Torhüter-Alarm in Mainz

Darf der HSV einem absoluten Nobody einen einschenken?

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Das erhoffte Comeback von René Adler könnte sich für die Mainzer noch zerschlagen. Wird eine Entscheidung nun zum Bumerang?

Hamburg. Nimmt man die "Kicker"-Noten als Grundlage, würden sich im Kellerduell zwischen dem HSV und Mainz am Sonnabend (15.30 Uhr, im Liveticker auf abendblatt.de) auch tatsächlich die beiden schwächsten Torhüter der Bundesliga gegenüberstehen. Während Christian Mathenia in 22 Einsätzen auf einen Schnitt von 3,23 kommt und damit das Schlusslicht unter den Schlussmännern bildet, wurde der Mainzer Robin Zentner auf Rang 17 nur unwesentlich besser bewertet (3,20).

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15 Spiele hat der eigentliche Ersatzmann bislang absolviert, die restlichen neun Bundesligapartien gehen auf das Konto von René Adler. Der Ex-HSVer war in den Augen der Kritiker dabei deutlich stärker, würde zumindest beim Kicker mit einer Durchschnittsnote von 2,83 zu den Topmännern der Liga gehören. Adlers letztes Bundesligaspiel datiert allerdings vom 20. Oktober 2017 (0:2 auf Schalke). Zuletzt feierte er bei der empfindlichen Pokal-Schlappe gegen Frankfurt (0:3) sein unglückliches Pflichtspiel-Comeback (Kicker-Note 5,0).

Adler muss im Training erneut aussetzen

Und nun zum Mainzer Problem: Zentner laboriert an einer Oberschenkelprellung und ist für das Spiel in Hamburg mehr als fraglich. Deshalb ruhten die Hoffnungen der 05er eigentlich auf einer Rückkehr von Adler. "René hat alle Trainingseinheiten mitgemacht und ist gesund", hatte FSV-Trainer Sandro Schwarz noch am Donnerstagmittag gesagt. Doch bei der zweiten Einheit des Tages musste der 33-Jährige, der nach einem Infekt gerade erst ins Mannschaftstraining zurückgekehrt war, dann doch wieder aussetzen.

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Mainz hat gerade erst einen Torhüter abgegeben

Somit könnten Schwarz plötzlich die ersten beiden Torhüter abhanden kommen. Erster Nachrücker wäre der 20-jährige Regionalliga-Spieler Florian Müller, dessen ganze Erfahrung sich aus bislang 20 Drittliga-Einsätzen speist. Die erst vor wenigen Tagen getroffene Entscheidung, den ungleich erfahreneren Torwart Jannik Huth (immerhin sieben Bundesligaspiele) an Sparta Rotterdam zu verleihen zu haben, könnte für den kommenden HSV-Gegner somit zu einem unliebamen Bumerang werden.

Torhüter-Alarm in Mainz – ein Szenario, das Adler aus seiner Hamburger Zeit vertraut vorkommen dürfte. Erst in der vergangenen Saison fiel der ehemalige Nationalkeeper im Endspurt zeitgleich mit Mathenia aus. Am 31. Spieltag musste deshalb Regionalliga-Schlussmann Tom Mickel einspringen. Die eigentliche Nummer drei bot zwar eine gute Leistung, dennoch verlor der HSV mit 0:4 in Augsburg und rutschte auf den Relegationsplatz ab. Diesen würde die aktuelle Mannschaft wiederum mit Kusshand nehmen – dazu müsste aber vor allem erst einmal der trübe Schnitt von 0,75 Toren pro Spiel angehoben werden. Vielleicht kommt in diesem Vorhaben das Mainzer Torhüter-Dilemma zur rechten Zeit...

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