Wandsbek

HSV-Ultra wegen Attacken auf St.-Pauli-Fans vor Gericht

Daniel F. bei seiner Festnahme im März

Daniel F. bei seiner Festnahme im März

Foto: Michael Arning

Daniel F. bezeichnete Wandsbek als "HSV-Land". Er soll auf seine Opfer eingeschlagen und ihre Mützen gestohlen haben.

Hamburg. Für die meisten Fans ist Fußball die schönste Nebensache der Welt, doch für Daniel F. scheint es sich eher um eine eine Entschuldigung für brutale Gewalt zu handeln: Wegen der Attacken auf zwei St.-Pauli-Fans muss sich der HSV-Ultra am Dienstag vor dem Hamburger Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm schweren Raub, gefährliche Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz vor. Nach Abendblatt-Informationen soll er der HSV-Ultragruppe "Clique du Nord" angehören.

"Dies ist HSV-Land"

Völlig arglos stand ein St.-Pauli-Fan am Nachmittag des 16. Januar dieses Jahres vor dem Wandsbeker Quarree und las ein Buch. Da kam Daniel F. laut Anklage auf den Mann zu und erklärte ihm, dass er an dieser Stelle keine St.-Pauli-Mütze tragen dürfe, da dies "HSV-Land" sei. Danach schlug F. mit seinen Handschuhen so wuchtig auf das Gesicht seines Opfers ein, dass der St.-Pauli-Fan zu Boden ging. Nasenbein und der Augenhöhlenboden waren gebrochen, der Mann musste ins Krankenhaus und war wochenlang krankgeschrieben. Zu allem Überfluss soll F. seinem Opfer auch noch die Baseball-Kappe mit St.-Pauli-Logo gestohlen haben – als "Trophäe".

Strickmütze vom Kopf gezogen

Schon ein paar Tage zuvor, am 11. Januar, soll Daniel F. einen weiteren St. Pauli-Fan an der Wandsbeker Marktstraße auf ganz ähnliche Weise attackiert haben. Er zog dem Mann dessen St.-Pauli-Strickmütze vom Kopf, schubste ihn und forderte ihn auf, sich zu "verpissen". Am 25. Januar soll er dem gegnerischen Fan dann zusammen mit einem Freund vor der Haustür aufgelauert und ihn mit einem Schlagstock angegriffen haben. Der Mann erkannte die Täter aber zum Glück rechtzeitig und konnte fliehen.

Im März nahmen Ermittler des Wandsbeker Raubdezernats den Tatverdächtigen in seiner nur wenige Meter vom Tatort entfernten Wohnung fest. Dort entdeckten sie auch noch mehrere Waffen und illegale Pyrotechnik.