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Absage für wählerischen Kostic: Hat der Serbe sich verzockt?

HSV-Hangouts: Das erwartet Hamburg in Sandhausen

Abendblatt-Reporter Stefan Walther und Claus Weber von der Rhein-Neckar-Zeitung sprechen über die Lage beider Clubs.

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WM-Star Rebic verlängert in Frankfurt, das dadurch Abstand vom Kostic-Transfer nimmt. Bleibt der HSV auf Topverdiener sitzen?

Hamburg. Spektakuläre Wende in Frankfurt, bei der auch der HSV in Form von Filip Kostic (25) hellhörig wird. Der umworbene kroatische WM-Star Ante Rebic (24) hat seinen Vertrag bei der Eintracht bis 2022 verlängert. Es ist der größte Coup der Hessen in diesem Transfersommer, denn eigentlich galt es als sicher, dass Rebic die Eintracht für eine üppige Ablöse verlässt (Manchester United zeigte unter anderem Interesse). Im Umkehrschluss sollte sein Berater Fali Ramadani, der auch über das Mandat für Kostic verfügt, mit dem HSV-Serben den passenden Nachfolger für den Vizeweltmeister präsentieren.

Doch bei diesem Plan spielte die Eintracht nicht mit. "Ante hat uns nicht nur zum Sieg im DFB-Pokal geschossen, sondern auch eine brillante WM gespielt. Es gab sehr viele Angebote für ihn, und wir hätten locker eine Rekordsumme erlösen können. Für uns ist es ein Meilenstein, einen Spieler wie ihn zu halten. Das macht uns sehr glücklich und stolz", sagte Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic.

Um den dynamischen Angreifer aber am Main zu halten, sind die Verantwortlichen "an die Grenze gegangen", sagte Bobic: "Wir haben alles reingelegt, was wir reinlegen können." Dem Vernehmen nach wird Rebic mit einem Jahresgehalt von drei Millionen Euro der Topverdiener in Frankfurt.

Wie sieht Kostics Plan B aus?

Und was wird jetzt aus Kostic? Der scheint sich verzockt zu haben. Nachdem der Flügelflitzer erst dem VfL Wolfsburg (das Abendblatt berichtete) und später auch dem englischen Erstligisten FC Burnley abgesagt hatte, hat Kostic nun selber einen Korb kassiert. Seine Wunschlösung, nach Frankfurt zu wechseln, hat sich mit der Rebic-Verlängerung zerschlagen.

Bleibt der HSV jetzt etwa auf seinem Topverdiener (zwei Millionen Euro per annum in der Zweiten Liga) sitzen? Davon ist trotz der Nachricht aus Frankfurt nicht zu rechnen. Denn Rebics und Kostics gemeinsamer Berater Ramadani hatte ein paar Tage Vorlauf, sich um einen Plan B für den (Noch-)Hamburger zu kümmern. Es ist weiterhin davon auszugehen, dass Kostic den HSV in diesem Sommer verlässt.

Wird Kostic jetzt verliehen?

Die Frage ist nur, wie lange? Da im Falle eines Verkaufs die ersten zwölf Millionen Euro an Investor Klaus-Michael Kühne gehen würden, zieht der HSV auch eine Leihe in Betracht. Dann könnte der Ex-Dino den Serben zumindest vorübergehend von der Gehaltsliste streichen. Für den Fall des angestrebten Aufstiegs wäre im kommenden Sommer dann wieder alles offen.

Ein dauerhafter Verbleib Kostics in Hamburg wäre jedoch eine ähnliche Sensation wie die Vertragsverlängerung von Rebic bei der Eintracht.

Ab 2:34 Minuten: Was Titz über Kostics Situation sagt:

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