HSV-News

Nach Spott und Kritik: Lasogga wendet sich an die HSV-Fans

HSV-Sportvorstand Boldt erklärt seine Kaderpläne

Der neue Manager spricht erstmals über seine Arbeit in Hamburg und mögliche Transfers bis zum Trainingsstart.

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Kilian folgt Titz nach Essen. Hwang feiert Prestigeerfolg. Jansen mindert Aufstiegsdruck. HSV bezieht für Trainingslager Luxushotel.

Die HSV-News am Freitag, den 7. Juni 2019:

  • Jatta schießt HSV-Tor der Saison
  • Titz holt seinen Co-Trainer vom HSV nach Essen
  • Lasogga wendet sich nach Katar-Wechsel an die Fans
  • Hwang siegt mit Südkorea gegen Australien
  • HSV-Präsident Jansen: "Wir müssen nicht aufsteigen"
  • HSV trainiert in Kitzbühel für den Aufstieg
  • Früherer HSV-Stürmer Drmic muss sich neuen Club suchen
  • Stendera-Berater bekräftigt Wechselabsicht
  • Ex-Nachwuchschef Hildebrandt warnt Lasogga vor der Hitze
  • Futsaler kämpfen um Titel, Frauen um den Aufstieg

Jatta schießt HSV-Tor der Saison

Die HSV-Fans haben entschieden: Bakery Jatta hat das beste HSV-Tor der vergangenen Saison geschossen. Für seinen spektakulärer Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 im DFB-Pokal-Halbfinale gegen Leipzig stimmten bei einer Online-Abstimmung 58 Prozent der User.

HSV-Co-Trainer Kilian folgt Titz nach Essen

André Kilian ist nicht länger Co-Trainer des HSV. Der 32-Jährige folgt seinem Mentor und ehemaligen Chef Christian Titz und verstärkt dessen Trainerteam beim Regionalligisten Rot-Weiss Essen. Das gaben beide Clubs am Freitag bekannt.

Kilian war erst vor einem Jahr zum HSV gekommen. Er und Titz lernten sich einst beim FC Homburg kennen, wo Kilian noch als Spieler von Titz trainiert wurde. Nach Titz' Entlassung beim HSV im vergangenen Oktober blieb Kilian Assistenzcoach unter Nachfolger Hannes Wolf. Der HSV hatte die Laufzeit seines Vertrags im Februar an die von Wolf angepasst und bis 2020 verlängert. Amtskollege Maik Goebbels wurde damals als "fester Co-Trainer" bis 2022 gebunden.

Der neue Cheftrainer Dieter Hecking bringt seinen langjährigen Co-Trainer Dirk Bremser mit zum HSV.

Lasogga bittet HSV-Fans nach Katar-Wechsel um Unterstützung

Pierre-Michel Lasogga hat sich erstmals seit Bekanntwerden seines Wechsels vom HSV zu Al-Arabi Sports Club im Wüstenstaat Katar gemeldet. "Hey Leute, wie ihr alle mitbekommen habt, habe ich mit @alarabi_club eine neue Herausforderung für mich gefunden. Ich freue mich riesig, Teil dieses großartigen Projekts in Katar zu sein", schrieb der Stürmer im Kurznachrichtendienst Twitter. Er hoffe, dass ihn die Fans "trotz der etwas größeren Distanz weiterhin unterstützen" werden.

Am Dienstag hatte der Al-Arabi Sports Club die Verpflichtung des 27-Jährigen bekanntgegeben. Der Abgang in die Wüste hatte Lasogga Spott und Kritik in den sozialen Medien eingebracht. Es wurde ihm unterstellt, vor allem aus finanziellen und kaum aus sportlichen Gründen in das Land des WM-Gastgeber 2022 gegangen zu sein.

Lasogga hatte mit dem HSV in der vergangenen Saison die Rückkehr in die Bundesliga verpasst. Sein Vertrag wurde nach sechs Jahren nicht mehr verlängert. Lasogga galt in der vergangenen Spielzeit mit einem Grundgehalt von 3,4 Millionen Euro brutto pro Jahr als Topverdiener der 2. Bundesliga. In Katar soll er in den kommenden drei Jahren insgesamt zwölf Millionen Euro netto verdienen.

