HSV-News

Schiedsrichter für das Derby ist kein Unbekannter

Wie die Polizei Derby-Randale verhindern möchte. Pollersbeck droht auszufallen. Jairo verlängert. Göttlich stichelt gegen den HSV.

Derby-Schiedsrichter steht fest

Gepfiffen wird das Derby von WM-Schiedsrichter Dr. Felix Brych (München). Am Dienstag hatte der 43-Jährige noch die Champions-League-Partie von Real Madrid gegen Ajax Amsterdam (1:4) geleitet. 2006 hatte er zudem das DFB-Pokal-Viertelfinale zwischen dem FC St. Pauli und Werder Bremen trotz Eis und Schnee angepfiffen. Es endete mit einem 3:1-Sieg für den Kiezclub.

Jairo verlängert beim HSV

Starkes Zeichen des HSV: Die Hamburger haben den im Sommer auslaufenden Vertrag mit dem langzeitverletzten Jairo um ein Jahr bis 2020 verlängert. Der 25 Jahre alte Spanier war zu Saisonbeginn zum Zweitligisten gewechselt, für den er dann aber nur in zwei Ligaspielen zum Einsatz kam. Danach zog er sich einen Totalschaden im Knie beim Training zu, als er nach einem Kopfballduell unglücklich aufkam. Schon unmittelbar nach der Diagnose (Ruptur beider Kreuzbänder sowie ein Innenbandriss) signalisierte der HSV, den Vertrag verlängern zu wollen. Nun bekommen beide Seiten eine zweite Chance.

"Jairo hat sich hier beim HSV von Beginn an wohlgefühlt und super integriert. Er hat sich auch nach seiner schweren Verletzung top verhalten und sich immer mit unserem gemeinsamen Weg identifiziert", sagte Sportvorstand Ralf Becker. Ex-Mainzer Jairo: "Ich bin stolz darauf und möchte mich bei allen Beteiligten für ihr großes Vertrauen bedanken."

Polizei teilt die Reeperbahn am Derby-Tag

Nicht nur Fans aus aller Welt fiebern dem Hamburger Stadtderby am Sonntag (13.30 Uhr) entgegen. Auch die Polizei ist bereits in erhöhter Alarmbereitschaft. Um Ausschreitungen weitgehend zu verhindern, wollen die Beamten am Sonntag für eine strikte Fan-Trennung auf der Reeperbahn sorgen. HSV-Hooligans dürfen sich im Süden rund um den Hans-Albers-Platz, wo am Vorabend ein Heißmacher geplant ist, aufhalten. Sogenannte Problemfans des FC St. Pauli bekommen den Norden zugeteilt. „Wir wollen die Problemfans beider Fanlager strikt trennen", sagte Polizeisprecher Timo Zill dem Abendblatt.

Wie beim Hinspiel werden voraussichtlich mindestens 1800 Polizisten im Einsatz sein – darunter vermutlich auch wieder Beamte aus anderen Bundesländern. Beide Stadtrivalen zeigen sich bislang sehr kooperativ. Das erleichtert die Arbeit für die Polizei.

Die eigentliche Mammutaufgabe für die Polizei wird wohl erst nach dem Spiel beginnen. Dann gilt es, beide Fanlager voneinander zu trennen, damit der Kiez nicht zum Schauplatz für Randale wird. „Mögliche Randale nach dem Spiel zu verhindern, ist eine große Herausforderung, weil beide Fanlager Richtung St. Pauli strömen werden. Wir sind aber gut vorbereitet", kündigt Zill an. „Wir erhalten unsere Präsenz so lange aufrecht wie erforderlich.“

Schon seit Tagen ist die Polizei mit einer erhöhten Anzahl an Einsatzkräften auf dem Kiez. Bislang ist es weitgehend ruhig zwischen beiden Fanlagern. „In der Masse ist die Stimmung bisher entspannter als zum selben Zeitpunkt vor dem Hinspiel", sagt Zill. Und das soll auch so bleiben.

Wird Pollersbeck rechtzeitig fit?

