HSV-News

Nicht nur bei Aufstieg: HSV will Lacroix fest verpflichten

Nach dem Pokalaus richtet sich der Fokus des HSV voll auf das Ziel Aufstieg. Hannes Wolf blickt auf das Spiel bei Union Berlin voraus.

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Wolf bangt um Mangala und enttäuscht die Anhänger. Fanclubs starten Petition für Nordderby. HSV-Prominenz beim Marathon.

Die HSV-News am Freitag, den 26. April 2019:

  • Wolf schwärmt von Alter Försterei und erklärt Jatta zum Vorbild
  • Mangala fehlt im Training
  • Union: HSV hat größeren Druck
  • Berlins Personalproblem im Abwehrzentrum
  • Fans enttäuscht: Wolf verlegt öffentliche Einheit ins Stadion
  • HSV will offenbar Kaufoption bei Lacroix ziehen
  • Gikiewicz: HSV-Spiel für Union ein "Finale"
  • Stegemann pfeift Topspiel in Berlin
  • Fans rufen zu "echtem DFB-Pokal-Finale" auf
  • HSV-Prominenz beim Haspa-Marathon

HSV-Trainer: Union-Stadion "besonderer Ort"

HSV-Trainer Hannes Wolf hat sein Team vor dem Aufstiegsgipfel bei Union Berlin am kommenden Sonntag (13.30 Uhr/Sky, Liveticker bei Abendblatt.de) vor dem Hexenkessel Alte Försterei gewarnt. Das ausverkaufte Stadion in Köpenick sei "ein besonderer Ort mit einer besonderen Atmosphäre, der wir uns entgegenstellen müssen. Es wird sehr intensiv und laut", sagte Wolf: "Aber das schreckt die Jungs nicht ab."

Der Tabellenzweite Hamburg (53 Punkte) würde mit einem Sieg gegen den Vierten Union (50) am 31. Spieltag einen direkten Konkurrenten vorentscheidend distanzieren. "Es ist greifbar, dass die Saison in die letzten Züge geht", sagte Wolf, der von seinem Team einen "Riesenfight" forderte. Die Berliner seien eine extrem gute Mannschaft. "Es wird ein Duell auf Augenhöhe, es wird sehr physisch. Aber es ist nicht neu beim HSV, dass Druck und Dampf drin sind. Wir haben es in unserer Hand", sagte er.

Wolf erklärt Jatta zum Vorbild

Die Mannschaft möge sich dabei am Einsatz von Bakery Jatta beim Pokalhalbfinale am Dienstag gegen Leipzig orientieren: "Die Leidenschaft, die er vorlebt, brauchen wir alle." Flügelstürmer Jatta war trotz der 1:3-Niederlage zum "Spieler des Spiels" gewählt worden.

Andere Qualitäten könnte Aaron Hunt in das HSV-Spiel einbringen. Der spielstarke Kapitän ist nach seiner Oberschenkelverletzung bereit für einen Startelfeinsatz. "Darüber sind wir sehr froh", sagte Wolf.

HSV bangt um Mangala

Bangen muss der HSV dagegen um den Einsatz von Orel Mangala. Der belgische Sechser leidet offenbar noch immer unter den Fußverletzung, die er sich am Karsonnabend beim 1:1 gegen Aue zugezogen hatte.

Möglicherweise hat sich die Verletzung im Pokalhalbfinale gegen Leipzig (1:3) am Dienstag verschlimmert. Laut "Hamburger Morgenpost" wurde Mangala (21) am trainingsfreien Donnerstag mit einer Krücke am Jungfernstieg gesehen. Er habe sich aber zuversichtlich gezeigt, dass er am Sonntag mitwirken könne. "Der Zeh ist geprellt, wir hoffen, dass Orel fit wird", sagte Trainer Hannes Wolf bei der Pressekonferenz am Freitag.

Bilder vom Training am Freitag:

Mit Innenverteidiger Kyriakos Papadopoulos ist eher nicht zu rechnen. Das Knie des Innenverteidigers hatte Anfang der Woche eine Belastungsreaktion gezeigt. Wolf: "Bei ihm wird es eng bis zum Spiel.

