2. Bundesliga

In neuer HSV-Stammelf sind nur noch drei Positionen offen

Einige Positionen sind fest besetzt, andere umkämpft. Die erfolgreiche Generalprobe hat die Entscheidung für Titz sogar erschwert.

Hamburg.  Die Testphase ist vorbei: Bis zum Saisonauftaktspiel am Freitag (20.30 Uhr/Sky) gegen Holstein Kiel muss HSV-Trainer Christian Titz die Mannschaft gefunden haben, mit der er die Mission Wiederaufstieg angeht. Einige Positionen sind fest besetzt, andere umkämpft. Und wieder andere Spieler können davon ausgehen, dabei zu sein, wissen aber noch nicht wo. Ein Überblick.

Tor

An der Nummer eins gibt es keinen Zweifel: Julian Pollersbeck (23), schon in der Vorsaison Titz’ erste Wahl, trägt nach dem Abgang von Christian Mathenia jetzt auch seinen Status auf dem Trikot. Dank seiner technischen Fertigkeiten kann der U-21-Europameister die Rolle des „letzten Manns“ spielen, die ihm Titz in seinem auf Ballbesitz orientierten System zugedacht hat.

Tom Mickel (29) rückt vom dritten zum zweiten Mann auf, stellt aber bekanntermaßen keine Ansprüche. Einen Profivertrag erhielt zudem Morten Behrens (21). Spielpraxis wird er allerdings vorerst nur in der zweiten Mannschaft bekommen.

Abwehr

Nach den langfristigen Ausfällen von Gideon Jung und Kyriakos Papadopoulos stellt sich die Innenverteidigung praktisch von selbst auf: Rick van Drongelen (19) und Neuzugang David Bates (21) sind aktuell die einzigen gestandenen Spieler für diese Position. Als Ersatz stünden nur der aktuell angeschlagene Stephan Ambrosius (19) und möglicherweise der neue Wunschspieler Joseph Baffo (25) bereit. Patric Pfeiffer (18) muss erst noch zum Profi heranreifen.

Auf der linken Seite führt an Douglas Santos (24) kein Weg vorbei, Juniorennationalspieler Josha Vagnoman (17) muss sich vorerst hinter dem Olympiasieger anstellen. Spannender wird die Personalie rechter Verteidiger. Die größten Startchancen werden Ex-Kapitän Gotoku Sakai (27) eingeräumt, zumal sich Tobias Knost (18) fußballerisch noch in der Ausbildung befindet. Doch Neuzugang Khaled Narey (24) hat bewiesen, dass er auf der rechten Seite auch hinten mehr als nur eine Notlösung wäre.

Mittelfeld

Auf der defensiven Sechser-Position hat Titz voraussichtlich nur einen Platz zu vergeben – und der scheint für seinen Zögling Matti Steinmann (23) reserviert. Albin Ekdal (29) wäre ein ebenbürtiger Mitbewerber, doch der HSV würde den schwedischen WM-Teilnehmer bei einem angemessenen Angebot gern abgeben. Qualifizierten Ersatz gäbe es auch so auf der Position: Vasilije Janjicic (19) scheint nach seinen Eskapaden auf den Pfad der Tugend zurückgefunden zu haben. Und auch Youngster Jonas David (18) kann sich Hoffnung auf ein baldiges Profidebüt machen.

Komplizierter wird es im offensiven Mittelfeld: Lewis Holtby ist gesetzt. Gleiches gilt für Aaron Hunt (31) – sofern er nicht im Sturm beginnt, siehe unten. Wunscheinkauf Christoph Moritz (28) muss seinen Platz noch finden, er wurde von Titz auch in der Defensive getestet – mit mäßigem Erfolg. Moritz-Broni Kwarteng (20) muss wohl noch etwas auf seine Profi-Chance warten.

Auf den Flügeln hat dürfte sich Narey mit seinem starken Auftritt beim 3:1-Sieg gegen Monaco einen Stammplatz erkämpft haben erkämpft. Um den zweiten bewerben sich Neuzugang Jairo Samperio (25) und Tatsuya Ito (21). Mit Filip Kostic (25) plant Titz nicht mehr, der Serbe steht zum Verkauf. Marco Drawz (19) wird wie Pfeiffer und Behrens in der U21 derzeit dringender gebraucht als bei den Profis. Und Aaron Opoku (19) steht nach seinem Lungenkollaps auf absehbare Zeit nicht zur Verfügung.

Sturm

Nominell stehen Titz für diese Position drei Spieler zur Verfügung: Rückkehrer Pierre-Michel Lasogga (26), Neuzugang Manuel Wintzheimer (19) und Youngster Fiete Arp (18). Womöglich werden aber alle drei gegen Kiel zunächst draußen sitzen, nachdem Titz in seinem neuen Kapitän Hunt den einstigen Stürmer wiederentdeckt hat.

Hunt dankte es bei der Generalprobe gegen Monaco mit drei Torvorlagen. Titz’ Entscheidung dürfte es nicht leichter gemacht haben. Es bleibt in jedem Fall spannend – bis spätestens Freitag, 19.30 Uhr. Dann muss der HSV die Startaufstellung bekannt gegeben haben.