18. Spieltag

So könnte der HSV gegen Schalke auflaufen

Jiraceks Chance, Diekmeiers Comeback: Vor dem Rückrundenauftakt gegen Schalke 04 sind für HSV-Trainer Bert van Marwijk noch nicht alle Personalfragen geklärt.

Hamburg . Vier Tage noch – dann beginnt für den HSV mit dem Heimspiel gegen Schalke 04 (17.30 Uhr) die Rückrunde. Für die Fans neben Bayern, Dortmund und Bremen eigentlich eine Top-Begegnung in der Imtech-Arena, doch im Zuge der Strukturreformdebatte scheint dieser sportliche Gradmesser ein wenig in den Hintergrund gerückt zu sein. Trotz der langen Fußballpause konnte der Club bisher nur rund 50.000 Karten absetzen. Doch vielleicht zieht die Nachfrage noch an, schließlich machte die Generalprobe gegen den FC Basel (4:2) am vergangenen Sonnabend Mut auf bessere Zeiten.

32 Tage sind seit der 2:3-Heimniederlage gegen Mainz 05 vergangen. Während dieser Zeit war der HSV in Indonesien und Abu Dhabi, musste einige Rückschläge wie die schlimme Knieverletzung von Maximilian Beister und den Abgang von Torjäger Artjoms Rudnevs verkraften, konnte aber mit dem lange verletzten Dennis Diekmeier und den Neuzugängen Ola John und Ouasim Bouy auch neue Hoffnungsträger begrüßen. Wie stellt sich die personelle Situation nun dar? Eine Übersicht.

Tor: Durch den erst spät erkannten Bänderriss im Sprunggelenk bei René Adlers („Das ist sehr unglücklich verlaufen“) hütet Ersatzmann Jaroslav Drobny für mindestens zwei Wochen den Kasten. Sportlich kein Qualitätsverlust, nimmt man diese Saison als Anhaltspunkt. In den Tests überzeugte Drobny.

Abwehr: Die Viererkette gegen Schalke wird sich erst in den kommenden Tagen endgültig herauskristallisieren. Dennis Diekmeier (rechts) und Heiko Westermann (zentral) dürften trotz nicht komplett absolvierter Vorbereitung gesetzt sein, sofern sie nach ihren Verletzungen den Fitness-Rückstand aufholen können. Dies scheint bei dem Rechtsverteidiger eher der Fall zu sein als bei Westermann, der gegen Basel noch recht unsicher wirkte. Als Diekmeier-Ersatz stünde Zhi Gin Lam bereit, für Westermann dürfte Sobiech beginnen, der im Trainingslager auf sich aufmerksam machte. An Jonathan Tah (zentral) führt trotz einen schweren grippalen Infekts in der Winterpause kein Weg vorbei, an Marcell Jansen (links) ohnehin nicht – wenn er gesund ist. Wegen seines grippalen Infekts kann der Nationalspieler frühestens am Donnerstag wieder einsteigen, ein Ersatz wäre Lam.

Defensives Mittelfeld: Milan Badelj ist als Balleroberer und Stratege gesetzt und unverzichtbar, auch wenn dem Kroaten immer wieder haarsträubende Fehlpässe unterlaufen. An seiner Seite wird gegen Schalke aller Voraussicht nach Petr Jiracek auflaufen, der als einer der großen Gewinner aus der Vorbereitung hervorgeht – schließlich wurde der Tscheche vom eigenen Trainer noch als der Hauptschuldige an der Mainz-Niederlage ausgemacht. Konkurrent Tolgay Arslan ist nach seiner Adduktoren-Verletzung noch im Aufbautraining, für ihn kommt Schalke wohl zu früh. Tomas Rincon, dessen Vertrag ausläuft, konnte seine Position in der Winterpause nicht verbessern, fehlte gegen Schalke nach Gelb-Rot gegen Mainz und hat sich zudem eine bakterielle Entzündung im Arm zugezogen, fällt damit auf unbestimmte Zeit aus. Bouy spielt für die Startelf noch keine Rolle. Jetzt liegt es an Jiracek, sich auf seiner Lieblingsposition festzuspielen.

Offensives Mittelfeld: Rafael van der Vaart ist und bleibt im zentralen, offensiven Bereich trotz selten überragender Leistungen gesetzt. Nicht vorstellbar zudem, dass Trainer Bert van Marwijk auf Hakan Calhanoglu verzichten wird, der auch gegen den FC Basel glänzen konnte. Somit streiten sich Ivo Ilicevic, der sich gegen Basel durchaus anbot, Jaques Zoua, einer der Gewinner des Trainingslagers und John um den Platz des zweiten Außenspielers. Letzterer dürfte Zoua die Nase vorn haben, sollte er in den verbleibenden Trainingseinheiten auch das gewünschte taktische Verhalten an den Tag legen können. Zouas Flexibilität könnte ihm am Ende sogar schaden: Van Marwijk möchte einen frischen Stoßstürmer bei Bedarf von der Bank bringen können – da gibt der Kader nur den Kameruner her.

Angriff: Pierre-Michel Lasogga ist ein Phänomen. Der Leihstürmer nahm an der Vorbereitung aufgrund von Oberschenkelproblemen nur partiell teil. Gegen Basel explodierte er dennoch förmlich und steuerte zwei Treffer bei. Doch seine Verletzungsanfälligkeit bleibt, als Ersatz stünde nur Zoua parat. Deshalb probierte van Marwijk in der Vorbereitung auch mehrfach ein System ohne echte Spitze aus, was gegen Basel jedoch nicht aufging. Im Hinspiel konnte der damalige Trainer Thorsten Fink die Schalker allerdings mit genau dieser taktischen Variante überraschen.

Ersatzbank: Keine Rolle mehr spielen Robert Tesche (Vertrag läuft aus) und Gojko Kacar (Vertrag bis 2015), die beim Regionalliga-Team trainieren. Michael Mancienne und Slobodan Rajkovic dürfen weiter bei den Profis üben.