Tod von Fan Simon

HSV wird in Leverkusen nicht mit Trauerflor auflaufen

Die HSV-Profis im vergangenen August bei einer Schweigeminute für den ehemaligen DFB-Präsidenten Gerhard Meyer-Vorfelder

Die HSV-Profis im vergangenen August bei einer Schweigeminute für den ehemaligen DFB-Präsidenten Gerhard Meyer-Vorfelder

Foto: Imago/Oliver Ruhnke

Etliche Anhänger hatten eine Reaktion auf den Krebs-Tod eines treuen Fans gefordert. HSV III und HFC Falke setzten bereits Zeichen.

Hamburg. Die Betroffenheit war groß in der Hamburger Fanszene, als am Donnerstag die Nachricht vom Tod des treuen HSV-Anhängers Simon die Runde machte. Auch sein Lieblingsverein nahm wie schon zuvor Anteil an dem Schicksal des krebskranken Pinnebergers und kondolierte öffentlich.

Einigen ging die Geste jedoch nicht weit genug, im Internet wurden schnell Forderungen nach einem weiteren Zeichen seitens des HSV laut. "Die Mannschaft sollte gegen Leverkusen und beim nächsten Heimspiel mit Trauerflor auflaufen", schrieb ein Anhänger stellvertretend und erhielt dafür großen Zuspruch.

Doch aus dem Wunsch wird nichts. "Wir haben Simon gerne auf seinem Weg unterstützt und nach der traurigen Nachricht seines Todes unsere Anteilnahme kommuniziert", sagte der stellvertretende HSV-Sprecher Till Müller dem Abendblatt am Sonnabend - und mit Blick auf das Spiel bei Bayer Leverkusen am Sonntag (15.30 Uhr, im Liveticker auf abendblatt.de): "Mit einem Trauerflor werden wir allerdings morgen nicht auflaufen."

Darmstadt mit Schweigeminute und Trauerflor

Am Freitag hatte Mediendirektor Jörn Wolf bereits angedeutet, dass die Umsetzung der Fan-Appelle eher diffizil werden könnte und dabei auf die Schwierigkeit einer sensiblen Abwägung verwiesen. Simons Krankheit sei selbst gewählt in das öffentliche Bewusstsein gerückt worden, wohingegen es möglicherweise ähnlich gelagerte Schicksale gebe, von denen nichts bekannt werde.

Das Thema Schweigeminute und Trauerflor solle intern allerdings angestoßen werden. Beide Zeichen zum Gedenken genutzt hatte etwa Darmstadt 98, das sein Bundesligspiel gegen Augsburg am Sonnabend in Erinnerung an den ebenfalls in dieser Woche verstorbenen Fan Jonathan "Johnny" Heimes austrug. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hatte einen entsprechenden Darmstädter Antrag zuvor positiv beschieden.

HSV III und Falke gedenken Simons

Derart bürokratische Hürden gilt es im Amateur-Fußball nicht zu überwinden, und so hatten unter anderem die dritte Mannschaft des HSV und der von ehemaligen HSV-Fans gegründete HFC Falke ihre Partien am Wochenende zum Gedenken an Simon genutzt.

Der HSV III spielte am Freitag in der Landesliga Hammonia gegen Halstenbek-Rellingen II (0:1) mit Trauerflor, Falke legte am Sonnabend vor dem Kreisligaspiel gegen West-Eimsbüttel II (5:2) gemeinsam mit dem Gegner und dem Publikum eine Schweigeminute für den nur 27 Jahre alte gewordenen Anhänger des Bundesliga-Dinos ein.