HSV-Leihspieler Hwang feiert Sieg mit Südkorea

Der scheidende HSV-Stürmer Hee-Chan Hwang hat mit der südkoreanischen Nationalmannschaft einen Prestigeerfolg gefeiert. Bei einem Testländerspiel in Busan gelang dem deutschen WM-Gegner ein 1:0-Erfolg gegen Australien.

Hwang bildete zusammen mit dem früheren HSV-Star Heung-Min Son (Tottenham Hotspur) den Angriff der Südkoreaner, bevor er in der 67. Minute für den späteren Torschützen Ui-Jo Hwang ausgewechselt wurde. Die Südkoreaner standen zwar defensiv weitgehend stabil, entwickelten bis zum Treffer von Ui-Jo Hwang (76. Minute) im Angriff aber zu wenig Durchschlagskraft.

In einem weiteren Freundschaftsspiel heißt am Dienstag (13 Uhr MESZ) in Seoul der Gegner Iran. Hee-Chan Hwang war vergangene Saison von Red Bull Salzburg an den HSV ausgeliehen worden.

HSV-Präsident Jansen nimmt der Mannschaft den Aufstiegsdruck

HSV-Präsident Marcell Jansen hat das Saisonziel Bundesliga-Aufstieg relativiert. Der HSV habe anders als früher nicht die finanziellen Mittel, um sich in eine klare Favoritenstellung zu bringen, stellte der frühere Nationalspieler in einem Sky-Interview klar. "Wir können nicht zaubern. Aber wir haben in den vergangenen elf Monaten Rahmenbedingungen dafür geschaffen, dass die Voraussetzungen zur neuen Saison deutlich besser sind als zur letzten", sagte Jansen: "Wir kommen nicht aus einer Favoritenrolle, sondern müssen mit Bodenständigkeit, ehrlicher Arbeit und auch einer gewissen Dankbarkeit an unser Ziel herangehen. Wir müssen nicht aufsteigen, wir wollen aufsteigen. Das ist ein Riesenunterschied."

Ähnlich hatte sich Marcell Jansen auch schon im Abendblatt-Interview geäußert:

Der HSV-Realitätscheck mit Vereinspräsident Marcell Jansen

HSV bezieht für Trainingslager Fünfsternehotel

Was die äußeren Umstände betrifft, wird die Vorbereitung des HSV auf die kommende Zweitligasaison erstklassig. Vom 8. bis zum 14. Juli bezieht die Mannschaft für ihr Trainingslager das Kempinski-Hotel Das Tirol in Jochberg. Das gab der neue Sportvorstand Jonas Boldt bekannt. Die Fünfsterneherberge bietet neben einem malerischen Ausblick auf die Kitzbüheler Alpen auch einen 3600 Quadratmeter großen Spa-Bereich, in dem man nach einem anstrengenden Trainingstag sicherlich gut Beine und Seele baumeln lassen kann.

Trainiert wird auf der 6,5 Kilometer entfernten Anlage des FC Eurotours Kitzbühel, der in der dritthöchsten Liga Österreichs spielt. Ursprünglich wollte der HSV wieder in Rotenburg (Wümme) Anlauf auf die Saison nehmen. Doch weil der HSV vergangenen Monat dort vergeblich versucht hatte, mit einem Kurztraingslager die Wende Richtung Aufstieg zu schaffen, änderte Boldt die Pläne seines Vorgängers Ralf Becker. Keine schlechte Erinnerung soll die Zuversicht trüben.

Jetzt geht es also in die weltberühmte Wintersportregion Kitzbühel. Der HSV ist übrigens nicht der erste Zweitligaclub, der im Kempinski-Hotel Das Tirol zu Gast ist. Im vergangenen Sommer quartierte sich der 1. FC Köln dort ein. Am Saisonende gelang bekanntlich der Aufstieg. Wenn das kein gutes Omen ist!

Ex-HSV-Stürmer Drmic in Gladbach ausgemustert

Der frühere HSV-Profi Josip Drmic muss sich einen neuen Verein suchen. Borussia Mönchengladbach verlängert den auslaufenden Vertrag des 26 Jahre alten Stürmers einem Bericht der "Rheinischen Post" zufolge erwartungsgemäß nicht. Drmic war 2015 von Bayer Leverkusen zur Borussia gewechselt, brachte es dort aber lediglich auf 54 Pflichtspieleinsätze, in denen er sieben Tore erzielte.

