Hamburger SV

Orel Mangala – die neue Wucht des HSV

HSV-Neuzugang Orel Mangala kam vom VfB Stuttgart

HSV-Neuzugang Orel Mangala kam vom VfB Stuttgart

Foto: LeonieHorky / WITTERS

Der physisch starke Spieler kommt auf Leihbasis aus Stuttgart. Ein HSV-Profi erfuhr ganz früh vom Transfer Mangalas.

Hamburg.  Am späten Dienstagabend bekam Rick van Drongelen eine Nachricht auf sein Handy. Absender: Orel Mangala. Inhalt: „Wir sehen uns morgen in Hamburg, Bruder.“ Van Drongelen war kurz verwirrt. Dann wurde dem HSV-Verteidiger klar, was passiert. Am Donnerstagnachmittag war es dann auch offiziell: Orel Mangala wechselt zum HSV. Der 20 Jahre alte Mittelfeldspieler vom VfB Stuttgart kommt für ein Jahr auf Leihbasis zum HSV. „Ich habe mich sehr gefreut. Orel ist ein super Spieler und ein super Typ. Wir kennen uns schon ein paar Jahre“, sagte van Drongelen dem Abendblatt.

Der Niederländer vom HSV und der Belgier vom VfB spielten in der U17 mit ihren Nationalteams gegeneinander. Seitdem tauschen sie sich regelmäßig aus. „Holländer und Belgier sprechen dieselbe Sprache“, sagt van Drongelen.

Albin Ekdal vor Wechsel zu Sampdoria Genua

Sportvorstand Ralf Becker schließt mit dem Mangala-Transfer seine vorletzte Baustelle in der Verstärkung des HSV-Kaders. Da Albin Ekdal vor einem Wechsel zu Sampdoria Genua steht, nimmt Mangala die Planstelle im defensiven Mittelfeld ein. Nun fehlt dem Club nur noch ein Innenverteidiger. Mit Mangala bekommt Trainer Christian Titz den Spielertyp, den er sich noch gewünscht hatte. Einen zentralen Mittelfeldmann, der über eine gewisse Wucht verfügt und den körperlichen Anforderungen der Zweiten Liga gerecht wird.

HSV-Training bei 30 Grad

„Orel ist ein Balleroberer, der seinen Körper gut einsetzt und der nicht leicht zu überspielen ist. Er bringt ein Profil mit, das bei uns gut in die Mannschaft passt“, sagte Titz. „Er kann sowohl auf der Sechs als auch auf der Acht spielen.“

Kapitän Aaron Hunt fällt auch in Sandhausen aus

Am Donnerstagabend trainierte Mangala direkt nach seiner Vertragsunterschrift erstmals mit seiner neuen Mannschaft. Schon am Sonntag könnte der Mittelfeldmann beim Spiel in Sandhausen erstmals für den HSV auflaufen. Weil Matti Steinmann das Training mit Oberschenkelproblemen vorzeitig abbrechen musste, rutschte Mangala gleich in die A-Elf. Körperlich ist er in einem guten Zustand. Die Vorbereitung beim VfB Stuttgart hat der belgische U-21-Nationalspieler bislang komplett mitgemacht. Ein Transfer zu einem neuen Club hatte sich aber bereits in der Rückrunde der vergangenen Saison abgezeichnet.

Orel Mangala – das erste Interview beim HSV

Unter VfB-Trainer Tayfun Korkut, der im Januar nach Stuttgart kam, war Mangala nicht mehr gesetzt und wäre das auch in der neuen Saison nicht. Beim HSV soll er nun Spielpraxis sammeln und im kommenden Sommer als besserer Spieler zum VfB Stuttgart zurückkehren. Eine Kaufoption wollten die Schwaben den Hamburgern daher nicht einräumen.

Dass Mangala über große Fähigkeiten verfügt, hatte er in Stuttgart unter Korkuts Vorgänger Hannes Wolf nachgewiesen. Der junge Trainer kannte Mangala bereits aus der U 19 von Borussia Dortmund. Nach seinem Wechsel zum VfB lockte Wolf den Belgier von Anderlecht nach Stuttgart. Der VfB zahlte 1,8 Millionen Euro Ablöse.

Ein Box-to-Box-Spieler

Mangala zählte im vergangenen Jahr nach dem Stuttgarter Wiederaufstieg überraschend direkt zur Startelf. Insgesamt absolvierte er 20 Bundesligaspiele. Beobachter in Stuttgart beschreiben Mangala als enorm robusten und laufstarken Sechser, der beim VfB vor allem mit Defensivaufgaben beauftragt wurde. Experten bezeichnen ihn als modernen Box-to-Box-Spieler. Er kann aber auch im offensiven Mittelfeld spielen und ist damit beim HSV eine Alternative zu Aaron Hunt. Der Kapitän wurde wegen seiner Wadenprobleme am Mittwoch noch einmal genauer untersucht. Diagnose: Faszieneinriss. Hunt fällt sowohl in Sandhausen als auch im Pokal bei Erndtebrück aus.

Mangala könnte ihn ersetzen. Gleich in seiner ersten Einheit zeigte er, was ihn auszeichnet: Zweikampfhärte. Mitunter übertreibt er es noch mit seiner Körperlichkeit, wirkt phasenweise übermotiviert. In seinem ersten Jahr beim VfB machte er im Laufe der Saison aber auch fußballerisch große Fortschritte, entwickelte mehr Ruhe am Ball. Für einen Stammplatz reichte es trotzdem (noch) nicht.

Für den belgischen Fußballverband durchlief Mangala von der U 15 an alle Jugendnationalmannschaften. Sein letztes Länderspiel für die U 21 von Belgien liegt aber bereits zehn Monate zurück, und er wurde seither nicht mehr nominiert. Beim HSV will er sich nun wieder in den Fokus spielen, damit er beim nächsten Länderspiel gegen van Drongelen wieder dabei ist.