HSV-News

Boldt will HSV-Kader drastisch verkleinern

HSV-Sportvorstand Boldt erklärt seine Kaderpläne

Der neue Manager spricht erstmals über seine Arbeit in Hamburg und mögliche Transfers bis zum Trainingsstart.

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Handballlegende Brand lehnt HSV-Vergleich ab. Santos könnte bleiben. Spielt Holtby nächste Saison in der Champions League?

Die HSV-News am Donnerstag, den 6. Juni 2019:

  • HSV im veganen Mittelfeld
  • Gummersbach-Legende Heiner Brand lehnt HSV-Vergleich ab
  • Boldt will HSV-Kader deutlich reduzieren
  • Kein Angebot für Douglas Santos
  • Holtby angeblich bei Galatasaray im Gespräch
  • Nächste Geldstrafe für HSV
  • Sakais Bruder verlässt Lüneburg
  • Lasogga hatte zu Katar angeblich kaum Alternativen
  • HSV-Schreck Türpitz unterschreibt bei der Konkurrenz
  • Ex-HSV-Talent Seref Özcan wird Profi
  • Neuer Torwart Heuer Fernandes strebt Führungsrolle an

HSV im veganen Mittelfeld

Immerhin in der Veggie-Wertung liegt der HSV noch vor Werder Bremen: Im Ranking der vegan-freundlichsten deutschen Stadien belegt der Zweitligaclub den zwölften Platz unter 25 Arenen, die die Tierschutzorganisation Peta untersucht hat. "Ein veganer Hotdog und ein veganer Tofuspieß mit Soße bringen neben den in allen Stadien immer häufiger auftauchenden Süßkartoffelpommes Punkte ein", heißt es in der Auswertung über den HSV.

Erfolgreich seinen Titel als Vegan-Meister verteidigt hat der FC Schalke 04, der mit Tofu-Schaschlik, dem pflanzlichen Knusperschnitzel Hongkong und einem asiatischen Tofu-Wrap punkten konnte. Dicht dahinter rangiert HSV-Lokalrivale FC St. Pauli dank dreier veganer Burger, veganer Currywurst und veganen Bagels.

Nordrivale Werder Bremen hat als 20. nur Pommes frites, Bratkartoffeln und Brezeln zu bieten. Schlusslichter sind Darmstadt 98 und Union Berlin, wo es für hungrige Veganer keine Alternative zu Pommes (Darmstadt) beziehungsweise Brezeln (Union Berlin) gibt. "Immer mehr Fans erkennen die dramatischen Folgen des Fleischkonsums für Mensch, Tier und Klima", sagte Felicitas Kitali, Fachreferentin für Ernährung bei Peta, "Stadien auf den Abstiegsplätzen sollten sich vom Angebot der Top fünf inspirieren lassen." Die Veggie-Wertung wird seit 2005 durchgefühhrt.

Handballlegende Brand: Gummersbach und HSV nicht zu vergleichen

Am Pfingstsonntag (15 Uhr/Sky) droht dem VfL Gummersbach das Schicksal, das dem HSV vor einem Jahr widerfuhr: Mit einer Niederlage beim direkten Konkurrenten Bietigheim würde der einstmals beste Handballclub der Welt nach 53 Jahren Erstklassigkeit als letztes Gründungsmitglied der Bundesliga absteigen.

Doch Gummersbachs Legende Heiner Brand, Weltmeister als Spieler (1978) wie als Trainer (2007), mag den Vergleich mit den Fußballern aus dem Norden nicht gelten lassen. "Das ist eine andere Situation", sagte der frühere Weltklasse-Kreisläufer und Abwehrchef. Der HSV habe schließlich stets "die besten Möglichkeiten" gehabt. "Die Spieler bei uns verdienen keine zig Millionen. Wir müssen mit begrenzten Mitteln auskommen", sagte Brand (66). Einen Investor wie Klaus-Michael Kühne, der jederzeit mit seinen Millionen aushilft, wenn der Schuh mal drückt, habe Gummersbach nie gehabt.

Der VfL befindet sich seit Jahren im Sinkflug. Der letzte der insgesamt elf Europacupsiege datiert aus dem Jahr 2011, der letzte von zwölf Meistertiteln liegt weitere 20 Jahre zurück. In den beiden vergangenen Spielzeiten wurde der Ligaverbleib als Tabellen-15. nur mit Ach und Krach gesichert, 2017 waren es gerade mal 19 Tore, die den Altmeister vor dem Absturz in die 2. Liga bewahrten.

