HSV-Investor

Kühne: Ich hatte dem HSV einen Wolf-Rauswurf empfohlen

Klaus-Michael Kühne ist mal wieder frustriert über die Entwicklung beim HSV.

Klaus-Michael Kühne ist mal wieder frustriert über die Entwicklung beim HSV.

Foto: Roland Magunia

Der 81 Jahre alte Unternehmer kritisiert fehlenden Mut des Vorstands und fordert nun einen radikalen Umbruch des Teams.

Hamburg. HSV-Investor Klaus-Michael Kühne hat das Festhalten der Clubbosse an Trainer Hannes Wolf scharf kritisiert. "Falsche Entscheidungen" des Coaches sowie ein sich damit verbundener "abzeichnender Niedergang" hätten zum dramatischen tabellarischen Absturz in der Rückrunde geführt, teilte der Logistikunternehmer auf Abendblatt-Anfrage mit. Bereits im Februar nach der 1:2-Niederlage in Regensburg hatte er sich deshalb für einen Rauswurf von Wolf ausgesprochen.

„Ich habe Aufsichtsrat und Vorstand der HSV Fussball AG sowie den Präsidenten des Hamburger Sportverein e.V. am 26. Februar dieses Jahres schriftlich empfohlen, den Trainer auszuwechseln, weil sich mit dem in Regensburg verlorenen Spiel der Niedergang für mich abzeichnete und er durch falsche Entscheidungen des Trainers gekennzeichnet war. Ich habe das Erfordernis eines Trainerwechsels anschließend mehrfach thematisiert. Die fehlende Handlungsbereitschaft der einschlägigen Gremien war aus meiner Sicht verhängnisvoll", schrieb Kühne in einem Kommuniqué.

Wolf-Aus erst nach dem Duisburg-Spiel

Bekanntlich ließen sich Vorstandschef Bernd Hoffmann und Sportchef Ralf Becker nicht von Ihrem Weg abbringen, auf der Trainerposition auf Kontinuität zu setzen. Und so wird Wolf auch beim letzten Saisonspiel gegen Duisburg (19. Mai) an der Seitenlinie stehen. Im Anschluss gilt eine Trennung allerdings als wahrscheinlich.

Eine Entscheidung, die nach Ansicht von Kühne viel zu spät kommt. "Dass der Aufstieg nicht gelingen würde, war mir schon vor mehreren Wochen klar", ergänzte der Aktionär, der 20,6 Prozent Anteile an der AG besitzt.

Tatsächlich hatte der streitbare Investor bereits Mitte März öffentlich gesagt, dass ein direkter Aufstieg einem Wunder gleichen würde. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass – wenn nicht noch ein Wunder geschieht –, einer der beiden ersten Plätze erreicht wird", sagte Kühne gegenüber NDR 90,3. Allerdings rechnete er damals noch mit dem Relegationsplatz. Ein Minimalziel, das nach der Schmach von Paderborn (1:4) nun ebenfalls nicht mehr möglich ist.

Kühne hofft auf Komplett-Umbruch beim HSV

Nun fordert der 81-Jährige mehr Mut für einen radikalen Umbruch der Mannschaft, um den Bundesligaaufstieg in der kommenden Saison zu erreichen. "Ich hoffe, dass nach mutigen Personalentscheidungen eine gänzlich neue Mannschaft aufgebaut wird. Das wird ein hartes Stück Arbeit werden, denn die Konkurrenz ist auch in der Zweiten Liga sehr groß. Aber nur ein Neuanfang mit vielen frischen, engagierten Spielern kann zu Aufbruchsstimmung und einer neuen Moral führen", teilte Kühne mit.

Erste Fanreaktion über Kühnes Aussagen, die durch einen Abendblatt-Tweet publik wurden, fallen gespalten aus. Anders als sonst erfährt der Unternehmer aber diesmal auch Unterstützung unter den HSV-Anhängern. "Inhaltlich hat er komplett recht", schrieb Nico Hess bei Twitter. Andere Fans wünschen sich dagegen, dass sich Kühne in Zukunft mit öffentlichen Statements zurückhält.

Kühne-Deal mit HSV abgeschlossen

Angesichts dieser Worte kann der HSV zumindest froh sein, dass die Verhandlungen mit Kühne über eine Verlängerung der Namensrechte am Volksparkstadion bereits vor einigen Wochen abgeschlossen wurden. Damit die Arena ihren traditionsreichen Namen behält, zahlt der Geschäftsmann auch in der kommenden Saison vier Millionen Euro.

Darüber hinaus hat der Club seinem Investor eine Darlehensvereinbarung für sechs Millionen Euro abgekauft, wodurch Kühne auf sämtliche noch ausstehende Rückzahlungen verzichtet. Das beinhaltet auch mögliche Transfereinnahmen bei Spielern, die er einst mitfinanzierte.