohlfühlt. Auch defensiv aufmerksam.

Jung: Der dienstälteste HSV-Profi im Kader war wie ein gefühlter Neuzugang. Im Vergleich zur vergangenen Saison viel stabiler und selbstsicherer.

Van Drongelen: Der Zweitjüngste in der Startelf spielte wie ein alter Hase.

Leibold: Neuzugang Nummer drei wurde bei jedem Ballkontakt böse ausgepfiffen. Der langjährige Nürnberger Liebling antworte mit zwei Torbeteiligungen.

Fein: Der vierte Neuzugang in der Startelf zeigte erneut den einen oder anderen lässigen Toni-Kroos-Gedächtnispass, agierte aber hin und wieder mal eine Spur zu lässig. Mit starker Vorlage vor dem 4:0.

Jatta (bis 65.): Hätte auch auf der benachbarten Laufbahn spielen können und wäre den Nürnbergern dennoch weggelaufen. Einfach nicht zu fassen.

Narey (ab 65.): Der Joker nutzte seine dritte Möglichkeit zum 3:0.

Hunt: Der Künstler im Hamburger Mittelfeld beschränkte sich an diesem Abend auf solide Arbeit.

Dudziak (bis 75.): Der ehemalige St. Paulianer spielt sich in Rekordzeit in die Herzen der HSV-Fans. Neuzugang Nummer fünf krönte seine gute Leistung mit einem richtig schönen Tor.

Kinsombi (ab 75.): Neuzugang Nummer sechs fügte sich problemlos ein – kein Wunder bei dem Spielstand.

Kittel (bis 82.): Bei seinem Startelfdebüt war der siebte Neuzugang erst nicht viel zu sehen. Aber dann: Geistesblitz beim Freistoß zum 2:0 und zwei feine Vorlagen vor dem 3:0 und 4:0.

Jairo (ab 82.): Durfte mitfeiern.

Hinterseer: Neuzugang Nummer acht hätte den HSV früh in Führung köpfen können. Will mit seinem Premierentor aber offenbar auf das kommende Spiel gegen seinen Ex-Club Bochum warten.

Die Statistik:

Nürnberg: Mathenia – Margreitter, Erras, Sörensen – Sorg, Behrens, Jäger (36. Ishak), Handwerker – Medeiros (69. Kerk), Dovedan, Robin Hack (69. Palacios). – Trainer: Canadi

HSV: Heuer Fernandes – Gyamerah, Gideon Jung, van Drongelen, Leibold – Fein – Dudziak (75. Kinsombi), Hunt – Jatta (64. Narey), Hinterseer, Kittel (82. Samperio). – Trainer: Hecking

Schiedsrichter: Harm Osmers (Hannover)

Tore: 0:1 Dudziak (12.), 0:2 Kittel (30.), 0:3 Narey (72.), 0:4 Handwerker (81., Eigentor)

Zuschauer: 44.497

Gelbe Karten: Handwerker – Dudziak

Torschüsse: 9:15