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Geheimtest: Hecking ist unzufrieden trotz zwei Doppelpacks

Der HSV schlägt Oberligist Rugenbergen mit 4:1. Dennoch ist der Trainer nicht vollends zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft.

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Boldt gesteht, dass HSV finanzielle Risiken eingeht. Hecking pflichtet seinem Chef bei. HSV-Uhr durch Koordinaten ersetzt.

Die HSV-News am Mittwoch, den 17. Juli 2019:

  • Wood und Jairo treffen doppelt im Geheimtest
  • Boldt gesteht finanzielles Risiko
  • Hecking: Das macht mich als Trainer stark
  • HSV-Bosse wünschen sich Kontinuität
  • GPS-Daten ersetzen Stadionuhr
  • Hoffmann legt nach Lottos Hymnen-Aus nach

Hecking ist unzufrieden nach Geheimtest

Mehr passiert nicht mehr: Der HSV gewinnt das kurzfristig angesetzte Testspiel gegen Fünftligist SV Rugenbergen mit 4:1. Bobby Wood und Jairo trafen jeweils doppelt für die mit einer B-Elf angetretenen Hamburger. Überzeugend war der Auftritt der Mannschaft von Trainer Dieter Hecking allerdings nicht.

"Gegen so einen Gegner muss man schneller und zielstrebiger spielen und nicht einfach nur mit dem Ball am Fuß laufen", kritisierte Trainer Dieter Hecking, der während der gesamten Partie unzufrieden wirkte. Der HSV-Coach relativierte aber auch: "Es ist alles normal, man muss auch sehen, wer gespielt hat."

Die größte Baustelle der Hamburger bleibt also die mangelnde Torgefahr. "Wir haben uns heute, wie auch schon in den vorherigen Testspielen, viele Chancen erarbeitet. Unterm Strich müssen wir daraus aber mehr Tore erzielen. Daran werden wir weiter arbeiten", sagte Hecking.

Auch Jairo trifft Doppelpack

Nach Bobby Wood hat auch Jairo einen Doppelpack im Geheimtest gegen Oberligist Rugenbergen erzielt. 25 Meter vor dem gegnerischen Tor bedient der eingewechselte Özcan aus zentraler Position den in den Strafraum eilenden Spanier, der mit einem flachen Schuss in die linke Ecke zum 4:1 einschiebt (50.). Wirklich überzeugend ist der Auftritt des HSV aber nach wie vor nicht.

Hecking wechselt dreimal

Dieter Hecking konnte nicht zufrieden sein mit dem Auftritt seiner B-Elf in der ersten Hälfte. Sichtbar unzufrieden teilte der Coach seinen Spielern in der Pause mit, was ihm alles nicht gefiel. Dazu dürften vor allem die zahlreichen Ballverluste zählen. Trotz der Führung leistete sich der HSV bislang zu viele individuelle Fehler und wirkte in der Defensive unsortiert.

Für den zweiten Durchgang kommen nun Keeper Mickel, Özcan und Hinterseer für Pollersbeck, Bates und Doppelpacker Wood. Jonas David rück von der Sechs in die Innenverteidigung. Die voraussichtliche Startelf für Anderlecht (Sa., 13.30 Uhr) trainiert auf dem Nebenplatz und wird heute nicht mehr zum Einsatz kommen (mit Ausnahme von Papadopoulos und Hinterseer).

HSV: Mickel – Sakai, Papadopoulos, David, Vagnoman – Moritz, Özcan, Kittel – Jairo, Hinterseer, Wintzheimer.

Wood schnürt den Doppelpack

Jetzt läuft es bei Bobby Wood und dem HSV: Der agile Wintzheimer bricht diesmal auf der rechten Seite durch und serviert punktgenau für den US-Stürmer, der dem Torhüter der Gäste aus kurzer Distanz keine Abwehrchance lässt (43./siehe Video). Woods zweiter Treffer binnen sieben Minuten führt zum 3:1 für die Hamburger im Geheimtest gegen Rugenbergen.