Auch Fiete Arp fehlte am Freitag im Training – der Stürmer soll wie auch Angriffskollege Tatsuya Ito am Sonnabend (13 Uhr) wieder für die U21 in der Regionalliga auflaufen. Gegner bei dem auf das Trainingsgelände im Volkspark verlegten Spiel ist der SSV Jeddeloh. Mitwirken durften dafür die Nachwuchsspieler Leon Mundhenk, Maximilian Geißen, Khaled Mohssen und Torhüter Bennett Schauer.

Wolf enttäuscht die Fans

Viel zu sehen gab es von ihnen aber nicht. Nach 30 Minuten verlegte Trainer Hannes Wolf die letzte öffentliche Einheit vor dem Topspiel ins Stadioninnere – zur Enttäuschung der etwa 50 Fans, die sich am Trainingsplatz eingefunden hatten.

Wolf bat später um Verständnis: "Wir wollten uns nicht komplett verstecken, aber wir mussten ein paar Sachen einstudieren." Das habe auch ganz gut funktioniert – vor leeren Rängen.

Friedrich sieht Druck beim HSV

Der 1. FC Union sieht das Duell mit dem HSV als doppelte Chance. Nach fünf sieglosen Spielen wollen die Eisernen am Sonntag ihre Negativserie beenden und aufgrund des besseren Torverhältnisses am Tabellenzweiten aus Hamburg vorbeiziehen. Das Stadion ist mit 22.012 Zuschauern ausverkauft, 2500 Tickets gingen an HSV-Fans.

"Klar haben wir in den letzten fünf Spielen keinen Sieg geholt. Wir dürfen uns jetzt aber auch nicht alles kaputtreden. Wir spielen eine sehr gute Saison. Ich denke, dass der HSV den größeren Druck hat", sagte Innenverteidiger Marvin Friedrich. Kapitän Christopher Trimmel ergänzte: "Das ist eine Riesenchance für uns und jeden einzelnen Spieler, sich zu beweisen."

Union hat Personalproblem in der Abwehr

Auf Innenverteidiger Florian Hübner muss Union aufgrund einer Beinverletzung verzichten. "Er ist auf einem guten Weg. Es wird aber noch nicht reichen für Sonntag", sagte Trainer Urs Fischer am Freitag. Im letzten Auswärtsspiel bei Greuther Fürth (1:1) war Hübner durch Nicolai Rapp vertreten worden.

Da Rapp bei den Franken die Rote Karte sah und nun zwei Begegnungen aussetzen muss, wird ein neuer Ersatz gesucht. Infrage kommen Michael Parensen und Marc Torrejón. Da der Spanier Torrejón in dieser Saison noch nicht eine Pflichtspiel-Minute absolviert hat, dürfte Unions Zweitliga-Rekordspieler Michael Parensen vor seinem 206. Einsatz im deutschen Unterhaus stehen.

HSV will Lacroix offenbar fest verpflichten

Noch vor zwei Wochen standen die Zeichen klar auf Abschied. Zwei kümmerliche Einsätze, 16 und 17 Minuten lang, waren Léo Lacroix für den HSV in diesem Kalenderjahr vergönnt gewesen. Aufs Abstellgleis gebracht hatte den Innenverteidiger das Spiel gegen Union Berlin (2:2) im November, als er bei beiden Gegentoren eine unglückliche Figur abgegeben hatte.

Fortan war Lacroixs Stammplatz auf der Bank. Im Januar dann habe er deshalb darüber nachgedacht, den HSV sofort zu verlassen. "Aber dann blieb ich – auch, weil ich unbedingt helfen und dabei sein will, wenn dieser große Club in die Bundesliga zurückkehrt.“

Dann kam das Spitzenspiel beim 1. FC Köln, und HSV-Trainer Hannes Wolf erinnerte sich daran, dass Lacroix in der Hinrunde beim 1:0-Sieg über den jetzigen Tabellenführer FC-Torjäger Simon Terodde abgemeldet hatte. Lacroix durfte also spielen, von Terodde war wieder nichts zu sehen – und jetzt ist der Schweizer plötzlich Stammkraft bei Wolf, auch am Sonntag, wenn es in Berlin wieder gegen den 1. FC Union geht.

