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Polizei rechnet mit 600 Problemfans aus Magdeburg

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So will Wolf den HSV besser machen. Fans dichten Dudziak-Plakat um – ein Seitenhieb gegen St. Pauli. Spott für Choupo-Moting.

Die HSV-News am Montag, den 8. April 2019:

  • Polizei erklärt Magdeburg zum Risikospiel
  • Wolf bedankt sich bei HSV-Führung
  • Spieler muntern Dudziak in Kabine auf
  • HSV-Fans dichten Dudziak-Plakat um
  • Choupo-Motings Fehlschuss im Video
  • Jarolim schwärmt über Papadopoulos
  • Rangnick freut sich schon auf den HSV

Polizei rechnet mit 600 Problemfans aus Magdeburg

Die Hamburger Polizei hat die Partie des HSV am Abend gegen Magdeburg (20.30 Uhr) zum Risikospiel erklärt. Das bestätigte ein Sprecher auf Abendblatt-Anfrage. Hintergrund ist, dass das Verhältnis beider Fanlager als feindschaftlich gilt. Die Beamten sind deshalb mit einem erhöhten Aufkommen vor Ort und werden versuchen, ein Aufeinandertreffen rivalisierender Anhänger zu verhindern.

Auch der HSV setzt deshalb mehr Sicherheitskräfte ein als üblich und verfolgt den Plan einer strikten Fantrennung. Entgegen ersten Überlegungen wird am Abend alkoholhaltiges Bier im Volkspark ausgeschenkt. Von den 6000 aus Magdeburg anreisenden Zuschauern geht die Polizei nach Abendblatt-Informationen von 600 sogenannten Problemfans aus. Das ergibt einen verhältnismäßig hohen Anteil von zehn Prozent.

Magdeburg bei Strafen ganz vorn

Bislang liegen den Beamten jedoch keine Erkenntnisse auf geplante Aktionen vor. Die Fanhilfe Magdeburg kritisierte den Einsatz denn auch als "vollkommen überdimensioniert".

Ein Blick auf die inoffizielle Strafentabelle des Portals "fussballmafia.de" verrät einen weiteren Grund, warum die Polizei in erhöhter Alarmbereitschaft ist. Unter allen Zweitligisten liegen beide Vereine in der Rangliste mit den Strafzahlungen an den DFB vorne. Wegen Fehlverhaltens der eigenen Fans kassierte der HSV in der laufenden Saison Geldstrafen in Höhe von insgesamt 100.350 Euro. Empfindlicher wurde lediglich der heutige Gegner Magdeburg (103.200 Euro) zur Kasse gebeten. Die Strafen für das zahlreiche Abbrennen von Pyrotechnik beim Hamburger Stadtderby stehen noch aus.

So dürfte der HSV spielen: Pollersbeck – Bates, Papadopoulos, van Drongelen – Sakai, Jung, Santos – Mangala, Holtby – Jatta, Lasogga.

So will Wolf den HSV besser machen

Kaum zu glauben, aber wahr: HSV-Coach Hannes Wolf scheint derzeit einen der sichersten Trainerjobs im deutschen Profifußball zu haben. Selbst beim Ligakrösus FC Bayern wollte Clubboss Karl-Heinz Rummenigge nach dem furiosen 5:0-Erfolg gegen Dortmund und der Eroberung der Tabellenspitze keine Jobgarantie für Niko Kovac ausstellen. Ganz anders sieht es derzeit 791 Kilometer nördlich in Hamburg aus.

„Wir werden im Oktober in der Bundesliga oder in der Zweiten Liga eine Krise haben. Und anders als sonst werden wir den Trainer dann nicht wechseln“, kündigte Vorstandschef Bernd Hoffmann vor wenigen Tagen an. Schon im Januar hatte Sportvorstand Ralf Becker mit einem Versprechen an die Fans für ungläubiges Staunen auf der Mitgliederversammlung des Clubs gesorgt. "Hannes Wolf wird in zwölf Monaten noch Trainer des HSV sein“, sagte der Manager damals.

Nun hat sich auch Hannes Wolf zu den Treuebekenntnissen geäußert und die Rückendeckung der Vereinsführung gelobt. "Ralf Becker und Bernd Hoffmann stützen mich nach innen wie nach außen sehr, das macht natürlich etwas mit mir - ich kann dadurch aus einer starken Position arbeiten, das braucht ein Coach", sagte der HSV-Coach dem "Kicker". Er spüre eine "Einheit auf allen Ebenen", die ein leichteres Arbeiten ermögliche.

