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Warum Leipzigs Rangnick auf den HSV im Halbfinale hofft

| Lesedauer: 13 Minuten

Dudziak-Wechsel zum HSV perfekt. Salihovic erklärt Rücktritt. Janjicics Einsatz gegen Magdeburg fraglich. Labbadia fühlt mit Doll.

Die HSV-News am Freitag, den 5. April 2019:

  • Rangnick wünscht sich den HSV als Pokalgegner
  • Dudziak-Wechsel zum HSV perfekt
  • Rückkehrer Oenning warnt vor Lasogga
  • Salihovic beendet seine Laufbahn
  • Lasogga bricht Training ab
  • Labbadia fühlt mit Doll
  • Ito und Sakai schreiben Autogramme
  • Doppelpacker Lasogga auf Kevrics Spuren
  • Brehme empfiehlt HSV Annäherung an Kühne
  • Losfee Goeßling will HSV-Fans Pokalwunsch erfüllen

Rangnick wünscht sich HSV fürs DFB-Pokal-Halbfinale

Trainer Ralf Rangnick vom Bundesligisten RB Leipzig wünscht sich den HSV als Gegner im DFB-Pokal-Halbfinale. "Wenn Sie mich so fragen, wäre es Hamburg, aber nicht, weil es ein Zweitligist ist, sondern weil es ein Gegner ist, gegen den wir in dieser Saison noch nicht gespielt haben", sagte der 60-Jährige am Freitag. Am Sonntag (18 Uhr/ARD) werden die beiden Paarungen für die Vorschlussrunde (23./24. April) durch Nationalspielerin Lena Goeßling ausgelost.

Neben Leipzig und dem HSV sind noch Werder Bremen und Rekordpokalsieger Bayern München in der Verlosung. Letzteren hätte Rangnick ungern schon vor dem Endspiel am 25. Mai im Berliner Olympiastadion. "Bayern würde mir persönlich im Finale reichen. Das müssen wir nicht im Halbfinale haben", sagte Rangnick. Leipzig war am Dienstag durch ein 2:1 nach Verlängerung beim FC Augsburg erstmals ins Halbfinale eingezogen.

Viele HSV-Fans hätten wohl auch nichts gegen Leipzig als Halbfinalgegner einzuwenden. In unserer Umfrage liegt der Europa-League-Teilnehmer aktuell nur knapp hinter Werder Bremen und deutlich vor Bayern München.

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St. Paulis Dudziak unterschreibt beim HSV und wechselt die Position

Der Wechsel von Jeremy Dudziak vom FC St. Pauli zum Liga- und Lokalrivalen HSV ist perfekt. Der 23 Jahre alte Allrounder hat einen ligaunabhängigen Dreijahresvertrag unterschrieben. Das hat der HSV am Freitagvormittag bestätigt.

Dudziak ist der zweite feststehende Neuzugang des HSV für die kommende Saison. Zuvor hatte sich bereits der rechte Verteidiger Jan Gyamerah (23) vom VfL Bochum vertraglich an die Hamburger gebunden, ebenfalls bis 2022.

Auch Dudziak kam in der laufenden Zweitligasaison vorwiegend auf der rechten Abwehrseite zum Einsatz, ist beim HSV aber als defensiver oder zentraler Mittelfeldspieler eingeplant. Auch weil er sich selbst lieber auf diesen Positionen sieht, hatte der Deutschtunesier einen Vereinswechsel angestrebt. Sein Vertrag beim FC St. Pauli läuft am Saisonende nach vier Jahren aus.

Dudziak macht's wie Meier

Der gebürtige Hamburger Dudziak war für alle deutschen Juniorennationalmannschaften im Einsatz, zuletzt 2016 in einem U-21-Freundschaftsspiel gegen die Slowakei. Ein Jahr zuvor war er von Borussia Dortmund zum FC St. Pauli gewechselt. Für den BVB war er als 19-Jähriger zu drei Kurzeinsätzen in der Bundesliga gekommen. HSV-Trainer Hannes Wolf und Dudziak kennen sich bereits aus der Zeit, als Wolf den Dortmunder U-17-Nachwuchs betreute.

Jeremy Dudziak ist der erste Spieler seit Alexander Meier 2003, der vom Millerntor an den Volkspark wechselt. Ein Jahr zuvor war Christian Rahn zum großen Stadtrivalen gegangen. Meier (35), der seit Januar wieder für St. Pauli stürmt, soll aktuell wieder beim HSV im Gespräch sein. Den umgekehrten Weg von Bahrenfeld zum Kiez wählten zuletzt Lasse Sobiech (2015), Rouwen Hennings (2009) und Charles Takyi (2006), wobei St. Pauli für Hennings 200.000 Euro zahlte. Alle anderen Transfers waren wie auch der von Dudziak ablösefrei.

Oenning schwärmt von Hamburg und Lasogga

Michael Oenning will sich die Rückkehr in seine Wahlheimat versüßen und mit Zweitliga-Neuling 1. FC Magdeburg am Montag (20.30 Uhr, Volksparkstadion/Sky) beim HSV punkten. "Wir werden nicht passiv sein und wollen schnell spielen, anders geht es nicht gegen Hamburg. Die Rahmenbedingungen sind mehr als perfekt», sagte der der frühere HSV-Trainer am Freitag bei der Pressekonferenz in Magdeburg.