Der HSV bangt um den Derby-Einsatz von Stammkeeper Julian Pollersbeck. Auch am Donnerstag fehlte der U-21-Europameister beim Training wegen einer Zerrung im Adduktorenbereich, die er sich beim Aufwärmen vor dem Heimspiel gegen Fürth zugezogen hatte. Beim HSV geht man weiter davon aus, dass Pollersbeck auf St. Pauli spielen kann. Ansonsten rückt erneut Tom Mickel zwischen die Pfosten.

Göttlich stichelt gegen den HSV

Die erste Kampfansage eines Club-Verantwortlichen vor dem Stadtderby kommt von Oke Göttlich. Im NDR wurde St. Paulis Präsident nach den wahrscheinlichen Aufsteigern gefragt. "Alles andere als der HSV und Köln wäre ja eine Überraschung", antwortete Göttlich und legte nach: "Aber eine Überraschung, die sportpolitisch sehr nötig wäre."

Dem Musikunternehmer missfällt schon seit Längerem die kostspielige – und in der jüngeren Vergangenheit größtenteils erfolglose – Personalpolitik beim Stadtrivalen. "Und wenn der Fußballgott gerecht ist, dann gewinnt der FC St. Pauli und steigt auch vor dem HSV auf, weil man irgendwann auch mal die Quittung bekommen muss für das, was alles schiefgelaufen ist in den letzten Jahren.“

Meggle warnt HSV vor Millerntor-Acker

Hat der HSV einen Derbynachteil, weil das Spiel im Winter stattfindet? Der langjährige St.-Pauli-Profi Thomas Meggle meint: Ja. "Keine Frage, dass der HSV die besseren Fußballer hat. Aber das spielt ja nicht immer eine Rolle", sagt der 44-Jährige der "Bild". "Der Rasen am Millerntor ist wie immer zu dieser Jahreszeit nicht von bester Qualität. Das kommt einer Mannschaft zugute, die massiv verteidigt und gut in der Abwehr steht, die Räume eng macht. Das ist St. Pauli"

Meggle, der nach seiner aktiven Karriere auch als Trainer und Manager beim Kiezclub tätig war, sieht deshalb einen Vorteil für seinen Ex-Club beim Heimspiel am Millerntor-Stadion. "Der HSV will Fußball spielen und seine Qualitäten ausspielen. Doch das geht am Millerntor nicht so leicht. Es ist frustrierend für einen Fußballer, wenn der Ball scheinbar grundlos wegspringt", sagt Meggle, der das Derby am Strand in Thailand im TV gucken wird.

Die Welt schaut zu beim Derby

Das Stadtderby wird am Sonntag in 60 Länder übertragen. Fanclubs des FC St. Pauli und des HSV in aller Welt schauen zu. Wir haben mit Fans aus Indonesien, Argentinien, Kanada und Schweden gesprochen. HIER geht's zur Geschichte.

Wegen Veh: Kölns Präsident tritt zurück

Köln-Präsident Spinner tritt zurück

Werner Spinner hat den Machtkampf gegen Ex-HSV-Trainer Armin Veh verloren und seinen Rücktritt als Präsident des 1. FC Köln erklärt. "Ich habe mich bereits zuvor dazu entschieden, für eine weitere Amtszeit über den Herbst hinaus nicht zur Verfügung zu stehen", sagte der 70-Jährige. "Nun ziehe ich diesen Schritt vor, weil mir klar geworden ist, dass es über die momentane und künftige Ausrichtung des 1. FC Köln Differenzen gibt."

Zuletzt war es zwischen Geschäftsführer Sport Veh und Spinner zu Unstimmigkeiten gekommen. Veh hatte am vergangenen Sonntag nach dem 2:1-Erfolg des Tabellenführers beim FC Ingolstadt von einem "Problem innerhalb des Vereins" gesprochen, das "mit Vertrauen zu tun" habe und "wenig reparabel" sei. Wie der Club mitteilte, hätten die Mitglieder des Gemeinsamen Ausschuss gegenüber Veh "ihr Missfallen über die jüngsten öffentlichen Äußerungen" ausgedrückt.