Die Zeit, in der der HSV-Trainerstuhl als Schleudersitz galt, ist offenbar vorbei. Und deshalb hat Wolf auch schon konkrete Pläne, wie er den Verein in Zukunft besser machen will. "Wir müssen dahin kommen, dass es entweder Jungs aus dem eigenen Nachwuchs bei uns schaffen oder dass wir junge Spieler für wenig Geld holen und sie sich bei uns weiterentwickeln und ihren Wert steigern", sagte Wolf. "Das ist die einzige Chance des HSV, die Geschichte wieder dauerhaft umzudrehen."

Spieler munterten Dudziak in Kabine auf

Nur zwei Tage nach der Wertediskussion beim FC St. Pauli haben die eigenen Fans gezeigt, was sie von dem "Schulterschluss", zu dem Geschäftsführer Andreas Rettig aufgerufen hatte, hält. Beim Auswärtsspiel in Kiel (1:2) begrüßten die Anhänger den im Sommer zum HSV wechselnden Jeremy Dudziak mit einem unwürdigen Plakat. "JD 8: Und traurig sieht die Mutti ein, ihr Kind ist jetzt ein Rautenschw...", stand dort in Versalien über die gesamte Breite des Gästeblocks gut lesbar geschrieben.

Der Noch-St.-Paulianer sah das verunglimpfende Banner beim Warmmachen. Beim obligatorischen Gang in die Kabine unmittelbar vor dem Anpfiff sei Dudziak noch einmal vom Team aufgemuntert worden, berichtete Trainer Markus Kauczinski am Sonntag. Doch dieser Schulterschluss innerhalb der Mannschaft half offenbar nicht. Auf dem Feld war dem Defensiv-Allrounder in mehreren Szenen die Verunsicherung anzumerken. „Ich denke nicht, dass Jerry das kalt gelassen hat“, sagte Kauczinski dazu. In der 68. Minute erlöste er den bei den Fans in Ungnade gefallenen Dudziak mit seiner Auswechslung.

Kauczinski will Fans nicht zu viel Macht geben

Für Kauczinski war es trotz des Schmähplakats keine Option, seine Startelf kurzfristig zu ändern. „Ich kann ihm nicht eine Viertelstunde vor dem Anpfiff sagen, er spielt nicht, weil einer etwas aufhängt. Dann würden die Fans ja bestimmen, wer spielt und wer nicht. Das geht nicht. Jerry hat vier Jahre für St. Pauli die Knochen hingehalten. Da ist es nicht richtig, den Stab über ihn zu brechen, wenn er jetzt den Verein wechselt“, sagte St. Paulis Coach.

Dudziaks künftiger Trainer Hannes Wolf reagierte dagegen mit einer humorvollen Anekdote aus dem Hamburger Straßenverkehr auf den Vorfall in Kiel. "Ehrlich gesagt habe ich schon schlimmere Sachen gehört", sagte der HSV-Coach, der sichtlich versuchte, dem Thema nicht mehr Aufmerksamkeit zu schenken als nötig. "Ich hatte auch schon mal einen St.-Pauli-Fan neben mir an der Ampel stehen. Da muss man das Fenster ab und zu mal hochmachen, wenn die Kinder im Auto sind."

Wolf reagiert humorvoll auf Dudziak-Schmähplakat

HSV-Fans dichten Dudziak-Plakat um

Ein von Fans in den sozialen Netzwerken geführter HSV-Informationskanal "hsvinside" hat derweil das Schmähplakat umgedichtet. Der neue Reim soll Dudziaks Transferentscheidung verteidigen und dient zugleich als Seitenhieb gegen den ungeliebten Stadtrivalen. "JD8 – und glücklich ist sein Vater wieder, sein Sohn spielt jetzt beim Derbysieger", heißt es in dem Instagram- und Facebookpost.

Der HSV hatte das Stadtderby vor knapp einem Monat am Millerntor mit 4:0 gewonnen. Zwei Tage vor dem Spiel waren erste Medienberichte über den sich zum damaligen Zeitpunkt andeutenden Wechsel von St. Paulis Dudziak zum Club aus den Volkspark publik geworden.

"L'Équipe" spottet über Choupo-Moting nach Fehlschuss

Was war am Wochenende mit Choupo-Moting los? Der frühere HSV-Profi hat mit einem unfassbaren Fehlschuss für Schlagzeilen gesorgt (siehe Video). Der Angreifer hätte Paris St. Germain vorzeitig zum erneuten Titel führen können, klärte aber den Ball beim Stande von 1:1 gegen Racing Straßburg auf der Linie an den Pfosten, anstatt ihn einfach ins Tor rollen zu lassen. Das Spiel endete 2:2 (1:2), die PSG-Meisterfeier ist verschoben.

