Fußball

Eintracht-Fans plündern und randalieren in Rom

Eintracht-Fans zündeten im Römer Olympiastadion Feuerwerkskörper.

Eintracht-Fans zündeten im Römer Olympiastadion Feuerwerkskörper.

Foto: Paolo Bruno / Getty Images

Frankfurts Europa-League-Sieg bei Lazio wird von Krawallen überschattet. Bürgermeisterin Raggi nennt Hooligans "Bestien".

Rom. Für rund 20 Problemfans von Eintracht Frankfurt werden die Krawalle rund um das Europa-League-Spiel am Donnerstag beim zweimaligen italienischen Meister Lazio Rom (2:1) ein juristisches Nachspiel haben. Nach Angaben der römischen Polizei wurden "um die 15 Personen" festgenommen. Die Beamten beschlagnahmten zudem Feuerwerkskörper und Rauschgift.

Bereits vor der Partie war es zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Dabei waren fünf Eintracht-Anhänger festgenommen worden. Einige deutsche Fans hätten sich am Olympiastadion dem Zugang der Lazio-Anhänger genähert. Als die Polizei sie aufhalten wollte, flogen Rauchbomben und Knallkörper. Schon vorher war eine Gruppe von Eintracht-Fans in einen Supermarkt der Innenstadt eingedrungen und hatte Lebensmittel sowie Alkohol gestohlen.

Auch während des Spiels zündeten Frankfurter Fans Pyrotechnik, die Polizei marschierte im Innenraum auf. Ein Eintracht-Anhänger wurde beim Versuch des Platzsturms festgenommen. Zusammenstöße zwischen römischen und hessischen Problemfans wurden zudem aus der Umgebung des Kolosseums gemeldet.

Raggi: "Bestien sollen zu Hause bleiben"

Insgesamt waren rund 9000 Mitgereiste aus Frankfurt im Stadion, darunter ungefähr 400 Problemfans. Im Hinblick auf das Spiel hatte die Polizei scharfe Sicherheitsvorkehrungen ergriffen. So gab es eine Bannmeile rund um die Arena, alle Tickets waren personalisiert, der Alkoholverkauf war verboten. Dennoch wurden mehrere Plätze der Innenstadt beschmutzt. Bilder zeigten eine vollkommen vermüllte Piazza del Popolo im Zentrum der Stadt.

Bürgermeisterin Virginia Raggi kritisierte den Vandalismus scharf: "Hooligans aus Deutschland haben heute Abend im Grunde Teile unserer Stadt geplündert und verwüstet. In Rom empfangen wir gern Fans, aber keine Hooligans. Bestien dieser Art sollen zu Hause bleiben."

Eintracht sagt Hooligans den Kampf an

Auch die Frankfurter Clubführung fand deutliche Worte. "Eine kleine Gruppe hat das Spiel missbraucht, um ihre private Auseinandersetzung mit Lazio Rom zu führen", sagte Vorstandsmitglied Axel Hellmann: "Diese kleine Gruppe nimmt alle anderen Fans in Sippenhaft, was die Wahrnehmung und Stimmung betrifft. Das schadet Eintracht Frankfurt. Das betrübt mich sehr, das macht mich traurig. Wir haben kein gutes Bild abgegeben."

Hellmann, der von einer Strafe der Europäischen Fußball-Union ausgeht, sagte den Randalieren den Kampf an: "Wir werden die nie ganz raus bekommen aus dem Stadion. Aber wir müssen gemeinsam daran arbeiten, dass diese Kräfte sich nicht austoben können." Im Vorfeld hatte es Warnungen vor Ausschreitungen gegeben, die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Rom hat schlechte Erfahrungen mit Fußballfans: 2015 hatten Hooligans des niederländischen Clubs Feyenoord Rotterdam den historischen Platz vor der Spanischen Treppe verwüstet.