Er habe lange auf diese neue Chance hingearbeitet, sagt Lacroix. Wolf sagt: "Léo hat sich im Training aufgedrängt." Laut "Bild"-Zeitung erwägt der HSV nun sogar schon, Lacroix (27) fest zu verpflichten – eine entsprechende Kaufoption war im vergangenen Sommer beim Leihgeschäft mit dem französischen Erstligisten AS Saint-Étienne ausgehandelt worden. Die Ablöse soll knapp zwei Millionen Euro betragen.

Eine Interview-Aussage Lacroixs, wonach die Kaufoption im Aufstiegsfall für den HSV verpflichtend sei, wurde später von beiden Seiten dementiert. Es habe sich um einen Übersetzungsfehler gehandelt.

Union-Torwart Gikiewicz: HSV-Spiel ist ein Finale

Der 1. FC Union Berlin setzt beim Gipfeltreffen gegen den HSV am Sonntag zumindest auf kleine Überraschungen und macht für Spione die Schotten dicht. Seit Donnerstag trainieren die Berliner für das richtungweisende Heimspiel im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei geheim. "Wenn wir am Sonntag verlieren, ist das mit dem zweiten Platz vorbei. Dann ist nur noch der dritte Platz möglich. Am Sonntag ist es gegen Hamburg ein Finale für uns", sagte Torwart Rafal Gikiewicz.

Nach dem Rückfall in der Zweitliga-Tabelle auf Position vier fordert Gikiewicz von seinen Mitspielern und sich selbst noch mehr Einsatz im Aufstiegsrennen. Die Mannschaft ist wie der Tabellenzweite HSV seit fünf Punktspielen sieglos. Das ist unter Trainer Urs Fischer die längste Negativserie. Der SC Paderborn hat die Köpenicker dadurch vom dritten auf den vierten Platz verdrängt. Und der 1. FC Heidenheim sitzt Union im Nacken.

Stegemann an der Pfeife

Schiedsrichter Sascha Stegemann (34) wird das Topspiel in Berlin leiten. Für den Diplomverwaltungswirt aus Niederkassel ist es der zweite Saisoneinsatz bei einem HSV-Spiel nach dem 0:0 in Fürth. Ihm assistieren an der Linie Mike Pickel aus Mendig und Marcel Unger aus Halle (Saale), vierter Offizieller ist Tim Skorczyk aus Salzgitter.

Fanclubs starten Petition für Nordderby

Für viele Fans im Norden war es ein Traum: ein DFB-Pokal-Finale HSV gegen Werder. Doch bekanntlich verpassten die beiden Nordrivalen unter der Woche gegen Leipzig und die Bayern das Ticket für Berlin. Ein Spiel um Platz drei? Leider nicht vorgesehen.

Der Fanclub HSVInside will sich damit nicht abbfinden. Er hat auf der Online-Plattform Change.org eine Petition für ein Nordderby am Finaltag 25. Mai gestartet. Motto: "The real DFB-Pokal-Finale". Ziel sei, die Einschaltquote des Berliner Endspiels zu "crashen". Die Erlöse für das "wahre Pokalfinale" im Volksparkstadion sollen von beiden Clubs für einen wohltätigen Zweck gespendet werden.

Auch von Bremer Seite gibt es einen entsprechenden Aufruf. Zusammen hatten am Freitagvormittag knapp 400 Personen die beiden Petitionen unterzeichnet.

Oenning und Golz starten beim Marathon

Für den 34. Haspa-Marathon Hamburg am Sonntag hat sich auch HSV-Prominenz angekündigt. Ex-Trainer Michael Oenning (jetzt 1. FC Magdeburg) und der langjährige Torwart Richard Golz sind in der "Elbstaffel" am Start. Für das Charity-Projekt sind unter anderem auch der frühere 400-Meter-Europameister Ingo Schultz und Hot-Banditoz-Sängerin Steffanie Schanzleh gemeldet.

Bilder des Pokalhalbfinales gegen Leipzig: