HSV

Fiete Arp kann seine Enttäuschung nicht verbergen

Trotz des Ausfalls von Lasogga (r.) bleibt Fiete Arp zu Hause.

Trotz des Ausfalls von Lasogga (r.) bleibt Fiete Arp zu Hause.

Foto: dpa Picture-Alliance

Trotz Ausfalls von zwei Stürmern verzichtet Wolf gegen Köln auf den 19-Jährigen. Arp bezieht dazu und zu weiteren Themen Stellung.

Oldenburg.  Sichtlich angefressen stapfte Fiete Arp am Sonntagnachmittag in die Kabine des Stadions am Marschweg. Der HSV-Stürmer war genervt. Nicht über die Tatsache, dass er mit der U 21 in der Regionalliga Nord beim VfB Oldenburg auflaufen musste, anstatt am Montagabend mit den Profis im Spitzenspiel der Zweiten Liga beim 1. FC Köln anzutreten. Arp war schlicht verärgert, dass er kurz vor Schluss die große Chance zum 2:0 und damit die Entscheidung vergeben hatte, als er alleine auf Oldenburgs Torhüter Dominik Kisiel zulief und schließlich an diesem hängenblieb.

So zitterte die U 21 den 1:0 (1:0)-Sieg durch das Tor von Leon Mundhenk (33.) über die Zeit. „Wir haben die Konter teilweise fürchterlich ausgespielt. Normalerweise rächt sich das im Fußball“, sagte Arp dem Abendblatt, als er nach dem Duschen zum Mannschaftsbus ging und wieder etwas lächeln konnte. Dass der 19-Jährige überhaupt in Oldenburg spielte, sorgte bei einigen Fans für Verwunderung. Schließlich fällt bei den Profis neben Hee-chan Hwang nun auch noch Topstürmer Pierre-Michel Lasogga wegen Adduktorenproblemen aus.

Doch anstatt Arp zu nominieren, lässt Trainer Hannes Wolf sein Team in Köln ohne gelernten Stürmer spielen. Mit Bakery Jatta und Khaled Narey setzt Wolf wohl lieber auf zwei „falsche Neuner“. Zudem steht Manuel Wintzheimer (20) erstmals seit Februar wieder im Kader.

HSV-Trainer Wolf versuchte, seine Entscheidung zu begründen

„Das ist eine Entscheidung, die ich hinnehmen muss. Wenn Wintzi sich im Training anbietet, dann nimmt der Trainer den Wintzi mit. Dann sehe ich eben am Fernseher, wie wir den Tabellenführer schlagen“, sagte Arp und machte gute Miene zum schlechten Spiel. Seine Enttäuschung konnte der Stürmer nur mühsam verbergen. „Bei so einem Spiel wäre ich sogar als Fan gerne dabei. Das ist einfach ein geiles Spiel.“

Beim 1:0-Sieg Anfang November in Hamburg stand Arp bei Wolfs zweitem Ligaspiel als HSV-Coach noch in der Startelf. So wie auch in der Partie darauf in Aue. Doch seitdem wurden Arps Einsatzzeiten bei den Profis von Woche zu Woche weniger. Nun steht der Stürmer nicht mal mehr im Kader, wenn zwei Stürmer ausfallen.

HSV-Trainer Wolf versuchte seine Entscheidung am Sonntag zu begründen. „Wir haben die Verantwortung Fiete gegenüber, dass er genug spielt. Und wenn wir das in diesem Moment nicht gewährleisten können, dann müssen wir eben auch mal die Entscheidung treffen, dass er erst einmal bei der U 21 spielt.“ Wolf hatte vor wenigen Wochen die Trainingsleistungen des U-19-Nationalstürmers kritisiert.

Der Trainer, der an diesem Montag 38 Jahre alt wird, verteidigte seine Entscheidung. „Ich versuche einen jungen Spieler bestmöglich zu begleiten. Dass es da mal Phasen gibt, die schwer sind, das ist doch ganz normal. Dass es da Nachfragen gibt, das ist auch völlig normal. Aber wir wollen das Beste für Fiete“, sagte Wolf und zeigte Verständnis für Arps Enttäuschung: „Natürlich ist Fiete geknickt. Die Phase jetzt gerade fällt ihm nicht leicht. Aber die Gesamtkonstellation ist ja auch nicht ganz einfach. Er muss sich jetzt da reinbeißen, muss gegen die Widerstände ankämpfen. Ich hoffe einfach, dass er heute in der U 21 ein gutes Spiel macht.“

„Fiete braucht einfach mal wieder ein Erfolgserlebnis“

Es blieb bei der Hoffnung. Arp hatte in Oldenburg zwar früh eine gute Chance nach einer schönen Einzelaktion, lupfte den Ball aber über das Tor (9.). „Wenn der reingeht, mache ich wahrscheinlich noch zwei Tore mehr.“ Stattdessen hing der Mittelstürmer vor den Augen seiner Mutter Bianca, die auf der Tribüne mit ihm litt, in der Luft. „Fiete braucht einfach mal wieder ein Erfolgserlebnis“, sagte U-21-Trainer Steffen Weiß, der sich an diesem Tag bei Torhüter Jakob Golz bedankte, der den Sieg am Ende sicherte.

Fiete Arp hofft indes, dass er in dieser Saison noch einmal die Gelegenheit hat, sich von den HSV-Fans gebührend zu verabschieden, ehe er im Sommer aller Voraussicht nach zum FC Bayern München wechselt. Darauf angesprochen sagte Arp am Sonntag dem Abendblatt: „Ich spiele die Saison jetzt zu Ende und hoffe, dass ich oben noch einmal Akzente setzen kann und vielleicht den einen Moment noch kriege. Bis dahin bin ich auf jeden Fall HSV-Spieler.“ Worte, die deutlich erkennen lassen, wo die Reise nach dieser Saison hingeht.