2016 war Drmic für ein halbes Jahr an den HSV ausgeliehen, kam aber nur sechsmal zum Einsatz, bevor eine Verletzung für ihn das Saisonende bedeutete. Gegen Ende der abgelaufenen Spielzeit wurde der Schweizer Nationalspieler noch einmal zu einem wichtigen Faktor im Gladbacher Spiel und hatte mit zwei Toren Anteil an der Qualifikation seiner Mannschaft für die Europa League.

Stendera-Berater bekräftigt Wechselwunsch

Ein möglicher Wechsel von Marc Stendera von Eintracht Frankfurt zum HSV scheint sich zu konkretisieren. Der zentrale Mittelfeldspieler steht beim Europa-League-Halbfinalisten nach neun Jahren vor dem Abschied. "Marc soll weg, und Marc will weg", sagte sein Berater Alexander "Sascha" Bürger dem "Wiesbadener Kurier". Stendera (23), dessen Vertrag noch ein Jahr gültig ist, dürfte die Eintracht wohl schon für eine geringe Ablösesumme verlassen.

Auch Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Köln, der SC Freiburg und Absteiger Hannover 96 sollen Interesse haben. Der HSV darf sich aber gute Chancen ausrechnen. "Für Marc ist nicht die Liga das Wichtigste, sondern die Perspektive beim jeweiligen Trainer", sagte Bürger vieldeutig, "er will jetzt einfach nur spielen, das hat er mir für alle Verhandlungen mit auf den Weg gegeben." Der Wertschätzung des neuen HSV-Trainers Dieter Hecking darf sich Stendera sicher sein. Hecking wollte ihn einst schon nach Nürnberg holen. Zudem sollen Bürger und Boldt ein gutes Verhältnis pflegen.

Die HSV-Transfers 2019/20:

Stendera brachte es in der abgelaufenen Saison unter dem neuen Eintracht-Trainer Adi Hütter nur auf 205 Pflichtspielminuten. Schon bei Hütters Vorgänger Niko Kovac war Stendera nur noch Ergänzungsspieler.

Hildebrandt warnt Lasogga vor der Hitze

Der bisherige HSV-Stürmer Pierre-Michel Lasogga könnte bei seinem neuen Club Al-Arabi mehr mit den Begleitumständen zu kämpfen haben als mit der sportlichen Herausforderung. Zu Saisonbeginn der Qatar Stars League im August und gegen Ende im April sind die klimatischen Bedingungen bisweilen extrem. "Gerade in den beiden Monaten wird es von den Temperaturen für Lasogga eine Herausforderung. 45 bis 48 Grad sind da keine Seltenheit", sagte Stephan Hildebrandt der "Bild"-Zeitung. Der frühere Nachwuchschef des HSV muss es wissen: Er war bis Oktober fünf Jahre lang für die Ausbildung der katarischen Juniorennationalmannschaften zuständig.

Um der Hitze zu entfliehen, absolvieren viele Teams die Saisonvorbereitung im Juli in Europa. Umso unterkühlter ist die Atmosphäre auf den Rängen: Zu den Ligaspielen kommen oftmals nur einige Hundert Zuschauer. "Aber alles ist perfekt organisiert und absolut seriös", sagte Hildebrandt (45).

Bei Al-Arabi haben schon Stars wie Gabriel Batistuta und Stefan Effenberg ihre Karriere ausklingen lassen. Der Club wartet seit 1997 auf seine achte Meisterschaft. Lasogga (27) soll in den kommenden drei Jahren insgesamt zwölf Millionen Euro netto verdienen.

Futsaler spielen um den Titel, Frauen um den Aufstieg

Für den HSV ist die Saison beendet – halt, ganz falsch! Für einige Mannschaften geht die heiße Phase jetzt erst richtig los. Die Futsalmannschaft der HSV Panthers kämpft am Sonnabend in Stuttgart um die deutsche Meisterschaft. Die erste Frauenmannschaft will am Sonntag bei ATS Buntentor Bremen nach dem 4:0 im Hinspiel den Regionalliga-Aufstieg perfekt machen.

Und auch die Topmannschaften im Nachwuchs sind noch gefordert. Die 1. D-Junioren (U13) beispielsweise spielen am Mittwoch beim SC Condor (18.30 Uhr, Berner Heerweg 190) um den Einzug ins Hamburger Pokalfinale.