HSV-News

Für vier Ultras hat das Stadtderby ein Nachspiel

Vor dem letzten Heimspiel des Jahres gegen Paderborn spricht Hannes Wolf über unsichere Gefühle und die Termine in der Adventszeit.

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Pollersbeck wegen Rücken fraglich. Lasogga wird bei Mickel schlüpfrig. Schiri weckt wilde Erinnerungen. Paderborn vor Fan-Rekord?

Pollersbeck wackelt wegen Rücken

Beim nicht-öffentlichen Abschlusstraining für das Heimspiel gegen den SC Paderborn (Freitag, 18.30 Uhr/im Liveticker auf abendblatt.de) wurde eines für die Beobachter dann doch ersichtlich: Torhüter Julian Pollersbeck wirkte nicht mit.

In der Pressekonferenz klärte Hannes Wolf auf: Da bei Pollersbeck am Mittwoch Rückenprobleme auftraten, wurde er am Donnerstag aus dem Mannschaftstraining genommen.

"Eine Vorsichtsmaßnahme", sagte Wolf, der davon ausgeht, beim Anschwitzen am Freitagvormittag auf den Schlussmann zählen zu können. Dann solle endgültig über die Einsatzfähigkeit des 24-Jährigen entschieden werden.

"Einen Muskelfaserriss im Rücken wird er nicht haben, so wie das bei Pierre war", scherzte Wolf angesichts des an der Wade verletzten Pierre-Michel Lasogga.

Der Topschütze des HSV (sieben Treffer) war ansonsten auch die einzige Stammkraft, die dem Trainer heute nicht zur Verfügung standen. Wann der Stürmer zurückkehren wird, ist ungewiss.

Polizei fasst vier Ultras nach Derby-Vorfall

Mehr als 1000 Beamte waren am 30. September beim Derby gegen St. Pauli im Einsatz, die Polizei selbst sprach von einem "überdurchschnittlichen Einsatz". Und auch mehr als zwei Monate später beschäftigt die Ermittler noch der ein oder andere Vorfall. Einen konnte die Polizei nun aufklären: Laut Mitteilung von Donnerstag wurden vier HSV-Ultras ausfindig gemacht, die nach dem Spiel einen Fan des Stadtrivalen geschlagen und diesem sein St.-Pauli-Shirt vom Leib gerissen haben sollen.

Nach bisherigen Ermittlungen hätten sich die Verdächtigen am S-Bahnhof Diebsteich aus einer 15 Mann starken Gruppe gelöst, um dem St. Paulianer den Weg zu versperren. Sie forderten den 45-Jährigen demnach auf, sein weißes T-Shirt mit Aufdruck des Stadtteilclubs auszuziehen. Als dieser sich weigerte, wurde er wie beschrieben malträtiert. Das unverletzt gebliebene Opfer zeigte den Fall bei Einsatzkräften am Bahnhof Holstenstraße an.

Umfangreiche Ermittlungen des Landeskriminalamtes haben nun zur Identifizierung der mutmaßlichen Täter im Alter von 18, zweimal 21 und 26 Jahren geführt. Bei drei der vier Ultras wurden bei Durchsuchungen diverse Beweismittel sichergestellt. Die jungen Männer wurden erkennungsdienstlich erfasst, durften mangels Haftgründen aber wieder gehen. Mit Ausnahme dieses Falls sowie weiterer kleinerer Scharmützel war die Trennung der Fan-Lager sowohl vor als auch nach dem sportlich enttäuschenden Stadtderby (0:0) problemlos verlaufen.

Doku zum Stadtderby HSV gegen St. Pauli

Termin für den Erstligaauftakt steht wohl

Dieses Wochenende sollten sich alle optimistischen HSV-Fans schon einmal ganz dick anstreichen: Vom 16. bis 18. August soll die Erste Bundesliga in die Saison 2019/20 starten. Wie der "Kicker" berichtet, will das Präsidium des DFB auf seiner Sitzung am Freitag in Frankfurt den entsprechenden Rahmenterminkalender verabschieden.

Die neue Spielzeit würde damit neun Tage früher beginnen als die laufende Saison, die wegen der WM in Russland später gestartet war. Im Falle des erhofften Aufstiegs hätten die HSV-Profis dennoch mehr Zeit für die Sommervorbereitung als zuletzt – schließlich startet die Zweitligasaison auch im kommenden Jahr wieder zwei Wochen vor dem Oberhaus.

Das zweifelhafte Vergnügen, eine Erstligasaison zu eröffnen, hatte der HSV zuletzt übrigens vor drei Jahren: Zum Auftakt der Saison 2015/16 am 14. August 2015 setzte es im Freitagsspiel bei Bayern München eine herbe 0:5-Klatsche.

Schlüpfrige Fragerunde mit Lasogga und Mickel

Dass sich Pierre-Michel Lasogga und Tom Mickel abseits des Platzes nahezu blind verstehen, ist unter Fans hinlänglich bekannt. Jetzt durften die Anhänger dem Ersatztorhüter Fragen stellen – die wiederum der Stürmer seinem Freund vorlas.