Boldt: HSV-Kader wird deutlich verkleinert

Der neue HSV-Sportvorstand Jonas Boldt will den Profikader in der kommenden Saison deutlich verkleinern. "Wir planen mit einem Kader von ungefähr 20 Feldspielern und drei Torhütern", sagte Boldt bei einem Medientermin am Donnerstag. Grundsätzlich liege es an jedem einzelnen Spieler, sich für einen Platz zu empfehlen: "Jeder bekommt hier seine Chance." In der abgelaufenen Saison hatten beim HSV 30 Feldspieler und drei Torhüter einen Vertrag als Lizenzspieler.

Fest im Etat eingeplant war der Verkauf von Douglas Santos (25), der brasilianische Linksverteidiger hatte nach dem verpassten Aufstieg trotz Vertrags bis 2021 seinen Abschied angekündigt. Noch ist für den brasilianischen Linksverteidiger allerdings kein Angebot eingegangen. "Wir planen erst einmal mit ihm", sagte Boldt, "Douglas Santos ist ein Spieler, der uns sportlich weiterhilft."

Noch kein Angebot für Santos

Der lange Zeit erwogene Wechsel zu Bayer Leverkusen hat sich zerschlagen. Vor einem Jahr war es Boldt selbst, damals noch als Manager für den Werksclub tätig, der Santos als Ersatz für dessen Landsmann Wendell (25) holen wollte. Doch als sich dessen Wechsel zerschlug, war auch Santos bei Bayer kein Thema mehr. Aktuell deutet wieder alles auf einen Verbleib Wendells in Leverkusen hin.

Auch Torwart Julian Pollersbeck (24) und Stürmer Bobby Wood (26), beide ebenfalls vertraglich bis 2021 gebunden, wurden zum Verkauf inseriert. Erzwingen will Boldt ihren Wechsel aber nicht. Sollte sich bis zum Trainingsauftakt am 17. Juni kein Abnehmer finden, sollen sie regulär am Betrieb teilnehmen dürfen und eine Bewährungschance bekommen. Boldt: "Jeder Spieler, der hier einen Vertrag hat, wird beim Trainingsauftakt aufschlagen, sofern er nicht noch Extraurlaub hat."

Bericht: Holtby auf Wunschliste von Galatasaray-Trainer Terim

Spielt Lewis Holtby kommende Saison in der Champions League? Nachdem die Gerüchte um einen Wechsel zu den Glasgow Rangers und Cardiff City zuletzt verstummt sind, führt eine neue Spur in die Türkei. Laut einem Medienbericht steht der frühere Nationalspieler auf einer Wunschliste, die Trainer Fatih Terim den Verantwortlichen von Galatasaray Istanbul übergeben hat.

Terim ist dem Bericht zufolge auf der Suche nach einem Linksfuß für den Traditionsclub, der in der abgelaufenen Saison das Double aus Meisterschaft und Pokal gewonnen hat. Holtbys Vertrag beim HSV war nach fünf Jahren nicht mehr verlängert worden, er könnte somit ablösefrei wechseln. Auf Terims Wunschliste sollen sich dem Bericht zufolge auch der frühere HSV-Profi Hakan Calhanoglu (AC Mailand) und der Wolfsburger Yunus Malli befinden.

Pyrotechnik abgebrannt: HSV muss Geldstrafe zahlen

Den HSV kommen seine Fans wieder einmal teuer zu stehen. Weil einige von ihnen unmittelbar vor dem Spitzenspiel bei Union Berlin am 28. April mindestens acht pyrotechnische Gegenstände abgebrannt hatten, wurde der Zweitligaclub vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zu einer Geldstrafe von 4800 Euro verurteilt.

Der HSV hat dem Urteil zugestimmt, es ist damit rechtskräftig. Die Summe der vom DFB gegen den HSV verhängten Geldstrafen wegen unsportlichen Verhaltens beläuft sich damit für die Saison auf fast 300.000 Euro, das ist mit Abstand Platz eins in der "Strafentabelle" des deutschen Profifußballs.

Sakais Bruder wechselt in den Süden

Ob Gotoku Sakai (28) in der nächsten Saison noch für den HSV spielt, ist trotz noch ein Jahr gültigen Vertrags offen. Sein Bruder Goson (23) hat bereits einen neuen Verein gefunden. Der zentrale Mittelfeldspieler wechselt vom Regionalligaclub Lüneburger SK Hansa zum Drittliga-Absteiger VfR Aalen, bei dem er einen Einjahresvertrag erhält.

„Ich habe mich aus voller Überzeugung für den Schritt zum VfR entschieden. Für mich ist es etwas Besonderes, für diesen Club zu spielen", wird Goson Sakai auf der Vereinshomepage zitiert. Vergangene Saison stand er 33-mal in der Lüneburger Startelf und erzielte fünf Tore.

