Bundesliga

HSV schwach wie im letzten Jahr – Niederlage in Berlin

Der HSV zeigte streckenweise die Leistung aus der vergangenen Saison. Anders Berlin: Hertha gewinnt durch Tore von Kalou und Ibisevic.

Der HSV verliert erstmals unter Trainer Bruno Labbadia zwei Spiele hintereinander. Beim Gastauftritt in Berlin zeigten die Rothosen phasenweise wieder den Fußball der letzten Saison, die zum Fastabstieg führte. Gegen die Hertha gab es drei Gegentore. „Tormaschine“ Salomon Kalou und Vedad Ibisevic sorgten für den Berliner-Sieg.

Die Mannschaft von Trainer Pal Dardai entzauberte stürmte in der Tabelle mit 14 Punkten auf Rang vier. Ein besserer Saisonstart glückte den Berlinern seit dem Aufstieg 1997 nur ein einziges Mal. In der Spielzeit 2000/01 hatte Hertha nach acht Runde 15 Punkte auf dem Konto.

Kalou mit seinem dritten Saisontor (17. Minute) und Neuzugang Ibisevic mit seinem zweiten Doppelpack (76., 78.) für den Hauptstadtclub sorgten vor 65.427 Zuschauern im Olympiastadion für eine Berliner Freudenfest. Der HSV rutschte mit weiter zehn Punkten auf Rang elf. „In der zweiten Halbzeit war das unser schlechtestes Saisonspiel, nimmt man Bayern aus“, sagte HSV-Verteidiger Diekmeier. „Das Ergebnis ist deutlicher, als das Spiel war“, meinte Lasogga.

Spahic und Ekdal in der Startelf

Der HSV startete mit den unter der Woche angeschlagenen Emir Spahic und Albin Ekdal. Für Kacar kam das Spiel nach dem Hexenschuss noch zu früh. Nicolai Müller bekam erneut den Vorrang vor Ivo Ilicevic. Auf Berliner Seite entschied sich Hertha-Coach Dardai in der 65. Auflage des Duells der beiden Traditionsvereine für eine offensive Ausrichtung mit der Doppelspitze Ibisevic und Kalou entschieden - und wurde dafür schon zeitig belohnt.

Der ehemalige Münchner Mitchell Weiser, der trotz eines Zehenbruchs wieder auflief und zu den besten Akteuren gehörte, bereitete stark vor. Kalou vernaschte an der 16-Meterraum-Linie HSV-Kapitän Johann Djourou und schoss die Kugel ins linke untere Toreck - keine Chance für den Ex-Herthaner Jaroslav Drobny. „Wir spielen zu Hause auf Sieg“, hatte Dardai betont.

Die Einzelkritik der HSV-Spieler

Weiter ohne Stammkeeper Thomas Kraft, Verteidiger John Anthony Brooks und sechs weitere verletzte Akteure demonstrierte Hertha bei bestem Fußballwetter und Berliner Saison-Rekordkulisse die neue Spielausrichtung: Mehr Ballbesitz, mehr Kontrolle, schnelles Umschalten. Weiser machte über die rechte Seite Druck. Vladimir Darida, ein weiterer der vier Sommer-Neuzugänge, verteilte die Bälle.

Lasogga-Schuss wird abgeblockt

Hertha erstaunte durch große Effektivität. Die Mannschaft von Pal Dardai ließ sich in der Folge fallen und lauerte auf Konter. Kapitän Fabian Lustenberger sorgte mit einem Dropkick aus 25 Metern für die nächste Chance, doch der Ex-Herthaner Jaroslav Drobny im Kasten der Gäste bekam noch rechtzeitig die Fäuste hoch.

Der HSV, der zuletzt zu Hause 0:1 gegen Schalke verloren hatte, fand nur schwer in die Partie. Aaron Hunt als hängender Stürmer bemühte sich zwar. Für die ersten Aufreger vor dem Hertha-Tor aber sorgten die Berliner selbst. Nach einer Eingabe von Dennis Diekmeier sprang der Ball von Weisers Rücken nur knapp neben den Pfosten (12.). Dann missglückte Fabian Lustenberger eine Abwehraktion.

In der Rolle, das Spiel machen zu müssen, tat sich der HSV äußerst schwer. Die Anspiele auf die Außenpositionen blieben ungenau, im Zentrum fehlte trotz des lauffreudigen Ex-Berliners Pierre-Michel Lasogga die Durchschlagskraft. Kurz vor der Halbzeit hatte das Kraftpaket den Ausgleich auf dem Fuß, doch Lustenberger rutschte im letzten Moment noch in den Ball.

Ibisevic mit Doppelpack

Labbadia brachte zur zweiten Halbzeit Gotoku Sakai für Matthias Ostrzolek, und der Japaner hätte mit seinem ersten Pass um ein Haar das 0:2 eingeleitet. Kalou konnte den Fehlpass nicht vollenden. Kurz darauf setzte Kalou mit der Hacke geschickt Vladimir Darida ein, doch der Tscheche schob am Tor vorbei. In der 70. Minute ging Kalou mit viel Applaus vom Feld. Ibisevic machte in der Schlussphase mit seinem Doppelpack dann alles klar.

Einen arbeitsreichen Nachmittag verlebte auch Herthas Keeper Rune Jarstein, der zum dritten Mal in Folge den an der Schulter verletzten Thomas Kraft ersetzte. Immer wieder wurde er von seiner Mannschaft ins Aufbauspiel eingebunden und bewies gute Fertigkeiten mit dem Ball am Fuß. In der 55. Minute rettete Jarstein mit einer Großtat vor Lewis Holtby.