Im Rahmen der HSV-Adventskalenderaktion gab es in dieser Konstellation so manchen Lacher. Für den größten sorgte Lasogga, der die Frage nach dem ausführlichsten Duscher ("Wer braucht am längsten?") im Kader spontan umdichtete, wie es ein Lothar Matthäus nicht schöner hätte tun können. Sie können es sich denken...

...oder sich selbst überzeugen (ab 2:40 Minute):

Lasogga stellt Mickel lustige HSV-Fragen

Wird die Serie gegen Paderborn ausgebaut?

Gutes Omen vor dem Heimspiel gegen den SC Paderborn am Freitag: Seit zehn Pflichtspielen ist der HSV inzwischen unbesiegt (sechs Siege und vier Unentschieden). Allerdings wurde wiederum in den vergangenen fünf Heimpartien nur eine gewonnen (drei Unentschieden und eine Niederlage).

Gegner Paderborn hingegen konnte von seinen vergangenen sechs Begegnungen nur eine gewinnen (vier Unentschieden und eine Niederlage). Die Buchmacher sehen nicht nur aufgrund dieser Statistik den Tabellenführer aus Hamburg klar vorne (bwin-Quoten: 1=1.87 0=3.60 2=3.90).

Wolf warnt vor Paderborns Klement

"Wir wollen zu Hause die Leute mitnehmen und richtig Gas geben, um was zu holen“, sagte HSV-Trainer Hannes Wolf am Donnerstag. Die Bilanz des 37-Jährigen in Hamburg steht bei vier Zweitliga-Siegen und einem Unentschieden. "Die Mannschaft hat, seit ich hier bin, gut gespielt“, betonte der Coach. "Ich bin aber nicht bereit, mich wichtiger zu nehmen. Es bleibt ein Spiel der Spieler.“

Wolf lobte den Tabellenneunten SC Paderborn. "Das ist eine Mannschaft, die offensiv sehr viel Qualität hat. Da musst du sehr gut verteidigen.“ Dabei hob er Philipp Klement hervor. Der 26 Jahre alte Mittelfeldspieler ist mit neun Toren bester Schütze in seinem Team. "Da müssen wir echt aufpassen. Wir müssen seinen linken Fuß zukriegen“, sagte Wolf und warnte zugleich vor Standardsituationen, bei denen die Westfalen torgefährlich sind.

Mit 33 Toren stellt der Aufsteiger die zweitbeste Offensive der 2. Liga hinter dem 1. FC Köln (39.). Der HSV erzielte bislang 21 Tore.

Baumgart kündigt "anderes Gesicht" an

Chancenlos sieht sich Paderborn im Volksparkstadion keineswegs, wie Trainer Steffen Baumgart in der Pressekonferenz am Mittwoch betonte. Dazu müsse der starke Aufsteiger aber "in unser Spiel finden". Dazu solle seine Mannschaft ein anderes Gesicht zeigen als zuletzt beim Last-Minute-Unentschieden zuhause gegen Arminia Bielefeld (2:2). "Wir sind zuversichtlich, dort etwas zählbares mitzunehmen", sagte Baumgart.

Verzichten muss der frühere Stürmer von Hansa Rostock auf den verletzten Mittelfeldspieler Massih Wassey und den Gelb gesperrten Angreifer Bernard Tekpetey (vier Saisontore). Stürmer Babacar Gueye (drei Treffer in acht Spielen) ist dagegen wieder einsatzbereit. Dem HSV bescheinigte Baumgart, nach dem Trainerwechsel von Christian Titz zu Hannes Wolf gut in die Saison gefunden zu haben.

Paderborns PK vor dem Spiel beim HSV

Knackt Paderborn den Köln-Rekord?

Rund 2000 Fans werden die Ostwestfalen nach Hamburg begleiten. Das wären mehr als dreimal so viele wie im Paderborner Auswärtsmittel. In den bisherigen sieben Gastspielen seit dem Wiederaufstieg wurden die Blau-Schwarzen von durchschnittlich 671 Anhängern begleitet. Den vollsten Paderborner Block gab es beim 5:3-Coup in Köln (2300 Fans).

Wilde Erinnerungen an Schiri Cortus

Benjamin Cortus leitet das Spiel gegen Paderborn – und dieser Schiedsrichter liegt dem HSV, denn nach drei Spielen unter dem Franken sind die Rothosen noch ungeschlagen. In der Abstiegssaison gab es neben einem Sieg gegen Freiburg (1:0) ein beachtliches 1:1 bei RB Leipzig. Die Premiere mit Cortus endete in der Saison 2016/17 mit einem 0:0 in Frankfurt.