Lasoggas Wechsel nach Katar wohl alternativlos

Für seinen Wechsel nach Katar musste sich der bisherige HSV-Stürmer Pierre-Michel Lasogga in den sozialen Netzwerken, nun ja, wüste Beschimpfungen gefallen lassen. Fan-Tenor: Lasogga (27) opfere seine sportlichen Ambitionen dem Lockruf des Geldes. Tatsächlich soll er bei seinem neuen Club Al-Arabi in den kommenden drei Jahren insgesamt zwölf Millionen Euro netto verdienen. Das ist sogar mehr, als Lasogga vergangene Saison als bislang bestbezahlter Zweitligaspieler aller Zeiten (3,4 Millionen Euro pro Jahr plus Prämien) eingestrichen hat, und deutlich mehr, als ihm der HSV für einen neuen Vertrag hätte bieten können. Und wie war das überhaupt mit den Menschenrechten?

Doch das Geld allein hat Lasogga wohl nicht in die Wüste getrieben: Auch sportlich hatte er offenbar wenig Alternativen. Laut "Hamburger Morgenpost" hätte der HSV-Toptorjäger der vergangenen Jahre nach Belgien wechseln können. Konkrete Angebote aus seinem Traumziel England, wo er 2017/18 für Leeds in der Zweiten Liga spielte, seien ausgeblieben.

Nach wie vor hege Lasogga den Wunsch, in einer europäischen Topliga zu spielen. Derzeit weilt er zusammen mit HSV-Kapitän Aaron Hunt im Urlaub in der Türkei. Dort nimmt man es mit den Menschenrechten ja auch nicht so genau.

HSV-Schreck Türpitz wechselt nicht in den Volkspark

Im Volksparkstadion erlebte Philip Türpitz den vielleicht größten Moment seiner Karriere. Anfang April erzielte er den späten 2:1-Siegtreffer für den 1. FC Magdeburg gegen den HSV und posierte mit freiem Oberkörper vor dem voll besetzten Gästeblock. Im nächsten Spiel dann zog er sich eine Muskelverletzung zu und konnte somit nichts tun, um den Abstieg seines Clubs noch zu verhindern.

In der 3. Liga, das hat Türpitz (27) jetzt zu verstehen gegeben, sieht er sich nach sieben Toren und zwei Vorlagen aus der vergangenen Saison nicht mehr, ein Angebot zur Vertragsverlängerung schlug der offensive Mittelfeldspieler aus. Er sagte: "Ich möchte die sportliche Chance nutzen, in der 2. Bundesliga spielen zu können." Etwa beim HSV?

Tatsächlich war Türpitz am Volkspark ein Thema. Doch seit Donnerstag ist klar: Der Schwabe geht zum SV Sandhausen und kehrt damit in sein Heimatländle zurück. Türpitz unterschrieb einen Zweijahresvertrag. Einer seiner Teamkollegen ist der langjährige HSV-Profi Dennis Diekmeier.

Ex-HSV-Talent Seref Özcan wird Profi

Der frühere HSV-Jugendspieler Seref Özcan hat den Sprung zum Profi geschafft. Der 22 Jahre alte Flügelspieler wechselt vom Regionalligaclub Berliner AK in die 3. Liga zu Preußen Münster und erhält einen Zweijahresvertrag.

Özcan wurde von 2011 bis 2014 beim HSV ausgebildet. Es folgten Stationen im Nachwuchs von Hansa Rostock und Fortuna Düsseldorf.

Heuer Fernandes will beim HSV vorangehen

Anders als sein Vorgänger und Noch-Konkurrent Julian Pollersbeck strebt der neue HSV-Torwart Daniel Heuer Fernandes (26) beim HSV eine Führungsrolle an. "Mentalität gehört auf dem Platz dazu", sagte der Deutschportugiese der "Bild"-Zeitung. "Als Torwart hat man auch Verantwortung, muss der Mannschaft Führung geben. Das möchte ich vorleben."

Als Vorteil sieht es Heuer Fernandes an, dass er sich in die Gefühlslage der HSV-Gegner in der 2. Bundesliga hineinversetzen kann: "Ich weiß genau, wie der Gegner denkt, wenn er im Volkspark in der Kabine sitzt. Wie groß Vorfreude und Anspannung sind. Es ist eine besondere Motivation." Vergangene Saison feierte er mit Darmstadt nach 0:2-Rückstand noch einen 3:2-Sieg beim HSV.

Der Gedanke, dass Pollersbeck beim Trainingsauftakt am 17. Juni noch keinen neuen Verein gefunden haben könnte, beunruhige ihn nicht: "Konkurrenzkampf gehört dazu. Aber ich möchte natürlich spielen." Der HSV hat für Heuer Fernandes 1,3 Millionen Euro Ablöse gezahlt. Für U-21-Europameister Pollersbeck (24/Vertrag bis 2021) erhofft sich der Club eine deutlich höhere Einnahme.