Wood schießt den HSV in Führung

Es ist weiterhin nicht erkennbar, dass die Hamburger drei Klassen höher als der Gegner aus Schleswig-Holstein spielen. Dennoch führt der HSV nun wieder. Auf Vorlage von Linksaußen Manuel Wintzheimer trifft der US-Stürmer zum 2:1 (36.). Gleich ist Halbzeit auf dem Nebenplatz im Volkspark.

HSV hat Probleme mit Oberligist

Eine halbe Stunde ist gespielt. Bislang ist es ein sehr schwaches Spiel vom HSV. Oberligist Rugenbergen tritt mutig auf und bereitet dem Hecking-Team große Probleme. In dieser Form kann sich keiner der Reservisten um Ex-Kapitän Gotoku Sakai in den Vordergrund spielen.

Rugenbergen gleicht nach Jairo-Elfmeter aus

Nach rund 15 Minuten steht es 1:1 im Testspiel zwischen dem HSV und dem Fünfligisten Rugenbergen aus Schleswig-Holstein. Jairo hatte die Hamburger mit einem platziert geschossenen Elfmeter in Führung gebracht (10./siehe Video). Doch die Gäste glichen kurz darauf durch Kilian Utcke (15.) aus. Der Angreifer lief nach einem Steilpass alleine auf Keeper Pollersbeck zu und behielt die Nerven im Eins-gegen-Eins. Da stimmte die defensive Grundordnung der Hamburger nicht.

Geheimtest mit Sakai und Pollersbeck

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit bestreitet der HSV in diesen Minuten ein Testspiel gegen den SV Rugenbergen aus der Oberliga Hamburg. Trainer Dieter Hecking setzt dabei auf eine B-Elf um Ex-Kapitän Gotoku Sakai und Ersatztorhüter Julian Pollersbeck. Auch die beiden Stürmer Bobby Wood und Manuel Wintzheimer (auf Linksaußen) dürfen von Beginn an ran. Es ist der vorletzte Härtetest vor dem Saisonauftakt gegen Darmstadt am 28. Juli. Am Sonnabend testet der HSV gegen den belgischen Spitzenclub RSC Anderlecht (13.30 Uhr) im Rahmen des Volksparkfestes.

HSV: Pollersbeck – Sakai, Papadopoulos, Bates, Vagnoman – David, Moritz, Kittel – Jairo, Wood, Wintzheimer.

Boldt gesteht: HSV geht finanzielles Risiko

Insgesamt 9,6 Millionen Euro hat der HSV für Ablösesummen seiner neun Neuzugänge gezahlt. Hinzu kommen die Gehälter des aktuell mit 28 Mann aufgeblähten Kaders (inklusive der beiden zur U 21 abgeschobenen Talente Ito und Janjicic). Natürlich soll der eine oder andere Profi den Verein bis Transferschluss (2. September) noch verlassen. Doch momentan nimmt der Club für die Mission Aufstieg ein finanzielles Risiko in Kauf. Das gab nun auch Sportvorstand Jonas Boldt in der "Sportbild" zu.

Auf die Frage, ob der HSV ein finanzielles Risiko gehen müsse, antwortete der Manager: "In unserer aktuellen Situation denke ich das, ja. Wenn wir einfach nur verwalten, denke ich nicht, dass wir erfolgreich sein werden. Was ich intern immer wieder sage: Es muss ein Sinn dahinterstecken. Wenn ich eine neue Büroeinrichtung oder neue Technik kaufe, nur weil andere Vereine sie auch haben, sie dann aber in der Ecke liegt, bringt das nichts. Wir müssen kluge Entscheidungen treffen. Und fest steht: Bei uns gibt es in vielen Bereichen noch Verbesserungsbedarf."

Hecking stützt Boldts Finanzthese

In dem Dreier-Interview mit Trainer Dieter Hecking und Clubboss Bernd Hoffmann, pflichtete der Coach seinem Chef Boldt bei. "Der Ansatz war, sich nicht kleinzumachen, sondern zu investieren und ein neues Stadion zu bauen. Das könnte für den HSV ein ähnlicher Weg werden", sagte Hecking, der als Verantwortlicher der Mannschaft naturgemäß von Investitionen in den Kader profitiert.

Hecking: Das macht mich als Trainer stark

Wir bleiben bei Dieter Hecking. Der von Borussia Mönchengladbach verpflichtete Coach sieht sich in der Öffentlichkeit zu häufig auf seine Erfahrung als Hauptqualitätsmerkmal reduziert. Dabei sei es vor allem seine Menschenführung, die ihn auszeichne. "Ich musste es nie lernen. Ich bin mit drei Geschwistern groß geworden, habe selbst fünf Kinder. Da lernt man automatisch Führung. Und von meinen Eltern ist mir mehr als deutlich eingeprägt worden, wie man mit Menschen umgehen soll. Respektvoll, aber dass man auch klar seine Meinung äußert. Das war bei uns zu Hause auch gewünscht", sagte er der "Sportbild".

Für immer Hecking? HSV-Bosse wünschen sich Kontinuität

Nach zuletzt vier Trainerwechseln in gut 16 Monaten hat sich die Clubspitze selbst eine Kurskorrektur auferlegt. Auf die "Sportbild"-Frage, ob er Hecking so lange wie irgend möglich schützen werde, sagte Sportchef Boldt: „Natürlich! Wenn man erfolgreich sein will, ist das aus meiner Sicht unabdingbar.“ Er habe sich „immer dafür eingesetzt, dass wir unseren Trainer extrem lange unterstützen und schützen. Ich bin nicht bekannt dafür, Aktionismus zu betreiben“, bekräftigte der aus Leverkusen gekommene 37-Jährige.

Vorstandschef Hoffmann sieht dies genauso. Er habe den Wunsch „dass wir in drei Jahren in exakt dieser Konstellation (Boldt, Hoffmann, Hecking; Anm. d. Red.) hier sitzen und die dritte Bundesliga-Saison in Folge vorbereiten“, sagte er. Allerdings hatten sich der 56-Jährige und auch Boldts Vorgänger Ralf Becker in diesem Jahr auch schon klar und öffentlich hinter Ex-Coach Hannes Wolf positioniert. Der HSV jedoch verspielte die direkte Bundesliga-Rückkehr, woraufhin Wolf und Becker nacheinander gehen mussten.

GPS-Daten ersetzen die Stadionuhr

Die legendäre HSV-Uhr ist endgültig Geschichte. Der Club hat den angekündigten Abbau umgesetzt. "Wir wollen sichtbar den Blick nach vorn richten, den Fokus am Spieltag noch stärker auf den aktuellen Fußball legen“, sagte Bernd Hoffmann. Nun hängen die GPS-Koordinaten des Volksparkstadions (Mittelpunkt des Spielfeldes) in der Nordwest-Ecke der Arena.

"Gute Lösung, finde ich", kommentierte Supporters-Chef Tim-Oliver Horn bei Twitter. Noch ist allerdings unklar, wo die Stadionuhr in Zukunft platziert wird. Das Deutsche Fußball-Museum in Dortmund hat Interesse bekundet, für das HSV-Museum ist der 14 Meter lange Zeitzähler zu groß.

Hoffmann legt nach Lottos Hymnen-Aus nach

Neben der Stadionuhr schaffte der Zweitligist auch seine Hymne "Hamburg, meine Perle", ab, die Lotto King Karl 14 Jahre lang vor den Heimspielen live vor der Nordkurve sang. In dem Lied werden Vereine wie Bayern, Bremen und Leverkusen, die dem HSV längst enteilt sind, verhöhnt. Für Hoffmann war es deshalb an der Zeit, sich von dem Song zu trennen. "Wir fanden insgesamt, dass der Inhalt des Liedes unsere aktuelle Situation nicht mehr abbildet. Dieses Lied hat eine Überheblichkeit ausgedrückt, die nicht mehr zu uns passt", sagte der Clubboss.

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