Oenning setzt vor allem auf eine Rückkehr von Torjäger und Kapitän Christian Beck. "Wir haben noch einige Tage vor uns und werden sehen, ob Beck anfängt oder eingewechselt wird. Ich bin mir aber sicher, dass er im Kader stehen wird", sagte Oenning. Beck stand am vergangenen Mittwoch beim Testspiel der Magdeburger gegen den FSV 63 Luckenwalde (5:1) erstmals nach seiner schweren Verletzung wieder auf dem Feld. Er hatte sich beim Liga-Spiel gegen den MSV Duisburg am 1. März einen Jochbein- und Augenhöhlenbruch sowie eine Gehirnerschütterung zugezogen.

Besonderen Respekt hat Oenning vor HSV-Stürmer Pierre-Michel Lasogga. "Ihn dürfen wir möglichst nicht in den Strafraum lassen, aber auch dort kann man ihn verteidigen. Das sind Spieler, die den Unterschied ausmachen können. Hoffentlich nicht am Montag", sagte der Trainer und meinte zur Hansestadt: "Hamburg ist meine Wahlheimat, ich mag die Stadt. Mit dem heutigen HSV habe ich aber nichts mehr zu tun." Oenning war 2010/11 zunächst als Co- und später als Cheftrainer für den HSV tätig.

Salihovic erklärt Rücktritt

Der HSV wird seine letzte Profistation bleiben – und auch seine traurigste. Nach der schweren Verletzung von Angreifer Nicolai Müller hatte der HSV im September 2017 den damals vertragslosen Sejad Salihovic verpflichtet. Den Abstieg konnte er trotzdem nicht verhindern.

Seit dem Vertragsende im vergangenen Sommer war der langjährige Hoffenheimer ohne Vertrag. Am Freitag hat Salihovic (34) sein Karriereende bekannt gegeben. "Die vergangenen Wochen und Monate waren vielleicht die schwierigsten in meiner Laufbahn. Ich musste eine Entscheidung für meine Zukunft treffen. Spiele ich weiter, oder hänge ich die Schuhe an den Nagel? Das war brutal und ich habe es mir nicht einfach gemacht", schrieb er bei Instagram.

Was er in Zukunft macht, ließ Salihovic offen, versprach aber: "Wir sehen und, ganz bestimmt." Für den HSV brachte es der Mittelfeldspieler und Freistoßspezialist auf zehn Bundesligaspiele, ein Tor und eine Vorlage.

Lasogga beendet Training vorzeitig

Pokalheld Pierre-Michel Lasogga hat das HSV-Training am Freitag bereits nach 40 Minuten beendet. Einen ernsten Hintergrund scheint das aber nicht zu haben. Der HSV-Stürmer eilte nicht etwa geknickt in die Mannschaftskabine, sondern schrieb den Fans noch entspannt Autogramme.

Auch für Rick van Drongelen war der Arbeitstag nach den ersten Übungen zu Ende. Der Verteidiger war am Dienstag beim 2:0-Pokalsieg in Paderborn wegen muskulärer Probleme nach einer knappen halben Stunde ausgewechselt worden. Etwas später machte auch Kyriakos Papadopoulos Schluss, versicherte aber, nach dem Comeback keine Beschwerden zu haben: "Ich bin fit." Ein weiterer 90-Minuten-Einsatz sei kein Problem.

Janjicic wackelt für Magdeburg

Vasilije Janjicic ist am Freitag erst gar nicht auf den Trainingsplatz gegangen. Der Schweizer hatte nach dem Spiel in Paderborn über Knieprobleme geklagt und hat sich zudem einen Magen-Darm-Infekt eingefangen. Immerhin: Am Knie liegt keine strukturelle Verletzung vor, wie eine Untersuchung ergab. Laut Trainer Hannes Wolf ist Janjicics Einsatz am Montag im Zweitliga-Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg aufgrund der Erkrankung trotzdem fraglich.

Die Rekonvaleszenten Aaron Hunt (Faszienriss), Hee.Chan Hwang (Sehnenanriss) und Jairo Samperio (Kreuz- und Innenbandriss) übten wieder auf einem Nebenplatz – immerhin schon wieder mit Ball. Sie sind für das Spiel gegen Magdeburg aber noch keine Option.

Ex-HSV-Trainer: Labbadia fühlt mit Doll

Vor dem Niedersachsen-Duell am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky) gegen den stark abstiegsbedrohten Tabellenletzten Hannover 96 kann sich Wolfsburgs Trainer Bruno Labbadia gut in seinen Amtskollegen Thomas Doll hineinversetzen. "Ich kenne die Situation. Du bist einer der einsamsten Menschen, die es gibt", sagte Labbadia. Hannover verlor unter Doll sieben von acht Partien und hat bereits elf Punkte Rückstand auf den rettenden 15. Platz.