An die bisherigen Spielleitungen dürften sich die Fans mit gemischten Gefühlen erinnern: Während Cortus den HSV bei einem abseitsverdächtigen Treffer durch Kostic in Leipzig sowie einer heiß diskutierten Gelb-Roten Karte gegen Freiburgs Caglar Söyüncü durchaus begünstigte, hätte es in dem Gastspiel bei der Eintracht (Negativrekord mit nur 41 Minuten Netto-Spielzeit) einen Elfmeter für Hamburg geben müssen.

Nach der Ampelkarte gegen Freiburgs Söyüncü verkniff sich Gästetrainer Christian Streich damals aus Frust jeglichen Kommentar zum Schiedsrichter, während einige seiner Spieler in den Katakomben des Volksparkstadions randalierten – Beschimpfungen gegen das Schiedsrichtergespann um Referee Cortus inklusive.

Paderborn pfiff Cortus bislang siebenmal, davon fünfmal in der zweiten Liga (insgesamt zwei Siege, drei Unentschieden, zwei Niederlagen). Auswärts konnte der SCP unter dem Informatik-Kaufmann noch nicht gewinnen, unter anderem setzte es vor ziemlich genau zwei Jahren eine 0:6-Pleite bei den Sportfreunden Lotte (Dritte Liga).

Titz schaut kein HSV-Spiel mehr

Nach seiner Beurlaubung vor sechs Wochen hat Christian Titz vom HSV abgeschaltet und seither kein einziges Spiel oder Tor seiner ehemaligen Mannschaft mehr gesehen. Das verriet der Trainer dem Abendblatt.

Eine Rückkehr ins Trainergeschäft könnte sich der 47-Jährige grundsätzlich vorstellen. "Ich habe mich längst entschieden: Ich will unbedingt als Trainer wieder arbeiten. Bei welchem Club oder in welcher Liga weiß ich noch nicht", sagte er dem Abendblatt. Den vollständigen Bericht über das Gespräch mit Christian Titz lesen Sie hier.

Ambrosius: Ausleihe im Winter?

Unter Titz durfte Stephan Ambrosius erstmals Bundesliga-Schnuppern, nach den ersten 45 Minuten beim späteren 1:1 in Stuttgart schaffte es der Innenverteidiger jedoch nur noch zu drei Kader-Nominierungen (zweimal erste Liga, einmal zweite Liga). Völlig außen vor ist Ambrosius nun vorerst unter Titz-Nachfolger Hannes Wolf, von dem der gebürtige Wilhelmsburger noch überhaupt nicht berücksichtigt wurde.

Deshalb liebäugelt der 19 Jahre alte Jungprofi mit einem Wechsel im Winter. Helfen bei der Suche nach einem möglichen Leih-Interessenten soll Ambrosius auch ein neuer Berater. Von der Hamburger Agentur FTC, bei der auch seine Mitspieler Josha Vagnoman, Aaron Opoku und Jonas David unter Vertrag stehen, wechselte er zu 100&10 Percent aus Köln – die wiederum auch HSV-Profi Khaled Narey betreut.

Das Abendblatt begleitet Stephan Ambrosius mit der Serie "Projekt Profi". Mehr dazu lesen Sie hier.

Stephan Ambrosius: Rückschlag im "Projekt Profi"

Dana Diekmeier wird Geschäftsfrau

Und was macht eigentlich Dennis Diekmeier so? Seit seinem Abschied im Sommer nach acht Jahren HSV ist der 29 Jahre alte Rechtsverteidiger noch immer auf Vereinssuche. Seine Frau hingegen hat eine neue Beschäftigung gefunden. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, geht Dana Diekmeier am Freitag mit einer eigenen Modelinie im Mops-Style auf den Markt. Das Logo habe sie sich bereits auf ihr Scheinbein tätowieren lassen.

Auf die Frage, ob der Schritt in die Geschäftswelt mit der Vertragslosigkeit ihres Mannes zusammenhänge, antwortete die 33-Jährige dem Blatt: "Nein, ich plane das schon seit eineinhalb Jahren. Wir haben keine finanzielle Not. Und ich muss nicht die Familie ernähren." Dennis und Diekmeier haben gemeinsam die vier Kinder De­la­ni, Dion, Da­lina und Divia. Zuletzt waren die Diekmeiers mit dem Verkauf ihrer Villa in Niendorf in den Schlagzeilen.

"Finito" unter den YouTube-Hits des Jahres

Der HSV hat nach dem erstmaligen Abstieg aus der Bundesliga bei YouTube unfreiwillig einen Video-Hit gelandet. In der Kategorie "YouTube Creator" schaffte es der an dem Welthit "Despacito" angelehnte HSV-Abstiegssong in die Top Ten, wie die Plattform auf ihrer Creator-Blog-Seite bekanntgab. Mit mehr als acht Millionen Aufrufen ist "Finito" damit unter den von deutschen Nutzern meistgeklickten kreativen Musikvideos des Jahres 2018 gelandet. Mehr dazu lesen Sie hier.

Der HSV-Abstiegs-Song