HSV in Sandhausen

Titz spendiert "Bierchen für die Spieler" nach Premierensieg

| Lesedauer: 5 Minuten

Der HSV macht die Auftaktpleite in der Zweiten Liga mit einem kuriosen Spiel wieder gut. Fans feiern Sieg in Sandhausen wie Aufstieg.

Sandhausen. Aufatmen nach der Schmach: Den ersten Sieg in der Zweiten Liga haben Fans und Mannschaft des HSV schon fast wie einen Aufstieg gefeiert. Nach dem 3:0 (2:0) beim SV Sandhausen hüpften und tanzten die leidgeprüften HSV-Profis Minuten nach dem Abpfiff gemeinsam mit ihren gut 5000 mitgereisten Anhängern.

Der HSV machte die herbe Pleite zum Saisonauftakt gegen Holstein Kiel (0:3) im ersten Zweitliga-Auswärtsspiel seiner Historie mit einem ungefährdeten Premierensieg wieder gut und sprang vom letzten Tabellenplatz ins Mittelfeld. Das Team von Trainer Christian Titz gewann vor stimmgewaltigen HSV-Fans souverän im Stadion am Hardtwald – der Fußballprovinz in Deutschland.

Narey lobt Fans: "Wie ein kleines Heimspiel"

Khaled Narey (7. und 59.) und Rick van Drongelen (30.) erzielten die ersten Hamburger Zweitligatore. Begünstigt wurde der HSV-Sieg von SVS-Torwart Marcel Schuhen, der einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte. Bei beiden Narey-Treffern leistete der Keeper unfreiwillig die Vorarbeit.

Der Held des Tages lobte vor allem die gut 5000 angereisten HSV-Fans. "Sie haben uns klasse unterstützt. Es war wie ein kleines Heimspiel", sagte der 24-jährige Narey unmittelbar nach dem Premierensieg, zu dem auch Rick van Drongelen beigetragen hat. "Heute haben wir uns belohnt und die Tore geschossen", sagte der Niederländer in schmerzhafter Erinnerung an die Niederlage gegen Holstein Kiel.

Titz gibt Profis Siegerbier aus

Trainer Titz hofft nun auf einen nachhaltigen Effekt für die kommenden Spiele. "Der erste Sieg in einer Saison ist natürlich sehr wichtig. So kommt die Leichtigkeit des Seins zurück", sagte der Coach: "Vergangene Woche war nicht alles schlecht – aber diesmal waren wir gleich drin im Spiel." Das Siegerbier in der Kabine gab Titz denn auch höchstpersönlich aus. "Wir wollen nicht päpstlicher sein als der Papst. Ein Bierchen für die Spieler geht doch in Ordnung."

Schon vor dem Anpfiff wurde den Hamburgern deutlich gemacht, dass sie endgültig im Unterhaus angekommen sind. "Gestrandet in 2. Liga – Ahoi HSV", stand auf einem Plakat, das über der Zufahrtsstraße zum Stadion am Hardtwald hing. Zahlreiche mitgereiste Fans machten Erinnerungsfotos mit dem Ortsschild im Hintergrund und freuten sich über die 5000 Liter Freibier, die ein SVS-Sponsor locker machte.

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Titz, der sich als gebürtiger Kurpfälzer bestens in der Region auskennt und als C-Jugendlicher sogar das SVS-Trikot trug, baute seine Startelf im Vergleich zum Kiel-Spiel nur auf zwei Positionen um. Pierre-Michel Lasogga und Neuzugang Orel Mangala vom VfB Stuttgart durften von Beginn an ran. Der zweite Neue, Léo Lacroix von AS St. Etienne, saß zunächst auf der Ersatzbank.

Dem HSV fehlten im Kader Kapitän Aaron Hunt, Stephan Ambrosius, Gideon Jung, Kyriakos Papadopoulos und Matti Steinmann. Zudem verzichtete Titz auf Albin Ekdal und Filip Kostic (beide kurz vor dem Absprung) sowie Talent Fiete Arp. Vor 14.508 Zuschauern in der ausverkauften Arena war Sandhausen zunächst gut in der Partie. Nach dem ersten Patzer von Schuhen gingen dennoch die Gäste in Führung. Narey erzielte das erste Zweitligator des HSV.

Van Drongelen trifft per Kopf

Die Gastgeber, die ohne Tim Knipping, Nejmeddin Daghfous, Korbinian Vollmann, Karim Guede und Andrew Wooten auskommen mussten, waren nur kurz geschockt. Der Isländer Rurik Gislason, der bei der WM-Endrunde als Frauenschwarm von sich Reden gemacht hatte, vergab eine gute Möglichkeit für die Kurpfälzer (14.), die im ersten Spiel bei der SpVgg Greuther Fürth verloren hatten (1:3). Auch im Anschluss blieb der SVS dran, Felix Müller konnte die nächste Chance nicht nutzen (17.).

Auf der Gegenseite war es Lasogga, der das zweite HSV-Tor auf dem Fuß hatte (24.). Danach übernahmen die Hamburger das Kommando. Nach einem Freistoß von Douglas Santos war van Drongelen mit dem Kopf zu Stelle. Kevin Behrens vergab kurz vor der Pause die Möglichkeit zum Anschlusstreffer (39.).

Nach dem Seitenwechsel passierte erst einmal nicht viel. Dann leistete sich Schuhen einen weiteren Aussetzer. Die Slapstick-Einlage des Keepers nutzte erneut Narey, der nur noch ins leere Tor einschieben musste. Danach ließ der HSV kaum noch etwas anbrennen.

Die Statistik

Sandhausen: Schuhen - Klingmann (54. Gipson), Kister, Zhirov, Paqarada - Kulovits, Linsmayer - Gislason (75. Gouaida), Müller (46. Karl) - Behrens, Schleusener

Hamburg: Pollersbeck - Sakai (73. Vagnoman), Bates, van Drongelen, Santos - Mangala (81. Moritz) - Narey, Holtby, Janjicic, Samperio (73. Ito) - Lasogga

Schiedsrichter: Tobias Welz (Wiesbaden)

Tore: 0:1 Narey (7.), 0:2 van Drongelen (30.), 0:3 Narey (59.)

Zuschauer: 14.508 (ausverkauft)

Gelbe Karten: Müller, Kister - Janjicic

( SID/HA )

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