Die beiden früheren HSV-Trainer kennen einander schon lange. "Ich mag Thomas sehr gern und habe mich sehr für ihn gefreut, als er in die Bundesliga zurückgekehrt ist", sagte VfL-Trainer Labbadia. "Seine ehrliche Art hat mir immer gefallen."

Labbadia kennt auch den Abstiegskampf. Den VfL Wolfsburg bewahrte er in der vergangenen Saison in der Relegation vor der Zweitklassigkeit, auch mit dem HSV schaffte er 2015 die Last-Minute-Rettung. "Ich habe immer wahnsinnigen Respekt vor dem Abstiegskampf gehabt", betonte der 53-Jährige und fügte hinzu: "Ich bin froh, dass wir damit nichts mehr zu tun haben."

Japanische Autogrammstunde am Nedderfeld

Was haben der HSV und Media-Markt gemeinsam? Beide haben Technik made in Japan. Beim HSV bürgen dafür Gotoku Sakai und Tatsuya Ito: Das Fernost-Duo steht an diesem Freitag von 16.30 bis 18 Uhr in der Niederlassung am Nedderfeld-Center für Autogramme zur Verfügung.

Lasogga auf Kevrics Spuren

Kennen Sie noch Adnan Kevric? Nicht? Dann interessieren Sie sich wahrscheinlich wirklich erst seit dem HSV-Abstieg im vergangenen Jahr für die 2. Bundesliga. Kevric (48) hat in acht Spielzeiten insgesamt 208 Partien in der zweithöchsten deutschen Spielklasse bestritten, die meisten davon für die Stuttgarter Kickers. Nachhaltigen Eindruck aber hat der Bosnier im DFB-Pokal hinterlassen: In der Saison 1999/2000 erzielte er acht Treffer für die "Blauen" und krönte sich damit zum Torschützenkönig.

Das Besondere daran ist, dass Kevric für diese acht Tore nur vier Spiele brauchte, in denen er jeweils doppelt traf – unter anderem beim 3:1-Sieg gegen Dortmund in der dritten Runde. Aber wenn Pierre-Michel Lasogga so weitermacht, dann kann er Kevrics Doppelpack-Pokalbilanz noch toppen. In jedem seiner drei Einsätze hat der HSV-Stürmer in dieser Saison doppelt getroffen: beim TuS Erndtebrück (5:3), beim SV Wehen Wiesbaden (3:0) und schließlich am Dienstag im Viertelfinale beim SC Paderborn (2:0) – das Achtelfinale gegen den 1. FC Nürnberg (1:0) hatte Lasogga wegen Wadenproblemen verpasst.

Kevric sollte er sich aber für den weiteren Saisonverlauf nicht zum Vorbild nehmen. Der blieb seinerzeit nämlich im Halbfinale bei der 1:2-Niederlage nach Verlängerung in Bremen ohne Tor, wie auch schon beim 1:0-Sieg gegen Freiburg im Viertelfinale.

Brehme: HSV soll Kühne stärker einbeziehen

Hamburgs Fußballlegende Andreas Brehme empfiehlt dem HSV, Investor Klaus-Michael Kühne mehr Mitspracherecht zu gewähren. "Mit Sicherheit hätte man sich mehr auf Herrn Kühne einlassen müssen", sagte der Weltmeister von 1990 der "Hamburger Morgenpost". "Es ist ja nicht so, dass er ein unsympathischer Kerl ist. Er hat schon viel Geld in den Verein gepumpt."

Nur mit Kühnes finanzieller Hilfe sei es möglich, die Mannschaft so zu verstärken, dass sie nach dem wahrscheinlichen Aufstieg in der kommenden Saison die Klasse halten kann. Brehme: "Um in der 1. Liga zu bleiben, müssten sie ordentlich investieren." HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann verfolgt indes das Ziel, den Verein von Kühne zu emanzipieren und den Einfluss des größten Anteilseigners auf das operative Geschäft zu begrenzen.

Der gebürtige Hamburger Brehme begann seine Weltkarriere als Kind bei Barmbek-Uhlenhorst. Ein Angebot des HSV, in die zweite Mannschaft zu wechseln, lehnte der linke Verteidiger ab und ging stattdessen 1980 zum damaligen Süd-Zweitligisten 1. FC Saarbrücken.

Losfee Goeßling wünscht sich das Nordderby

Eine Mehrheit der Abendblatt.de-User wünscht sich Werder Bremen als Halbfinalgegner des HSV. Das ist zumindest am Freitag der Zwischenstand unserer Umfrage (siehe weiter oben).

Lena Goeßling würde diesen Wunsch gern erfüllen. "Ich kann nicht garantieren, dass es so kommt, aber ich gebe mein Bestes und hoffe, dass ich den HSV- und Bremen-Fans dieses Spiel ermöglichen kann", sagte die Nationalspielerin im Gespräch mit der "Hamburger Morgenpost".

Goeßling darf am Sonntag (18 Uhr) in der ARD-"Sportschau" die Lose ziehen. Zuvor bestreitet sie am Sonnabend (13.45 Uhr/ARD) mit der Nationalmannschaft in Solna ein Testspiel gegen Schweden.

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