Hamburger SV

Bruno Labbadia und der Cup der guten Hoffnung

Schon 2009 führt der Trainer den HSV zum Gewinn des Vorbereitungsturniers. Die Saison nahm anschließend einen speziellen Verlauf.

Hamburg/Mönchengladbach. Vor wenigen Wochen beinahe noch in der Zweitklassigkeit verschwunden, zum Saisonauftakt die Top-Teams der Bundesliga in den Schatten gestellt. Mit dem zweiten Gewinn des Telekom Cups nach 2009 hat der Hamburger SV einen gelungenen Einstand in die neue Saison gefeiert.

„Das tut den Jungs gut. Damit kann man ein bisschen einfacher in die kommenden Tage gehen“, befand Trainer Bruno Labbadia nach dem 2:1-Sieg im Endspiel gegen den FC Augsburg. Der Coach setzte vor allem im ersten Spiel auf seine eingespielte Formation. Dabei zeigte Torwart René Adler seine Klasse, als er im Elfmeterschießen gegen Gladbach zweimal zur Stelle war.

Labbadia und das Omen Telekom Cup

Kurios: Auch sein erstes Engagement in Hamburg startete Labbadia mit dem Triumph beim inzwischen etablierten Vorbereitungsturnier. Für ihn selbst war der Cup-Sieg vor der Saison 2009/2010 allerdings ein weniger gutes Omen als für den Klub. Nach gutem Start in die Runde war für Labbadia drei Spieltage vor Schluss Endstation. Und das, obwohl sich der HSV inmitten der Halbfinalspiele der Europa League gegen den FC Fulham befand und der Ex-Profi die Rothosen in der Liga auf einen aus heutiger Sicht bemerkenswerten siebten Platz geführt hatte.

Dem HSV nützte der Trainerwechsel indes wenig, am Ende sprang mit dem siebten Rang dennoch die beste Platzierung der vergangenen Spielzeiten heraus. Nur Thorsten Fink gelang zwischendurch in der Saison 2012/2013 noch einmal der Sprung auf den siebten Platz - der Rest war bis in die vergangene Saison hinein Abstiegskampf pur. Damit es nach dem neuerlichen Sieg beim Telekom Cup besser läuft als nach dem ersten Mal, versuchen sich die Hamburger nun in Demut.

Lasogga als Feierbiest

„Das war ein sehr guter Turniersieg. Aber wir sollten das nicht zu hoch bewerten“, befand Mittelfeldspieler Lewis Holtby nach dem Finalsieg von Mönchengladbach. Gleichwohl kosteten die Profis ihr "Titelchen" reichlich aus, und auch Marcell Jansen beglückwünschte seine Ex-Kollegen zu dem unerwarteten Erfolg.

Vor allem Pierre-Michel Lasogga tat sich als Feierbiest hervor und postete unter anderem ein Jubelbild mit Nicolai Müller. Immerhin geht jetzt nicht nur der Stürmer mit „Spaß in die nächsten drei Wochen Vorbereitung“.

Der 23-Jährige plädierte in Mönchengladbach nicht nur wegen des sportlichen Erfolgs dafür, die Vergangenheit ruhen zu lassen. „Was in den letzten zwei Jahren passiert ist, müssen wir versuchen, hinter uns zu lassen. Wir müssen versuchen, ein anderes Gesicht zu zeigen“, sagte Lasogga und betonte: „Wir gehören da unten nicht rein.“

René Adler gibt sich als Mahner

Schlussmann René Adler, der gegen Mönchengladbach mit zwei gehaltenen Elfmetern glänzte, gerierte sich einmal mehr als Rufer in der Wüste: „Wir sollten nicht irgendwelche Ziele herausgeben, nicht wieder durchdrehen, nicht sagen, wir müssen dies und das erreichen, weil wir der große HSV sind und so eine glorreiche Vergangenheit hatten. Davon können wir uns nichts kaufen."

Labbadia nahm den Konfettiregen und die Sektduschen auf dem Rasen indes mit der nötigen Portion Humor. „Ich bin total überrascht, dass hier so wenig los ist bei so einem Titelgewinn“, sagte der Coach in den Katakomben des Mönchengladbacher Borussia-Parks angesichts der kleinen Journalistenschar. Um ihren Kater zu kurieren, hat Labbadia seinen Spielern für den Montag dann auch erst einmal trainingsfrei gegeben. (HA/dpa/sid)