Anschließend bat Choupo-Moting um Entschuldigung. "Es tut mir leid", sagte er zerknirscht. "Es ging sehr schnell, ich dachte daran, vielleicht im Abseits zu stehen, ich wollte meinem Mitspieler nicht das Tor stehlen. Dann kam mein schlechter Reflex. Ich muss das Ding einfach durchlassen oder reinschieben. Das ist schwer zu erklären." Christopher Nkunku hatte den herausstürmenden Torwart überlupft, der Ball rollte Richtung Linie, bevor Choupo-Moting ihn aufhielt.

"Das war die Möglichkeit zum 2:1, und dann hat er das getan. Ich weiß nicht, warum. Das war wohl Murphys Gesetz", sagte der deutsche PSG-Trainer Thomas Tuchel. Für diesen Blackout auf der Torlinie räumte die französische Sportinstanz "L'Équipe" sogar ihre Titelseite frei. "Dieses unglaubliche Missgeschick geht in die Geschichte ein", schrieb die Zeitung. "Diese Sequenz, eine legendäre Szene, bleibt ein Mysterium", hieß es weiter. Sie werde Choupo-Moting "bis ans Ende seiner Karriere verfolgen"

Jarolim schwärmt über Papa

Dieses Lob dürfte Kyriakos Papadopoulos besonders freuen. Kein Geringerer als der ehemalige Mittelfeldkämpfer David Jarolim hat nun eine Lanze für die griechische Abwehrkante gebrochen. „Motivations-Monster Papadopoulos könnte der Schlüssel auf dem Weg zurück in die Bundesliga sein", sagte der inzwischen 39 Jahre alte Tscheche der "Bild".

Einmal in Fahrt geriet Jarolim regelrecht ins Schwärmen: „Dieser Junge ist ein Naturereignis. Mit seinem Temperament reißt er eine ganze Mannschaft mit. Seine Energie, die er auf dem Platz versprüht, kann man bis auf die Tribüne spüren. Papa ist gerade in der Zweiten Liga ein klasse Spieler. So einer hat zuletzt gefehlt.“

Rangnick freut sich schon auf den HSV

Leipzig Trainer und Sportdirektor in Personalunion, Ralf Rangnick, hatte sich schon im Vorfeld der Auslosung den HSV im Halbfinale des DFB-Pokals gewünscht. Losfee Lena Goeßling erfüllte ihm diese Bitte. "Das Los haben ich mir aufgrund des Spielplans gewünscht. Ich freue mich, weil wir sonst innerhalb von zwei, drei Wochen zweimal gegen den FC Bayern oder Bremen gespielt hätten", sagte Rangnick. "Der HSV ist eine neue Aufgabe für uns – es wird daher eine interessante Herausforderung und sicher nicht einfach."

Rangnicks Vorfreude dürfte an der Bilanz seines Clubs in Hamburg liegen. Zweimal gastierte Leipzig bislang im Volksparkstadion – beim 0:4 (2016) und 0:2 (2017) blieb der HSV jeweils torlos.

Rund 10.000 Tickets an der Abendkasse

Mit einem Heimsieg am Abend gegen Magdeburg (20.30 Uhr/Sky und im Liveticker bei abendblatt.de) hat der HSV (51 Punkte) die Möglichkeit, sich sechs Zähler von Verfolger Union Berlin (48) abzusetzen und den zweiten Platz hinter dem 1. FC Köln (57) zu festigen. 46.500 Tickets sind bislang verkauft, davon gehen 6000 an die aus Magdeburg anreisenden Gästefans. Somit sind an der Abendkasse noch 9500 Karten erhältlich.

Ist der HSV wirklich klarer Favorit?

Auf den ersten Blick ist die Begegnung des HSV gegen den 16. aus Magdeburg eine klare Angelegenheit, aber ein zweiter Blick auf die Jahrestabelle zeigt, dass die beiden Teams 2019 nicht so weit auseinander liegen. Die Hanseaten kommen auf 14 Punkte bei 13:10 Toren, der Club aus Sachsen-Anhalt auf 13 Zähler bei 8:6 Treffern. Sechs Gegentore bei den Magdeburgern sind Ligabestwert im Jahr 2019. "Wir werden versuchen, mit allen Mitteln das Spiel zu gewinnen", kündigte der frühere Hamburger und jetzige Magdeburger Trainer Michael Oenning an.

Azzouzi für Verfehlung beim HSV verurteilt

Greuther Fürths Geschäftsführer Rachid Azzouzi ist vom DFB-Sportgericht wegen unsportlichen Verhaltens beim Gastspiel seines Clubs in Hamburg zu einer Geldstrafe von 2000 Euro verurteilt worden. Der 48-Jährige hatte Anfang März die Coaching-Zone im Volksparkstadion verlassen und sich trotz vorheriger Ermahnung unsportlich gegenüber dem vierten Offiziellen geäußert. Auch im Anschluss schäumte Azzouzi vor Wut beim Gang durch die Mixed Zone.