HSV-Einzelkritik

Hunt spielte verstecken – Ostrzolek braucht eine Pause

Die Kamera hat Aaron Hunt hier kurz eingefangen – danach ging der Ex-Wolfsburger wieder auf Tauchstation

Die Kamera hat Aaron Hunt hier kurz eingefangen – danach ging der Ex-Wolfsburger wieder auf Tauchstation

Foto: Boris Streubel / Bongarts/Getty Images

Von ineffektiv bis grausam: Was sich die HSV-Spieler leisteten und wer immerhin Klartext redete. Die Einzelkritik.

Drobny: Statt das Tor zu schließen, eröffnete der Tscheche an alter Wirkungsstätte unfreiwillig die Torwartdiskussion neu. Seine Abstöße waren so zielführend wie die meisten Debatten im naheliegenden Bundestag.

Diekmeier: Einen echten Mehrwert hatte nur sein Klartext nach dem Spiel.

Djourou: Grausam. Ließ sich vor dem 0:1 auf dem Bierdeckel austanzen, vor dem 0:2 durch Vorlagengeber Cigerci düpieren.

Spahic: Ließ sich von seinen überforderten Nebenleuten anstecken.

Ostrzolek (bis 45.): Brachte das Kunststück fertig, im ersten Durchgang fast die meisten Ballkontakte zu haben, aber aus keinem einzigen etwas Produktives zu schaffen. Er braucht eine Pause. Eine lange Pause.

Sakai (ab 46.): Wer dachte, dass es links hinten nicht mehr schlechter ging, der wurde nach nur 28 Sekunden im zweiten Durchgang eines Besseren belehrt. Immerhin: Der Japaner fing sich – bis auch er zum Ende des Spiels mit dem Rest des Teams einbrach.

Díaz (bis 62.): Bis zu seiner Auswechslung ähnlich viele Ballkontakte wie in der Vorwoche, aber auch ein ähnlich dummer Fehler vor dem Gegentor zum 0:1. Mit einem Sechser mit 37 Prozent gewonnener Zweikämpfe kann man kein Spiel gewinnen. Aber: Wie wichtig seine Spieldominanz ist, wurde vor allem deutlich, als der Chilene nicht mehr auf dem Platz war.

Ilicevic (ab 62.): Brachte zunächst frischen Wind, um dann relativ schnell zu resignieren. Als Einwechselspieler muss man dem Trainer ganz einfach mehr anbieten.

Ekdal: Das Zusammenspiel des Schwedens mit Díaz ist hübsch anzuschauen, nur leider völlig ineffektiv. Zum Ende der Partie ging der Mittelfeldmann mit dem Rest der Mannschaft unter.

Müller (bis 74.): Konnte keinen Pluspunkt gegen Stammplatzkonkurrent Gregoritsch machen. Ohne echte Aktion.

Olic (ab 74.): Als der Kroate kam, ging beim HSV gar nichts mehr.

Hunt: Spielte 90 Minuten lang verstecken. Sein einziger Erfolg: er wurde bis zum Abpfiff nicht gefunden.

Holtby: Ein Erfolg im Konjunktiv. Hätte er seine Großchance im zweiten Durchgang reingemacht, wäre ein anderes Ergebnis möglich gewesen. Hätte, wäre, wenn und aber: so gewinnt man eben keine Spiele.

Lasogga: Wer nicht gesucht wird, der kann auch nicht gefunden werden. Wirkt immer öfter wie ein Fremdkörper im Angriffsspiel.