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Polizei hält HSV-Fans von Duisburger Weihnachtsmarkt fern

Rekordkulisse erwartet. Früherer Trainer Jara kritisiert Spielweise unter Titz. Ex-Profi Töfting spricht über seinen Fernseh-Pups.

Polizei hält HSV-Fans von Duisburger Weihnachtsmarkt fern

Vor dem Zweitligaspiel am Freitagabend beim MSV Duisburg (18.30 Uhr/Sky, Liveticker bei Abendblatt.de) sind knapp 100 HSV-Fans früher als von der Bundespolizei erwartet per Zug in Duisburg angereist. Ein Großaufgebot der Polizei nahm sie dort in Empfang und leitete die Gruppe zum Ostausgang des Hauptbahnhofs.

Dort verbringen die Anhänger die Zeit bis zum Anstoß in einer Gaststätte auf der Neudorfer Straße. Zahlreiche Kräfte der Einsatzhundertschaft riegelten den Bereich ab. Laut Polizeisprecher Ramon van der Maat sollte verhindert werden, dass diese Gruppe in Richtung Innenstadt und Weihnachtsmarkt zieht.

Die MSV-Verantwortlichen erwarten am Freitagabend rund 27.000 Besucher zu dem Klassiker. Die Zebras und der HSV, der als Tabellenführer anreist, haben sich seit zehn Jahren in keinem Pflichtspiel mehr gegenübergestanden. Bei der letzten Begegnung hatte der MSV mit 1:0 die Oberhand. Siegtorschütze damals war der heutige Duisburger Manager Ivo Grlic.

Töfting glaubt an Wiederaufstieg des HSV …

Stig Töfting ist von der Rückkehr des HSV in die Bundesliga überzeugt: "Ja, daran glaube ich", sagte der Däne der "Hamburger Morgenpost". Der 49-jährige bestritt insgesamt 72 Pflichtspiele für den HSV.

Über die Spielweise des Teams von Trainer Hannes Wolf sagte Töfting: "Es ist sicher kein Champagner-Fußball. Aber wenn du Spitzenreiter bist, kannst du es ja kaum besser machen. Man hat das Gefühl, dass der HSV sich nur selbst stoppen kann."

Im Duell an diesem Freitag beim MSV Duisburg, für den er ebenfalls gespielt hat, schlägt Töftings Herz klar für den HSV: "Seit ich Duisburg im Jahr 2000 verließ, war ich nie wieder in dieser Stadt. In Hamburg bin ich dagegen ein paarmal im Jahr." Mit seinem Landsmann Thomas Gravesen, den er 2000 beim HSV ablöste, pflege er immer noch engen Kontakt.

… und spricht über seinen Fernseh-Pups

Das Abendblatt widmete Töfting erst am Dienstag eine Schlagzeile: Die frühere Mittelfeldkante hatte in einem dänischen TV-Studio vor laufender Kamera laut gefurzt und dann einen Lachanfall bekommen. Als der Sender das Video bei Facebook veröffentlichte, "dachte ich erst: O nein!", sagte Töfting: "Aber eigentlich finde ich, dass es doch gut ist, wenn man Leuten Freude macht. Das mit dem Furz ist einfach so passiert. Ich selbst habe das Video schon 20-mal gesehen und muss jedes Mal wieder lachen."

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Herbstmeisterschaft – ein gutes Omen

Einen Pokal gibt es zwar nicht, aber ein klares Signal wäre es schon: Mit einem Sieg im letzten Hinrundenspiel beim MSV Duisburg kann sich der HSV an diesem Freitag die sogenannte Herbstmeisterschaft der 2. Bundesliga sichern. Bei dann 37 Punkten könnte der Tabellenzweite 1. FC Köln (33) selbst mit einem Sieg gegen den 1. FC Magdeburg am Montag (20.30 Uhr) nicht mehr am Mitabsteiger vorbeiziehen.

Bis zum Wiederaufstieg ist es dann zwar noch ein weiter Weg, aber die Ligahistorie spricht für beide Topmannschaften. Wer nach der Hälfte der Spiele auf Platz eins oder zwei stand, durfte in zwei Dritteln der Fälle am Saisonende über den direkten Aufstieg jubeln. Aber Vorsicht: Die Herbstmeister der vergangenen beiden Jahre, Eintracht Braunschweig und Holstein Kiel, scheiterten am Ende jeweils in der Relegation.

Der HSV selbst stand übrigens schon dreimal zur Saisonhalbzeit ganz oben – in der Bundesliga. Aber nur 1982/83 durfte er schließlich auch die Meisterschale stemmen. Es war die erfolgreichste Spielzeit der Vereinsgeschichte, vergoldet mit dem Gewinn des Europapokals der Landesmeister. 1980/81 und 1986/87 wurde der HSV jeweils noch vom FC Bayern München abgefangen.

Jara kritisiert Spielweise unter Titz

Und noch ein Haudegen mit HSV- und MSV-Vergangenheit hat sich zu Wort gemeldet: Kurt Jara (68). Von 1975 bis 1980 spielte sich der Schweizer mit 29 Toren in die Duisburger Herzen, als Trainer erlebte er von 2001 bis 2003 eine erfolgreiche Zeit in Hamburg. Der erstmalige Abstieg im Sommer habe ihn "schwer getroffen", sagte Jara der "Bild"-Zeitung: "Ich muss schon sagen, dass mich die Erste Liga ohne den HSV nicht mehr interessiert."

Inzwischen glaube er aber an den Wiederaufstieg. "Nach dem Saisonstart hatte ich große Sorgen", sagte Jara und übte Kritik an der Spielweise unter dem früheren Trainer Christian Titz: "Die Schönspielerei mit dem Torwart als Anspielstation gefiel mir gar nicht." Unter Hannes Wolf spiele der HSV wieder "seriösen Fußball" und könne den Aufstieg "nur selbst verhindern, wenn man glaubt, dass einem Siege in den Schoß fallen. Zweite Liga ist harte Arbeit".

Lieberknecht: Rasen ist für HSV Nachteil

Das gilt umso mehr für das heutige Spiel in Duisburg. Weil die Schauinsland-Reisen-Arena auch vom Drittligaclub KFC Uerdingen genutzt wird, ist der Rasen dort in einem beklagenswerten Zustand. MSV-Trainer Thorsten Lieberknecht kommt das ganz gelegen: "Es ist sicher kein Vorteil für den HSV", wird er in der "Bild"-Zeitung zitiert.

Duisburg erwartet Rekordkulisse

26.500 Zuschauer erwarten die Duisburger zum heutigen Spiel – Saisonrekord. 4500 Fans bringt allein der HSV mit. Am Stadion sind nur noch vereinzelte Sitzplätze sowie einige Hundert VIP-Tickets zu haben. Die übrigen der insgesamt 31.000 Plätze bleiben aus Sicherheitsgründen leer.

Viel zu bejubeln gab es für die Duisburger Fans in dieser Saison bislang nicht. Die drei Punkte aus dem 2:0-Sieg gegen Paderborn sind die einzigen, die der MSV im eigenen Stadion sammeln konnte – die schlechteste Heimbilanz der Liga. Der HSV wiederum kommt mit der besten Auswärtsbilanz der Liga (sechs Siege, ein Unentschieden). Entsprechend hoch ist die Bwin-Wettquote für einen Duisburger Sieg (4,40). Für einen Euro Einsatz auf einen HSV-Sieg gäbe es nur 1,80 Euro zurück.